Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat ihren Abschlussbericht zum Unfall einer Piper PA-46-350P (Jetprop) vom 10. Oktober 2020 bei Dauchingen veröffentlicht. Der Pilot blieb dabei leicht verletzt, das Flugzeug erlitt jedoch einen Totalschaden.
Der Unfallflug begann in Rottweil-Zepfenhan mit dem Ziel Lugano. Während des Steigflugs unter Instrumentenflugbedingungen (IMC) leuchtete auf Flugfläche 70 kurzzeitig die Warnlampe für den Treibstofffilter-Bypass auf. Etwa eine Minute später fiel das Triebwerk (PT6A-35) aus und der Treibstoffdruck sank auf null. Der Pilot versuchte zweimal erfolglos, das Triebwerk neu zu starten.

Nachdem ein Anflug auf den Flugplatz Schwenningen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der geringen Höhe verworfen wurde, entschied sich der Pilot für eine Notlandung auf einem Feld. Das Flugzeug setzte kurz vor der anvisierten Wiese auf weichem Ackerboden auf. Dabei brach das Fahrwerk zusammen und die linke Tragfläche riss ab.


Die Untersuchung ergab, dass der Treibstofffilter stark mit einer bräunlich-schwarzen Substanz verunreinigt war. Auch im Header-Tank (Sammeltank) befanden sich grosse Mengen an Wasser und Mikroorganismen (Bakterien und Pilze). Das Triebwerk selbst wies keine mechanischen Schäden auf, die den Ausfall vor dem Aufprall erklären könnten.
Gemäss BFU wurde das Problem durch unzureichende Wartung und mangelhafte Vorflugkontrollen begünstigt. Der Header-Tank wurde nicht regelmässig oder nicht korrekt drainiert, wodurch sich Wasser ansammeln und Mikroorganismen vermehren konnten. Bereits zwei Tage vor dem Unfallflug hatte die Filter-Warnlampe aufgeleuchtet. Bei der anschliessenden Überprüfung durch einen Instandhaltungsbetrieb wurde der Filter zwar gereinigt, die Ursache der Verunreinigung jedoch nicht behoben.
Die BFU schliesst, dass der Triebwerksausfall höchstwahrscheinlich durch Wasser und mikrobiologische Verunreinigungen im Treibstoff verursacht wurde. Die Notlandung auf dem ungeeigneten Acker führte schliesslich zur Zerstörung des Flugzeugs. Der Bericht betont die Wichtigkeit der korrekten Drainierung gemäss Vorflugkontrolle sowie einer zielgerichteten Fehlersuche bei Wartungsarbeiten.

