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Stendal: Flugplatz droht der Absturz

Dem Flugplatz Stendal-Borstel fehlen Einnahmen. Um eine Insolvenz zu verhindern, würden die Gesellschafter 93.000 Euro zuschießen. Im nächsten Monat sollte die Segelflug-Weltmeisterschaft auf dem Borsteler Flugplatz stattfinden – abgesagt. Veranstaltungen wie das VW-Treffen und das Ostercruisen, Trödelmärkte, Fliegerlager, Fahrzeug-Sicherheitstraining – alles abgesagt. Etwa 90 Prozent des sonstigen sehr regen Flugverkehrs sind weggebrochen, die Flugschulen mussten vorübergehend schließen. Die Folge: Das aus der Vermietung des Areals, den Start-/Landegebühren sowie dem Treibstoffverkauf eingeplante Geld fehlt.

Der Betrieb geht aber weiter, denn der Stendaler Flugplatz ist der einzige Verkehrslandeplatz im Norden Sachsen-Anhalts und im Landesluftfahrtkonzept als bedeutsamer Standort für die Infrastruktur festgeschrieben. Das bedeutet: Es müssen verlässliche tägliche Betriebszeiten gewährleistet werden. Im Sommer sind es zehn Stunden von 7 bis 17 Uhr, im Winter von 8 Uhr bis zum Einsetzen der Dunkelheit. Darum sei es nicht machbar gewesen, für die Mitarbeiter – statistisch sind es 3,8 Stellen – Kurzarbeit einzuführen, erklärte Geschäftsführer Matthias Jahn am Donnerstag den Mitgliedern des Finanz- und Haushaltsausschusses. Denn die mussten ihr Votum dafür abgeben, ob der Landkreis Stendal als Gesellschafter seinen Anteil an den zusätzlichen Mehrkosten übernimmt. Der Finanzausschuss stimmte zu, in der kommenden Woche hat der Kreisausschuss das letzte Wort.

Nach jetziger Schätzung sind es zusammen 93.000 Euro, die als zusätzliches Minus anfallen könnten. Zusätzlich, denn der Betrieb des Stendaler Flugplatzes ist schon immer ein Zuschussgeschäft. „Seit 2005 ist die Gesellschaft aber immer mit dem geplanten Fehlbetrag ausgekommen“, erklärte Matthias Jahn. Die Jahre 2018 und 2019 seien wirtschaftlich sogar so gut gewesen, dass Geld zurückgelegt werden konnte. Für dieses Jahr ist für den Flugplatz Stendal-Borstel ein Zuschuss von 118.000 Euro eingeplant – doch dabei dürfte es nicht bleiben.

Im April erarbeitete Matthias Jahn eine Finanzplanung für ein Szenario, das im schlimmsten Fall eintreten könnte. Es beinhaltet, dass sich die gesamte Flugsaison nicht nennenswert erholen und die Veranstaltungssaison komplett ausfallen wird. Selbst wenn die Rücklagen aus den Vorjahren genutzt werden, blieben unter dem Strich noch die 93.000 Euro. Den Verlustausgleich müssten die Gesellschafter, wie im Vertrag vereinbart, anteilig übernehmen: der Landkreis Stendal 55 Prozent, die Hansestadt Stendal 40 Prozent und der Aero-Club Stendal fünf Prozent.

Für den Landkreis Stendal würden maximal 51 000 Euro anfallen, von denen noch 32.900 Euro abgezogen werden können. Die sind für Investitionen in Vorbereitung der Segelflug-WM eingeplant worden, aber dank der Arbeiten in den vergangenen Jahren sei der Platz so gut vorbereitet, dass keine weiteren Investitionen notwendig sind, erklärte Kämmerin Susanne Hoppe den Ausschussmitgliedern. Unter dem Strich bleiben somit 18.100 Euro, die der Landkreis aufbringen müsste.

Welche Summe am Ende tatsächlich gezahlt werden muss, ist allerdings offen. Denn die Flugplatzgesellschaft Stendal-Borstel werde weiter daran arbeiten, die Einnahmesituation zu verbessern, kündigte der Geschäftsführer an. Einige Fliegerlager seien aktuell noch geplant, zudem könnte sich der Flugverkehr wieder etwas erholen, auch wenn das sehr langsam passieren wird, sagte Matthias Jahn. Zudem werde versucht, über das Land zusätzliches Geld zu bekommen. Die langfristige Vermietung von Flächen und Gebäuden bringt auf jeden Fall Geld ein, das Autokino bescherte Mieteinnahmen. Weil die Flugplatzgesellschaft ein Unternehmen mit mehrheitlich öffentlicher Beteiligung ist, kann sie keine staatlichen Soforthilfen in Anspruch nehmen.
Ohne Zusage droht eine Insolvenz

