Schlagwort-Archive: Werkstatt

Blockiertes Höhenruder

Der kurze Instruktionsflug mit dem Segelflieger im Belpmoos endete im letzten September zwar mit einer sanften Landung. Doch der Pilot hatte beim Ausschweben das Gefühl, das Flugzeug sei kopflastig, als ob sich der Schwerpunkt zu weit vorne befände. Die Messung der Höhenruderausschläge ergab, dass das Ruder gegen oben «deutlich zu wenig Ausschlag» hatte. Als die vordere Sitzschale entfernt war, wurde eine Bride mit Ferritkern entdeckt, die das Gestänge für die Höhensteuerung behinderte und den vollen Ausschlag verunmöglichte. Es habe nicht rekonstruiert werden können, woher die Bride stamme oder wo sie befestigt sein sollte, steht im Sust-Bericht. Es sei denkbar, dass sie bei Wartungsarbeiten versehentlich in den Rumpf gefallen und im Laufe der Zeit oder während eines Fluges in die Position gerutscht sei. Der Fall verdeutliche, so die Sust, dass sich mit einer visuellen Überprüfung oder Tasten solche Probleme kaum erkennen liessen. Ausserdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass während eines Fluges Fremdkörper durch Vibrationen oder Turbulenzen in eine Position rutschten, wo sie zu Einschränkungen führten. In der Vergangenheit hätten solche Gegenstände schon eine eingeschränkte Steuerung oder gar einen Kontrollverlust verursacht, führt die Sust an und erwähnt zwei Flugunfälle in der Romandie. Deshalb sei es nach einer Wartung sowie vor einem Flug wichtig, das Flugzeug nach losen Gegenständen zu überprüfen. Quelle: ‚Berner Zeitung‚.

Saisonvorbereitung beim LSV Goch

Seit Oktober sind die Segelflieger des Gocher Luftsportvereins (LSV) aufgrund schlechter Thermik gezwungen, am Boden zu bleiben. Langeweile kommt in der Saisonpause – die üblicherweise von Oktober bis März dauert – aber nicht auf. Denn die Flugzeuge, in denen die rund 50 Schüler der Jugendabteilung das Fliegen lernen, müssen aufbereitet werden. An den flugfreien Wochenenden treffen sich deswegen Schüler und Lehrer der Jugendabteilung in den Hallen des LSV, putzen, polieren und warten die Flieger, die ab März wieder in Asperden abheben sollen. „Sechs Segelflugzeuge stehen uns für die Ausbildung und später zum Alleinflug zur Verfügung“, sagt Steffi Blenkers, Segelflugreferentin und Vorstandsmitglied des Vereins. Ihre ersten Erfahrungen sammeln die Schüler in der ASK 21. Zwei Personen passen in das Flugzeug, vorne sitzt der Flugschüler, hinten der Lehrer. Nach der ersten praktischen Prüfung folgt der Umstieg auf die ASK 23, in der die Schüler ohne Fluglehrer an Bord unterwegs sind. Mehrere praktische und theoretische Prüfungen muss ein Flugschüler ablegen, bevor er für die Abschlussprüfung zugelassen wird. Dort fliegt er dann in Begleitung eines unabhängigen Prüfers, der wie beim Pkw-Führerschein darüber entscheidet, ob die Lizenz erteilt wird. Einer der Schüler, die sich derzeit auf die Prüfung vorbereiten, ist Tim Woudenberg. Seit knapp zwei Jahren ist der 16-Jährige Mitglied des Vereins. Beim Pfingstfest des LSV fing Tim Begeisterung für Segelflugzeuge, wenig später meldete er sich in Asperden als Mitglied an. Aufgesogen hat er die Materie seitdem, will in diesem Jahr seinen Segelflugschein erwerben. Dafür kommt er an jedem Wochenende zum LSV-Flugplatz, auch im Winter, wenn er nicht fliegen kann. Denn zu Praxis und Wartung der Flugzeuge gehört auch die Theorie: Diese wird regelmäßig im Schulungsraum des Vereins von verschiedenen Lehrern vermittelt. Luftfahrzeugkunde steht da auf dem Programm, Meteorologie, Navigation oder Luftrecht beispielsweise. Tim hört zu, nicht nur für die Segelprüfung, sondern auch für das berufliche Ziel: Pilot. Quelle: ‚RP online‚.

