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Hier fliegt der Bär

Das Wort „Cub“ bedeutet im amerikanischen Sprachgebrauch Bärenkind. Warum allerdings das Flugzeug zu diesem Namen kam, ist nicht genau zu klären. Die Piper Cub, das fliegende Bärchen des Flugzeugbauers, hat auf jeden Fall eine weltweite Fangemeinde. Entstanden in seiner Urform Anfang der 1930er Jahre, wurde das Konzept des Hochdeckers im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert. Zudem ist die Cub ein STOL-Flieger. Das steht für Short Take-off and Landing und bedeutet Kurzstart- und Landefähigkeit. Nicht mal 100 Meter brauchen die meisten Maschinen beim 34. Piper-Treffen auf dem baden-württembergischen Flugplatz Tannheim zum Abheben, Landen geht noch kürzer. Die Cub ist universell einsetzbar. Sie fliegt mit normalen Rädern von Gras- oder Asphaltpisten, auf Schwimmern vom Wasser, mit Kufen auf Schnee sowie mit überdimensionierten Ballonreifen als Buschflieger in der Wildnis. Anders als bei den meisten Flugzeugen sitzen die beiden Insassen nicht nebeneinander, sondern hintereinander. So hat der Pilot perfekte Sicht nach allen Seiten. Gleichzeitig ist die Cub auf Wunsch ein fliegendes Cabrio. Während des Flugs ist es möglich, die zweigeteilte Einstiegstür aufzuklappen. Dann kommen zwar nicht von oben, aber zumindest von der Seite Licht und Luft ins Cockpit. Gratis dazu gibt es einen ungestörten Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Nur für hohe Geschwindigkeiten ist eine Cub ungeeignet. Bei Triebwerken von 40 PS zu Beginn der Baureihe J-3 im Jahr 1938 und maximal 150 PS der PA 18-Versionen ab 1954 ist gemütliches Reisen zwischen 130 und 180 km/h drin. Aber beim Cub-Fliegen ist ohnehin der Weg das Ziel. Kurioserweise sitzt der Pilot bei den frühen J-3-Versionen hinter seinem Passagier und muss ihm deshalb im Flug über die Schulter schauen. Das liegt daran, dass der Tank damals vorn im Rumpf eingebaut war und der Schwerpunkt der Maschine sonst nicht gepasst hätte. In den späteren PA-18-Varianten durfte der Pilot hingegen auf dem vorderen Sitz Platz nehmen und den Mitflieger hinter sich lassen, weil der Tank in die Fläche wanderte und die Maschine dadurch wieder im Lot war. Quelle: ‚Jürgen Schelling in der FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung‚.

Evitas Staatsmaschine fliegt wieder

Der Fieseler Fi 156, wegen der langen Fahrwerksbeine besser bekannt unter dem Namen Storch, ist wegen seiner Kurzstart- und Landeeigenschaften nicht nur in der Schweiz legendär. 50 Meter reichen oft zum Abheben, manchmal schon 20 zum Aufsetzen. Zudem kann der Dreisitzer unglaublich langsam fliegen. Selbst bei lediglich 50 Kilometern pro Stunde hält er sich noch in der Luft. Hat es genügend Gegenwind, steht er wie ein Helikopter am Himmel. Das erreicht er durch ein Profil mit hohem Auftrieb und sogenannte feste Vorflügel auf der Tragfläche, die über die komplette Spannweite von rund 14 Metern reichen. Mitte November stehen gleich fünf dieser Oldtimer frisch aus dem Fachbetrieb Royal Star im polnischen Krosno zur Vorbereitung der HB-Zulassung bereit. In jeder Restaurierung stecken einige tausend geleistete Arbeitsstunden durch die osteuropäischen Flugzeugbauer. Alle Klassiker sollen nach der Zertifizierung durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt bereits 2020 in der Schweiz fliegen. Der Verein Freunde des Fieseler Storch aus Oetwil am See als Initiator der Restaurierung hat sich zum Ziel gesetzt, mehrere Fieseler Störche auf Schweizer Luftfahrtveranstaltungen vorzufliegen. Warum er das macht? Er will, dass diese technisch herausragenden Flugzeuge mit grosser eidgenössischer Aviatiktradition wieder flugtauglich und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Denn zwischen 1940 und 1963 leisteten mehrere Fieseler Störche Dienst bei der Fliegertruppe als Verbindungs-, Beobachtungs- oder Sanitätsflugzeuge. Deshalb sollen die Klassiker an Flugtagen, Meetings und anderen Luftfahrtveranstaltungen in der Schweiz teilnehmen. Auch wenn die fünf wieder aufgebauten Oldtimer durch ihre originalgetreue Militärlackierung aus den 1940er Jahren fast gleich aussehen, unterscheiden sie sich in der Technik teilweise deutlich. Denn mehr als ein Viertel aller fast 2900 gebauten Störche wurden im und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht bei den deutschen Fieseler-Werken in Kassel, sondern ab 1943 vom französischen Flugzeugbauer Morane-Saulnier produziert. Nach 1945 entstanden diese Störche der Baureihen MS-500 bis MS-506 mit französischen oder amerikanischen Sternmotoren anstelle des deutschen V8 noch bis in die 1960er Jahre. Quelle: Jürgen Schelling in der ‚NZZ, Neue Zürcher Zeitung

Das fliegende Bärchen

Vor rund 80 Jahren entstand die Piper Cub, ein fliegender Oldtimer mit Kultstatus. In der Schweiz hat der Klassiker eine riesige Fangemeinde. Entstanden in seiner Urform ist das Flugzeug bereits Anfang der 1930er Jahre. Ab 1938 liefen die ersten Piper J-3C vom Band. Sie hatten vorwiegend Vierzylinder-Boxermotoren, deren Zylinder frei im Fahrtwind standen und so gut gekühlt wurden. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde das Konzept des zweisitzigen Hochdeckers aber immer weiter verfeinert und verbessert. Zudem ist die Cub ein sogenannter STOL-Flieger. Das ist die Abkürzung für Short Take-off and Landing und bedeutet Kurzstart- und landefähigkeit. Nicht mal 100 Meter brauchen die meisten Maschinen zum Abheben, das Landen geht noch kürzer. Die Cub ist ausserdem universell einsetzbar. Sie fliegt in der Schweiz mit normalen Rädern von Pisten oder auf Schwimmern etwa vom Vierwaldstädter- oder Zürichsee aus. Mit Skikufen geht es auf Schnee oder beispielsweise dem oft erwähnten Hüfi-Gletscher. Zudem eignet sich die Cub gut zum Hochschleppen von Segelflugzeugen. Anders als bei den meisten Flugzeugen sitzen die beiden Insassen nicht nebeneinander, sondern hintereinander. So hat der Pilot perfekte Sicht nach allen Seiten. Gleichzeitig ist die Cub auf Wunsch auch ein fliegendes Cabrio. Denn während des Flugs ist es möglich, die zweigeteilte Einstiegstüre aufzuklappen. Dann kommt zwar nicht von oben, aber zumindest von der Seite jede Menge Licht und Luft ins Cockpit. Gratis dazu gibt es einen ungestörten Blick nach unten auf die vorbeiziehende Landschaft. Quelle: ‚NZZ‚.