Der Deutsche Wetterdienst (DWD), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Radarhersteller GAMIC GmbH haben im Juli 2026 das Forschungsprojekt WICLEAN gestartet. Es untersucht, wie Windenergieanlagen die Messungen von Wetterradaren beeinflussen – und wie sich diese Störungen minimieren lassen.
Hintergrund ist ein strukturelles Problem: Sowohl Windkraftanlagen als auch Wetterradare bevorzugen exponierte, freie Standorte. Mit dem Ausbau der Windenergie entstehen daher immer mehr Anlagen in der Nähe der 17 DWD-Radarstationen in Deutschland. Die rotierenden Rotorblätter erzeugen Störsignale, die die Qualität der Radarmessungen für Niederschlags- und Unwetter-Warnungen beeinträchtigen.
Im Forschungspark Windenergie WiValdi des DLR in Krummendeich (Niedersachsen) wurde im Mai 2026 ein Wetterradarsystem in nur fünf Kilometern Abstand zu den beiden DLR-Forschungs-Windenergieanlagen OPUS1 und OPUS2 in Betrieb genommen. Ergänzend misst ein Lidar-Gerät die Windströmung per Infrarotlaser. Der besondere Vorteil des Standorts: Die Windenergieanlagen lassen sich gezielt steuern, um den Einfluss verschiedener Betriebsparameter auf die Radarstörungen systematisch zu untersuchen.
Über sechs Monate werden kontinuierlich Messdaten erhoben, die als Grundlage für neue Algorithmen zur Störungsminimierung dienen sollen. Ein weiteres Projektziel ist die Nutzung der Radardaten für präzisere Böen- und Extremwettervorhersagen – ein Nutzen, der auch der Windenergiebranche selbst zugutekäme.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Für Piloten sind verbesserte Unwetterwarnungen und Böenvorhersagen von direktem praktischen Interesse.