Polieren gehört auch dazu

Spätestens Anfang März haben einige Einsitzer ihre Jahresabnahme, die nach bestimmten Kriterien erfolgt. Abgenommen werden die Segelflugzeuge von speziell ausgebildeten Flugzeugprüfern. Verantwortliche Arbeiten dürfen nur Mitglieder der Fliegergruppe ausführen, die an technischen Lehrgängen des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV) teilgenommen haben. Dazu hat der BWLV vor drei Jahren eine neue technische Betriebs- und Werkstatthalle auf dem Klippeneck (Landkreis Tuttlingen) erstellt. Dort werden nun alle technischen Lehrgänge des Verbands veranstaltet. Flugzeugwarte, Werkstattleiter und Motorenwarte werden dort in teils mehrwöchigen Lehrgängen mit der Materie vertraut gemacht. Neben der praktischen Arbeit wird auch großer Wert auf theoretisches Fachwissen gelegt. Nach dem erfolgreichen Ablegen der Prüfung dürfen dann spezielle Wartungen an den Flugzeugen ausgeführt werden. Größere Reparaturen dürfen aber nur von zugelassenen luftfahrttechnischen Betrieben vorgenommen werden. Von größeren Schäden blieb die FG Freudenstadt zum Glück verschont. So werden in diesem Winter überwiegend Lackschäden ausgebessert, die Bespannung erneuert und Schleppkupplungen sowie Instrumente zur Wartung ausgebaut und zu den Fachfirmen geschickt. Hunderte ehrenamtliche Arbeitsstunden werden bis Anfang März erbracht. Quelle: ‚Schwarzwälder Bote‚.

Ohne Winterarbeit keine Flüge

Im Sommer und vor allem bei schönem Wetter sieht man sie in ihren „fliegenden Kisten“ kreisen, auf dem Platz ist reger Flugbetrieb. Doch was machen eigentlich die Reiselfinger Segelflugpiloten im Winter? Der Frage ging die Badische Zeitung einmal nach und stellte fest: Ohne Winterarbeit kein Sommervergnügen! Der Platz sieht verwaist aus, nur zwei Spaziergänger schlendern am Samstag auf dem Segelflug-Lehrpfad. In der beheizten Werkstatt der Segelflieger dagegen herrscht Hochbetrieb: Es wird geschraubt, geschliffen, poliert und lackiert. Die beiden Werkstattleiter Rudolf Baderschneider und Bernd Schulz erklären geduldig technische Details und ihre Tücken, die es zu kontrollieren gilt. Zehn von 35 Aktiven, darunter Hellen Halbig als einzige Frau, sind an diesem Samstag im Arbeitseinsatz. „Sämtliche Flugzeuge werden einer Grundreinigung unterzogen und auf Lack und Verschleißteile geprüft“, sagt Vereinsvorsitzender Markus Halbig. Und das sind in Reiselfingen fünf Segelflugzeuge und ein Ultraleichtflugzeug. Neuralgische Stellen werden ganz genau kontrolliert und eventuell instandgesetzt oder erneuert. Dafür wurden die Tragflächen der Flugzeuge demontiert, so dass zwei Flieger nebeneinander in der vereinseigenen Werkstatt unter die Fittiche genommen werden können. Jedes Flugzeug, das zu Ausbildung genutzt wird, muss einmal im Jahr einem Verbandsprüfer vorgeführt werden. „Das sind bei uns alle Flugzeuge“, sagt Halbig. Der Prüfer schaut, ob alles wieder fachgerecht zusammen gebaut wurde, und ob der Flieger hundertprozentig flugsicher ist. Erst wenn er sein OK gibt, ist das Sportgerät einsatzbereit. Quelle: ‚Badische-Zeitung.de‚.

LSC Hochtaunus wappnet sich für neue Saison

Winterzeit ist Werkstattzeit beim Luftsportclub Bad Homburg (LSC) – dann werden vor allem die Segel- und Motorflugzeuge repariert, gewartet und auf die jährlich stattfindenden offiziellen Nachprüfungen vorbereitet. Das ist, wie die gesamte Fliegerei, Teamarbeit: Beim LSC gibt es keine bezahlten Kräfte. Das Verhältnis eines Piloten zu seinem Flugzeug ist aber auch sehr viel enger als beispielsweise jenes eines Autofahrers zu seinem Fahrzeug. „Man kann bei einem Problem in der Luft nicht einfach rechts ranfahren, anhalten und nachschauen. Mehr im Bericht des ‚Usinger-Anzeigers‘.