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Hugo Junkers – mit Wellblech zum Ruhm

Am 12. Dezember 1915 hob erstmals ein Flugzeug ab, das vollständig aus Metall gebaut war: Die J1 von Hugo Junkers. Es folgten Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und erste Passagiermaschinen mit Kabinen – und dann die berühmte „Tante Ju“. Junkers kam am 3. Februar 1859 als Sohn eines Webereibesitzers im nordrhein-westfälischen Rheydt zur Welt. Genau 76 Jahre später, am 3. Februar 1935, starb er im bayerischen Gauting, von den Nationalsozialisten enteignet und gedemütigt. Dazwischen liegt eine fulminante Ingenieurs-Karriere: Bis zu seiner Enteignung durch die Nazis gründete Junkers rund vierzig verschiedene Betriebe und meldete zahllose Erfindungen beim Patentamt an. Darunter waren neben Gasbadeöfen und Metallmöbeln auch zahlreiche Flugzeugmodelle.

Die J1 – das erste Flugzeug ganz aus Metall
1915 entwickelte Junkers das weltweit erste Flugzeug ganz aus Metall: die J1. Am 12. Dezember 2015 hob die J1 zu ihrem Erstflug ab, vom Flugplatz Döberitz in der Nähe Berlins. Drei weitere Testflüge folgten im Jahr 2016. Danach hieß Hugo Junkers als Entwickler des ersten Ganzmetallflugzeugs er bei Fachleuten nur noch „der Mann, der Wellblech fliegen ließ“.

Der Nachfolger mit der Werksbezeichnung J4, entwickelt im Jahr 1916, wurde als J.1 im Jahr darauf das erste in Serie hergestellte Ganzmetallflugzeug. Rund 200 Maschinen der J.1 wurden gebaut und als Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg eingesetzt. 1919 verließ das erste Ganzmetall-Kabinen-Verkehrsflugzeug, die F13, das Dessauer Junkers Flugzeugwerk. Der Tiefdecker aus Duraluminium bot Platz für zwei Piloten und bis zu vier Passagiere und gilt als Vorfahre des Verkehrsflugzeugs. Großer Vorteil: Die Passagiere hatten endlich Kabinen und mussten nicht mehr in warmen Decken eingehüllt in offenen Flugzeugen reisen. Ihren Erstflug absolvierte die F13 am 25. Juni 1919. In den frühen 20er Jahren bewältigten die „F13“-Modelle zeitweilig bis zu siebzig Prozent des europäischen Luftverkehrs. Junkers ließ sie in Serie produzieren.

Junkers Maschinen flogen weltweit
Als die Fluggesellschaft Junkers-Luftverkehrs-AG 1926 mit der Deutschen Aero Lloyd zur Deutschen Luft-Hansa AG fusionierte, bestand fast die Hälfte ihrer Flotte aus Junkers-Typen. Seine Flugzeuge flogen auch für Gesellschaften im europäischen Ausland, in Asien, Südafrika, Australien, Kanada und den USA.

Erfolgreichstes Flugzeug der 1930er-Jahre: „Tante Ju“
Aus der F13 entstand eine ganze Familie erfolgreicher Flugzeuge bis hin zur legendären Ju 52, der berühmten „Tante Ju“, die die Lufthansa und viele internationale Luftverkehrsgesellschaften einsetzten. Die Ju 52 gilt als erfolgreichstes Verkehrsflugzeug der 30er-Jahre: Insgesamt wurden weit mehr als 4.000 Maschinen des Typs gebaut. Dass die Nationalsozialisten das Modell später mit der Legion Condor als Bomber im Spanischen Bürgerkrieg und in den 40er-Jahren als Kriegsinstrument missbrauchten, musste Junkers nicht mehr erleben. Für kriegerische Zwecke hatte er die Flieger nicht gebaut.

Nazis enteigneten Junkers
Die Nazis enteigneten den Industriellen kurz vor seinem Tod am 3. Februar 1935. Junkers, der in der Weimarer Republik zahlreiche liberale Freunde hatte, war ihnen immer zu pazifistisch gewesen. Nach der „Machtergreifung“ 1933 stand er den Aufrüstungsplänen der Nationalsozialisten im Wege. Sie stellten ihn in einem Geheimverfahren vorübergehend unter Hausarrest. Seine Firmen durfte er nicht mehr betreten; kurz darauf starb er.

Flugzeug- und Möbelbauer
Über 30.000 Maschinen verschiedenster Typen verließen bis 1945 die Junkers-Werke. Doch Junkers war mehr als „nur“ Flugzeugbauer. Die Metallbauweise für Flugzeuge wandte er zum Beispiel auch für Möbel und Häuser an. Der Industrielle hatte enge Verbindungen zum Bauhaus-Gründer Walter Gropius, der 1925 mit dem Bauhaus von Weimar nach Dessau umgezogen war. In Junkers Fabriken wurden viele dort entworfene Stahlmöbel gebaut.

