Überraschendes Ende eines traditionsreichen Kapitels: Die WACO Aircraft Corporation hat ihren Betrieb im US-amerikanischen Battle Creek, Michigan, mit sofortiger Wirkung eingestellt. Damit zieht sich die DIMOR Group aus der Flugzeugproduktion und Wartung in den Vereinigten Staaten zurück – mit Folgen für die geplante Fertigung von Junkers-Flugzeugen vor Ort.
Die Entscheidung kam für Mitarbeitende und Branche gleichermaßen unerwartet. Berichten zufolge wurden zahlreiche Beschäftigte nach einem regulären Arbeitstag per E-Mail angewiesen, nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen. Ein Aushang am Werk bestätigte das abrupte Aus sämtlicher Produktions- und Wartungs-Aktivitäten. Rund 60 Arbeitsplätze sind betroffen.
Noch wenige Wochen zuvor präsentierte sich WACO öffentlich aktiv, unter anderem auf der Sun ’n Fun Aerospace Expo in Florida. Auch die Teilnahme an Veranstaltungen und Fly-Ins war geplant. Entsprechend groß ist die Überraschung über die Schließung.
Hohe Investitionen
Eigentümer der DIMOR Group ist der deutsche Unternehmer Dieter Morszeck, der sich mit der Marke Junkers Aircraft auf die Neuinterpretation historischer Flugzeugklassiker spezialisiert hat. Bereits 2018 hatte DIMOR den US-Hersteller WACO übernommen, um das Portfolio im Bereich klassischer Flugzeuge auszubauen.
In den vergangenen Jahren flossen erhebliche Mittel in den Standort Battle Creek: Insgesamt sollen rund 30 Millionen US-Dollar investiert worden sein. Noch Anfang 2025 kündigte die Unternehmensgruppe weitere 12 Millionen US-Dollar für den Ausbau des Werks an, inklusive einer neuen Produktionslinie für die Junkers A50. Die Inbetrieb-Nahme war für den Sommer 2025 vorgesehen.
Diese Pläne sind nun hinfällig. Offiziell nennt DIMOR steigende Produktionskosten und eine anhaltend schwache Nachfrage als Hauptgründe für den Rückzug aus dem US-Markt. Im aktuellen Branchenbericht der General Aviation Manufacturers Association (GAMA) tauchen für das Jahr 2025 lediglich vier ausgelieferte Flugzeuge der Gruppe auf – drei WACO YMF-5 und eine Junkers A50 in der US-Leichtflugzeugkategorie.
Ende einer traditionsreichen US-Marke
WACO steht für eine der traditionsreichsten Marken der amerikanischen Luftfahrt. Die Ursprünge reichen bis in die 1920er-Jahre zurück. Seit den 1980er-Jahren wurden legendäre Doppeldecker wie die YMF-5 in moderner Bauweise neu aufgelegt – in Handarbeit gefertigt und mit aktueller Avionik ausgestattet. Auch der Kunstflugtrainer Great Lakes wurde wiederbelebt.
Mit der Schließung endet vorerst die Produktion dieser ikonischen Flugzeuge in den USA. Unklar ist, welche Auswirkungen dies auf Kunden, Wartungs-Leistungen und geplante Veranstaltungen der WACO-Community haben wird.
Junkers-Produktion in Deutschland nicht betroffen
Während das US-Geschäft eingestellt wird, soll die Produktion der Junkers-Flugzeuge in Deutschland weiterlaufen. Modelle wie die A50 Junior oder die A60 werden weiterhin am Standort Oberndorf gefertigt.
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