Wyk auf Föhr: Investorenangebot und Bürgerumfrage

Der Flugplatz Wyk auf Föhr steht im Jahr seines 100-jährigen Bestehens vor einer unsicheren Zukunft. Während eine Investorengruppe den Weiterbetrieb sichern möchte, läuft parallel eine Umfrage zur künftigen Nutzung des Geländes.

Der Flugplatz Wyk auf Föhr arbeitet seit mehreren Jahren defizitär. Obwohl er in der Regionalplanung 2023 als wichtiger Versorgungs-Knotenpunkt für die medizinische Notfallversorgung, die infrastrukturelle Anbindung und den Tourismus bestätigt wurde, droht bis Ende Juni 2026 eine Entscheidung über die Schließung oder Herabstufung zum Sonderlandeplatz. Diskutiert wird unter anderem die Schaffung von Wohnmobil-Stellplätzen auf Teilen des Geländes.

Übernahme-Angebot für Sicherung des Flugplatzes

Eine Investorengruppe, bestehend aus Prof. Dr. Frederik Paulsen, Dirk Lehmann und Dr. Matthias Redlefsen, hat den Gesellschaftern bereits Ende 2025 und erneut im Februar 2026 ein Angebot zur Übernahme vorgelegt. Das Konzept sieht die Gründung einer neuen Betriebs-Gesellschaft vor, welche die Verkehrstauglichkeit des Flugplatzes – insbesondere der Ost-West-Bahn – wiederherstellen soll. Ziel ist es, den Flugbetrieb langfristig zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und den kommunalen Haushalt der Stadt Wyk zu entlasten. Laut den Investoren steht eine Reaktion der Verantwortlichen auf dieses Angebot bislang aus.

Bürger-Umfrage von Inselradio Föhr

Parallel zu den Bemühungen der Investoren führt das Inselradio Föhr eine Bürger-Umfrage zur Zukunft des Flugplatzgeländes durch. Die Befragung soll klären, welche Nutzungsformen von Anwohnern, Gästen und Gewerbetreibenden bevorzugt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem der Erhalt in der bisherigen Form, eine Kombination aus Flugplatz und Erlebnis-Gastronomie sowie alternative Sonder-Nutzungen.

Stimmung  und Tendenz erkennbar

Ein Zwischenstand der Umfrage mit über 3.200 Einsendungen zeigt eine klare Tendenz für den Erhalt der bestehenden Infrastruktur. Die Teilnehmer sehen den Flugplatz primär als essenziellen Bestandteil der Daseinsvorsorge, insbesondere für die medizinische Notfallversorgung und die schnelle Erreichbarkeit der Insel. Zudem gilt er als wichtiger wirtschaftlicher Faktor für den Tourismus, da viele Gäste gezielt per Flugzeug anreisen.

Alternativen wie Wohnmobilstellplätze stoßen mehrheitlich auf Skepsis. Argumentiert wird, dass ein Flugplatz nicht ersetzbar sei und eine Schließung aufgrund von Genehmigungs-Verfahren und Umweltauflagen praktisch endgültig wäre. Auch kritische Stimmen, die beispielsweise mehr Lärmschutz fordern, sprechen sich selten für eine komplette Schließung aus, sondern plädieren für Anpassungen und eine Weiter-Entwicklung des Standorts. Die Mehrheit der Abstimmenden setzt sich derzeit aus Urlaubsgästen (60 Prozent) und Einwohnern von Föhr (14 Prozent) zusammen. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Flugplatzes Wyk auf Föhr wird bis zum 30. Juni 2026 erwartet.


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