Dank Junkers: Warmwasser für alle
Junkers Name ziert aber auch profanere Metallgegenstände: Noch heute findet man ihn auf Thermen, Heizungen und Wärmepumpen. Der Ingenieur hatte 1895 in Dessau sein erstes Unternehmen gegründet, in dem später auch der berühmte Junkers-Gasbadeofen produziert wurde. Seine „Volkstherme“ war vor allem bei der einfachen Bevölkerung beliebt, die nun auch endlich in den Genuss von warmem Leitungswasser kam. Quelle: ‚br Wissen‚.

Junkers Ju52 nun in Paderborn

Fünf Schwertransporte bringen die legendäre Junkers Ju52 der Lufthansa in einen neuen Flughafen. Aber den Flugbetrieb wird sich nicht mehr aufnehmen. Es war zwar nicht auf dem Luftweg, sondern zerlegt in Rumpf, Tragflächen und Leitwerk auf Tiefladern, aber nun ist sie von einer Halle in Bremen ins neue Zuhause in Paderborn umgezogen: die legendäre Junkers Ju52 “D-AQUI” der Lufthansa Berlin Stiftung.

In aller Frühe, um dem Verkehr auf den Straßen aus dem Weg zu gehen, setzte sich ein Konvoi aus fünf Schwertransportern der in Anröchte beheimateten KTL Transporte GmbH in Bewegung. Auf ihnen wurde der gut ein Jahr lang in Bremen eingelagerte historische Airliner mit 18 Metern Länge und 29 Metern Spannweite zum Paderborn-Lippstadt Airport transportiert. Noch am Samstagnachmittag konnte die zerlegte Junkers ins neue Zuhause gerollt werden. Das ist der gläserne Hangar des “Quax-Verein zur Förderung von historischem Fluggerät” am Flughafen Paderborn.

Flugbetrieb 2019 eingestellt
Bereits 1936 gebaut flog die legendäre Dreimotorige seit 1986 mehr als 250.000 Rundfluggäste über Deutschland. Die Lufthansa gab allerdings im April 2019 überraschend bekannt, dass der Oldtimer ins Museum kommt. Bereits ab der Mitte der Flugsaison 2015 war die Junkers für längere Zeit wegen eines Holmbruchs gegroundet gewesen. Dieser musste aufwendig repariert werden. 2018 hob der Oldie mit 16 Passagierplätzen wieder ab, der bis zur Ausmusterung mehr als 11.000 Flugstunden für die Lufthansa Berlin Stiftung absolvierte. Mutmaßlich beeinflusst vom Absturz der schweizerischen Ju52 im August 2018 in den Alpen mit 20 Todesopfern entschloss sich die Lufthansa aber 2019, ihren bislang üblichen finanziellen Zuschuss zum Betrieb der Maschine an die Stiftung einzustellen. Damit war der Flugbetrieb der Ju52 nicht mehr möglich. Der zerlegte Oldtimer war bis jetzt in einer Halle in Bremen eingelagert.

Beim Quax-Verein in Paderborn wird zunächst der Rumpf der berühmten Junkers mit dem historischen Kennzeichen D-AQUI im Technikhangar für Besucher ausgestellt. Im Laufe der kommenden Monate soll die Ju dann aber auch wieder komplett montiert werden. Zudem strebt der Verein an, die Ju52 zumindest rollfähig und ihre Motoren betriebsbereit zu halten. Die Maschine ist aber nur an den Quax-Verein ausgeliehen, Eigentümerin bleibt die Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung. Die Quax-Vereinsmitglieder betreiben an mehreren Flugplätzen in Deutschland zahlreiche Oldtimerflugzeuge und gehen regelmäßig mit ihnen in die Luft. Die Ju52 wird aber nicht mehr fliegen. Quelle: ‚Weser-Kurier‘.

