Beim Bau von Windkraftanlagen in der Nähe von Flugplätzen gewinnt die internationale Luftfahrtregelung an Bedeutung. Grundlage ist das neue ICAO-Handbuch „Airport Services Manual – Part 6: Control of Obstacles“ (ICAO Doc 9137, 3. Ausgabe 2026). Die jetzt veröffentlichte Neufassung ersetzt die ältere Ausgabe und wurde nach Angaben der ICAO umfassend überarbeitet. Hintergrund sind vor allem neue Herausforderungen durch:
- immer höhere Windkraftanlagen,
- komplexere Flugverfahren,
- moderne Navigationssysteme,
- sowie zunehmende Bebauung im Umfeld von Flugplätzen.
Erstmals enthält das Handbuch ausführliche Vorgaben zu:
- Windkraftanlagen,
- Turbulenzen und Windscherungen,
- Blendwirkungen,
- Funk- und Radarbeeinflussungen,
- sowie sogenannten „non-physical hazards“.
Die ICAO stellt klar, dass Windräder nicht nur klassische Hindernisse darstellen, sondern auch Flugverfahren, Platzrunden und die langfristige Entwicklung eines Flugplatzes beeinflussen. Deshalb müssen Projekte in Flugplatznähe durch sogenannte „aeronautical studies“ sicherheitstechnisch bewertet werden. Das gilt ausdrücklich auch für kleinere Verkehrslandeplätze ohne IFR-Verfahren. Dort stehen vor allem Sichtanflug, Durchstartmanöver und Turbulenzen im Fokus der Bewertung. Nach ICAO-Einschätzung sollen die neuen Regeln weltweit zu einer einheitlicheren und strengeren Hinderniskontrolle rund um Flugplätze führen. Quelle: ‚DAeC, Deutscher Aero Club‚.
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