Zulassung für unvernähte ORATEX-Bespannung

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ein weiteres STC (Supplemental Type Certificate) für das „Lanitz Aviation Design Change – Unvernäht“ erteilt. Damit wird die innovative, unvernähte Bespanntechnologie mit ORATEX auf zusätzliche Flugzeugmuster ausgeweitet. Neu im STC enthalten sind unter anderem die Modelle Maule, Husky und Piper Pawnee. Weitere Flugzeuge befinden sich im Zulassungsprozess.

Mit dem neuen STC setzt Lanitz Aviation einen weiteren Meilenstein in der modernen Flugzeugbespannung. Die unvernähte Technologie gilt als aerodynamisch überlegen und entspricht dem neuesten Stand der Technik. Sie ersetzt klassische Verfahren wie Vernähen, Verschrauben oder Vernieten vollständig.

Modernste Strukturtechnik

Der Lanitz Design Change greift gezielt in die Flügelstruktur ein und ersetzt traditionelle Befestigungsmethoden durch ein homogenes, lastverteilendes System:

  • Rippenaufleimer versteifen die Rippen optimal und leiten den Auftrieb gleichmäßig über die gesamte Rippenoberfläche ein.
  • Wickelbänder, Verstärkungsbänder, Abdeckbänder und Vernähpunkte entfallen vollständig, was zu einer absolut glatten Oberfläche führt.
  • Optimale Aerodynamik: Ohne Oberflächenverwerfungen durch Nähte oder Bänder entstehen die bestmöglichen Strömungsverhältnisse an Flügeln und Leitwerken.
  • Höhere Stabilität bei minimaler Gewichtszunahme: Die Rippen werden zu doppelten T-Trägern ertüchtigt, was die Strukturfestigkeit deutlich erhöht.

Nach der Installationsabnahme wird das Flugzeug mit ORATEX® 6000 bespannt – dem extrem leichten, widerstandsfähigem und patentiertem Hightech-Gewebe. Gegenüber klassischen Verfahren werden bis zu 50% der Arbeitsstunden eingespart.

Breite internationale Anerkennung

Der Lanitz Aviation Design Change ist von zahlreichen Luftfahrtbehörden zugelassen:

  • EASA für alle europäischen EASA Länder
  • LBA
  • BAZL
  • FAA
  • ENAC
  • sowie weiteren internationalen Organisationen

Damit zählt das Verfahren zu den seit 2020 weltweit am umfassendsten zertifizierten Bespanntechnologien.

Auch für Experimental-, Ultraleicht- und Amateurbauflugzeuge verfügbar

Lanitz Aviation kann den Design Change nicht nur für zertifizierte Flugzeuge liefern, sondern auch für alle bespannten Amateurbau-, Ultraleicht- und Experimentalflugzeuge. Diese Umrüstungen sind in der Regel schneller verfügbar, da keine zusätzlichen behördlichen Dokumente erforderlich sind.

Was enthält ein Design-Change-Umrüstsatz?

Jeder Umrüstsatz umfasst alle erforderlichen Holzteile und Komponenten, darunter:

  • Buchensperrholz-Rippenaufleimer
  • Rippeneinsatzklötzchen oder Leisten (je nach Ausführung)
  • Dreikant-Rippenaufleimer (je nach Ausführung)
  • Montagezeichnungen, Handbücher und – je nach Flugzeugtyp – Form 1

Damit steht ein vollständiges, montagefertiges System zur Verfügung.

Bezugsquelle:
LANITZ – PRENA FOLIEN FACTORY GmbH. Am Ritterschlösschen 20 04179 Leipzig.


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2 Gedanken zu „Zulassung für unvernähte ORATEX-Bespannung

  1. Bastian Koppen

    Aus einer Flächenreparatur wurde dank „Oratex unvernäht“ eine never ending Story

    Gestartet hat alles mit einer Beschädigung der linken Fläche Anfang 2023, bei der durch eine namhafte Werft die Reparatur erfolgen sollte. Hier wurde uns im Juni 2023 ein entsprechendes Angebot erstellt. Da durch Lanitz Aviation an die ausführende Werft das unvernäht-Verfahren angeboten wurde, mussten der linke und der rechte Flügel neu bespannt werden, um die auftretenden aerodynamischen Unterschiede (vernäht, unvernäht) auszugleichen. Die Freigabe der zusätzlichen Arbeiten wurde im Oktober 2023 unverzüglich durch uns und unsere Versicherung erteilt. Durch die Mehrarbeiten des unvernäht-Verfahrens im Bereich der Vorbereitung, Aufbringen der Aufleimer usw. wurden uns entsprechende Mehrkosten im März 2024 genannt. Zur Vorbereitung auf die Aero 2024 in Friedrichshafen wurde durch Lanitz Aviation angefragt, ob die Flächen auf der Messe bespannt werden könnten. Dies hatten wir vor dem Hintergrund der seit Juni 2023 laufenden Instandsetzung verneint, da wir alle hofften, bis zur Aero wieder ein flugfähiges Schleppflugzeug in unserem Verein einsetzen zu können, was leider ein Irrglaube war.

    Im Mai 2024 wurden wir dann von der beauftragten Werft informiert, dass es für die Bespannung der Aviat Husky mit Oratex 6000 unvernäht kein STC gibt, und unsere Husky als „Testflugzeug“ zur Erweiterung dient und somit nur unter Permit to Fly (PtF) bis zur Erteilung des finalen STCs fliegen darf. Für alle Vereinsmitglieder war dies ein entsprechender Schock, den keiner erwartet hatte. Scheinbar wurde auch die ausführende Werft nicht darüber unterrichtet, genauso dass eine zertifizierte Integrationsmethode vorlag.