Organisatorische Anpassungen bei Ju-Air

Der Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL), zu dem die JU-AIR gehört, hat eine ihrer JU-52 an die Junkers Flugzeugwerke AG abgegeben. Diese wird das Flugzeug grundüberholen und danach wieder der JU-AIR zur Verfügung stellen. Die JU-AIR hat im Hinblick auf die Wiederinbetriebnahme der JU-52 ihre Organisation verändert und die Wartungsabteilung 2019 an die Junkers Flugzeugwerke AG ausgelagert. Diese hat mit der Grundüberholung der JU-52 „HB-HOS“ begonnen und übernimmt das Flugzeug nun auch in ihr Eigentum. Die für Sommer 2021 vorgesehene Wiederinbetriebnahme des Flugzeuges wird nun nicht vor 2022 erwartet. Sollte die „HB-HOS“ irgendwann nicht mehr fliegen dürfen oder können, dann wird sie im Flieger Flab Museum in Dübendorf ausgestellt werden. Die zweite JU-52 mit der Immatrikulation „HB-HOP“ bleibt im Eigentum der Eidgenossenschaft. Der VFL bereitet das Flugzeug derzeit für die Ausstellung im Flieger Flab Museum Dübendorf auf, wo es ab Frühjahr 2021 zu sehen sein wird. Das dritte Flugzeug in der Flotte der JU-AIR, die Casa 352 „HB-HOY“, gehört dem Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V. im deutschen Mönchengladbach und ist dort ausgestellt. Im Verlauf der vergangenen Monate hat sich gezeigt, dass im AIR FORCE CENTER Dübendorf zu wenig Platz für den umfangreichen Veranstaltungsbetrieb und die gleichzeitige Grundüberholung der historischen Flugzeuge ist. Die Junkers Flugzeugwerke werden das AIR FORCE CENTER und den Flugplatz Dübendorf deshalb per Ende Juli 2020 verlassen und die Grundüberholung der „HB-HOS“ an einem neuen Standort zu Ende führen. JU-AIR CEO Kurt Waldmeier hat seine Aufgaben bei den Junkers Flugzeugwerken nach der Aufbauphase beendet. Er konzentriert sich auf die Neuausrichtung der JU-AIR und den Betrieb des AIR FORCE CENTER Dübendorf. Quelle: ‚FlugRevue‚.

Oldie-Flieger kommen ins Lager

Die Lufthansa lagert zwei historisch bedeutsame Flugzeuge in Bremen ein. Eine Junkers Ju-52 und eine Lockheed Super Star. So hat es der Vorstand beschlossen. Für Liebhaber historischer Flugzeuge ist es eine schmerzliche Nachricht: Zwei Oldtimer der Lufthansa, eine Junkers Ju-52 – liebevoll „Tante Ju“ genannt – und eine teilrestaurierte Lockheed Super Star, die Ende der 1950er Jahre zwischen Deutschland und Nordamerika verkehrte, werden wohl nie mehr abheben. Sie sollen in Bremen eingelagert werden. Das habe der Vorstand beschlossen, wie Lufthansa am Freitag mitteilte. Später sollen sie in ein Museum gelangen. Welches lässt der Konzern offen. Lufthansa will das Votum als Bekenntnis zur Traditionspflege verstanden wissen: „Die Entscheidung zeigt, dass das Unternehmen dem historischen Wert der beiden Flugzeuge eine sehr hohe Bedeutung einräumt.“ Als Lufthansa zu Jahresbeginn erklärte, den defizitären Flugbetrieb der Ju-52 nicht mehr finanziell zu unterstützen, hatte es einen Aufschrei in der Szene der Flugnostalgiker gegeben. In der Luft waren die Flugzeuge zuletzt sowieso nicht. Die Ju-52 war noch im August 2018 abgehoben, damals rechnete keiner der Unterstützer damit, dass es der letzte Flug gewesen sein könnte. Doch der Instandhaltungsbedarf war hoch. Nach dem Absturz einer Ju-52 in der Schweiz gab es intern wohl auch die Sorge, dass mit einem teuren Geschäft ein Risiko verbunden sei. Der Super-Star-Flieger ist für den Konzern ohnehin zur teuren Angelegenheit geworden. Er wurde aus Altteilen zusammengesetzt und sollte eines Tages mit moderner Technik starten. Weil die Kosten hochschnellten, Schätzungen zufolge auf mehr als 100 Millionen Euro, hatte der Konzern schon die Reißleine gezogen. Die nächste Reise treten Rumpf und Flügel per Schiff an, das sie aus Auburn in den Vereinigten Staaten nach Bremen bringt, wo sie am 5. Oktober ankommen sollen. Quelle: ‚FAZ‚.

Aus für „Tante Ju“ in Salzburg

Die bei vielen Passagieren beliebten Stadtrundflüge mit dem mehr als 80 Jahre alten Oldtimer-Flugzeug „Tante Ju“ werden eingestellt. Das bedeutet auch das Aus für die Nostalgieflüge am Salzburger Flughafen. Die offizielle Begründung seitens der Lufthansa ist der hohe finanzielle Aufwand – aus wirtschaftlicher Sicht sei die Fortführung nicht mehr haltbar. Es wird daher nach einer alternativen Verwendung der „Tante Ju“ gesucht, berichten mehrere deutsche Medien übereinstimmend. Nach dem Absturz einer baugleichen Maschine im letzten Jahr in der Schweiz blieb auch die „Tante Ju“ in Salzburg auf dem Boden. Bis dato fand aus Sicherheitsgründen auch kein Rundflug mehr statt. Quelle: Salzburg24.at.