    Im Juli 2024 sahen wir dann im Prospekt von Lanitz Aviation, dass Werbung für den Umbausatz auf „Oratex unvernäht“ für die Husky gemacht wird, was uns in unserer Situation nur zum Schmunzeln brachte. Die durchführende Werft wurde in dieser Zeit durch Lanitz Aviation informiert, dass die Versuche, welche parallel an neuen Musterteilen von Aviat Aircraft durchgeführt werden, laufen und die entsprechende Nachweisführung zeitnah abgeschlossen werde, anschließend das STC durch die EASA zeitnah erweitert werden könnte. Inzwischen im August 2024 angekommen, hatten wir immer noch kein PtF in der Hand, sodass wir das Vereinsflugzeug wenigstens eingeschränkt hätten nutzen können.

    Im September 2024 war es dann so weit, dass von Fliegen geredet werden konnte. Allerdings mussten die ersten Flüge von einem eingetragenen Testpiloten durchgeführt werden. Dies musste entsprechend koordiniert werden. Bei den Testflügen im September / Oktober 2024 zeigte sich, dass sich die Bespannung im Bereich hinter dem Tank, an den Stellen, an denen die Aufleimer an den Rippen enden, wieder ablöst. Nach ca. 11h Flugzeit bis Ende November 2024 war die Ablösung so weit fortgeschritten, dass weitere Flugversuche durch die von Lanitz Aviation beauftragte Design Organisation untersagt wurden.

    Die Klärung und Reparatur der Ablösungen durch die ausführende Werft und Lanitz Aviation zog sich bis April 2025 hin. Anschließend durften nominierte Piloten nach Einweisung durch die Design Organisation unter dem PtF fliegen, was immer noch keine vollständige Nutzung im Verein zuließ.

    Nachdem wir im April 2025 5 Flugstunden geflogen waren, zeigten sich erneute Ablösungen an der vorher bereits erkenntlichen Stelle. Wir durften das Flugzeug dann mit der Auflage, nach kurzen Intervallen diese Stellen zu begutachten, weiterfliegen. Es gab dann eine Absprache zwischen der Werft und Lanitz Aviation (LA), dass LA eine Begutachtung und Instandsetzung in Halle Opin durchführt. Darauf haben wir das Flugzeug auf unsere Kosten im Mai 2025 dorthin überführt. Eine Woche später konnten wir es wieder abholen. Es wurde nach Aussage von LA nichts weiter als korrekt gebügelt durchgeführt.

    Was soll man sagen, 1:40h Flugzeit zurück zu unserem Flugplatz war die Ablösung wieder zu erkennen. Ein Weiterfliegen wurde uns durch die Design Organisation bis zu einer No-Go Stelle erlaubt. Und man glaubt es nicht, es hat 10 F-Schlepps gedauert, bis die Ablösung wieder größer wurde und die als No-Go Stelle definierte Stelle überschritten wurde. Am 25.06.2025 kam ein Mitarbeiter von LA und klebte hier mit einem neuen Klebstoff die Stelle nach und setzte einen entsprechenden Flicken über die Reparaturstelle.

    Am 18.08.2025 lief das PtF aus, sodass dies verlängert werden musste, da das STC durch die EASA immer noch nicht erteilt war, was eigentlich durch LA und die Design Organisation für Herbst 2024 angekündigt war.

    Am 03.08.2025 fiel dann auf, dass sich andere Teile der Oratex-Bespannung um den Tankstutzen lösten. Diese wurden wieder angebügelt und nach Freigabe konnte der Betrieb fortgesetzt werden.

    Das PtF wurde im August 2025 verlängert, aber die maximal 100h Flugzeit, welche in den Flugvorgaben genannt wurden, sind nun erreicht. Nun kann ein weiterer Betrieb erst stattfinden, wenn das STC vorliegt, soweit zum Rechtlichen.

    Das STC wurde nun im Januar 2026 erteilt, wobei wir uns als Verein und Halter des Flugzeuges, welches als „Testflugzeug“ genutzt wurde, fragen, wie dies stattfinden konnte, da seit Beginn der Flugerprobung entsprechende Probleme auftraten und diese bis heute nicht gelöst sind. Auch der durch LA aufgebrachte Flicken ist zur Hälfte abgelöst.

    Wir haben die ausführende Werft und LA aufgefordert, uns bis 31.03. ein zugelassenes und instandgesetztes Flugzeug zu übergeben. Hier haben wir durch die Werft entsprechende Unterstützung erfahren, bekommen aber aus der Kommunikation mit, dass LA sich hier nicht partnerschaftlich und lösungsorientiert verhält.

    Daher können wir aus unserer Sicht nur eins sagen. Kein Vereinsflugzeug von uns wird jemals wieder mit Oratex bespannt, und wir können allen nur empfehlen, überlegt es euch gut…

    Mit fliegerischen Grüßen: Bastian Koppen, Vorstand Technik im LSC Dümpel e.V.

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  2. Carmen Schneider

    Ein sehr interessanter Artikel. Warum aber fliegt die Husky, eines unserer Schleppflugzeuge vom Flugplatz, dank dieser angeblich neuen, innovativen Bespannungs-Technik dann aber immer noch nicht und das seit mehr als zwei Jahren? Die Husky steht weiterhin nicht flugfähig bei uns in der Halle am Flugplatz. Was ist den bei unserem Schleppflugzeug falsch gelaufen? Die Bespannung löst sich schon wieder ab.

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