Die Hansestadt Stendal und der Aero-Club haben bereits zugesagt, ihren Anteil zu übernehmen. Und genau darum geht es aktuell erst einmal nur: um die Zusage, dass die Gesellschafter die Lücke ausgleichen, sollte es wirklich zu dem skizzierten Ernstfall kommen. Denn nur mit dieser Versicherung, dass die Finanzierung für dieses Jahr gesichert ist, wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Jahresabschluss für 2019 testieren. Ohne die Zusage und wenn das beschriebene schlimmste Szenario eintreten sollte, wären irgendwann keine liquiden Mittel mehr da – der Geschäftsführer müsste einen Insolvenzantrag stellen. Die Zusage der Gesellschafter zur Übernahme des zusätzlichen Finanzbedarfs ist eine einmalige, die sich auf dieses Jahr beschränkt und der Corona-Situation Rechnung tragen soll. Quelle: ‚Volksstimme.de‚.

Über Borstel wird „gezachert“

Der Platz in Stendal ist super für uns geeignet“, sagt Philipp Rosner. „Uns steht ein großer Platz zur Verfügung und die Zusammenarbeit mit der Flugplatzgesellschaft und dem Aero-Club Stendal klappt hervorragend.“ Idaflieg-Präsident Kai Weber fügt hinzu: „Wir wurden wahnsinnig gut aufgenommen und fühlen uns hier sehr wohl.“ Die Münchener haben zum Sommertreffen wieder ihre Mü-31 mitgebracht, wobei das Mü für München steht und die 31 für die laufende Nummer des Prototyps. Im vorigen Jahr stellte die Aka München dieses Modell erstmals vor. Die erste Idee dafür gab es schon 1997, im Jahr 2005 wurde mit dem Bau begonnen. Der Prototyp basiert zwar auf Serien-Segelflugzeugen, aber daraus geworden ist ein Schulterdecker (veränderte Position der Tragflächen), bei dem der Flügel-Rumpf-Übergang optimiert worden ist. Das Ziel: den Strömungswiderstand zu verringern. „Man hält sich besser oben“, beschreibt es der Maschinenbau-Student für den Laien. „Wir sind jetzt in der Flug­erprobung, um die Zulassung zu erreichen.“ Die Mü-31 absolviert während des Sommertreffen nicht nur Flugleistungsvermessungen, sondern auch die Tests zur Flugeigenschaftsermittlung. Die Fachleute sprechen vom „Zachern“, denn Hans Zacher hat maßgeblich das Programm zur Flugeigenschaftsvermessung mitentwickelt. Quelle: ‚Volksstimme.de‘.

Segelfliegen für die Wissenschaft

Das, was in den nächsten drei Wochen auf dem Stendaler Flugplatz passieren wird, fasst Idaflieg-Präsident Kai Weber ganz kurz mit den zwei Worten „wissenschaftliches Fliegen“ zusammen. Es geht um Flugzeuge und es geht darum, wie Wissenschaftler diese optimieren können, oder um ganz neue Modelle. Denn in Deutschland gibt es zehn akademische Fliegergruppen, die sich kurz Aka­flieg nennen und die an einer Universität oder Hochschule ansässig sind. „In unseren Vereinen werden Flugzeugprototypen gebaut, erforscht und erprobt“, erklärt Kai Weber. Das passiere in der Regel nicht als Studieninhalt, sondern in der Freizeit, „aus Begeisterung“. Der Student könne in seiner Akaflieg-Zeit lernen, wie man ein Flugzeug entwickelt und baut, und meist sogar noch einen Flugschein machen. Quelle: ‚Volksstimme.de‚.

Geglückte Generalprobe für Segelflug WM 2020

Über 550 Starts und mehr als 170’000 geflogene Kilometer: Der Flugplatz Stendal-Borstel (EDOV) war vom 8.-19. Juli 2019 Austragungsort der Deutschen Segelflug-Meisterschaften 2019 in der Offenen und Doppelsitzer-Klasse. Gleichzeitig bot dieser Wettbewerb internationalen Gästen die Möglichkeit, den Veranstaltungsort und das Wettbewerbsgebiet der Segelflug-Weltmeisterschaft 2020 kennenzulernen. Hier finden Sie Eindrücke von der Generalprobe zur WM. Mehr Informationen in der Publikation des DAeC. Rangliste.

Generalprobe für die Segelflug-WM in Stendal

Eröffnet wird die Deutsche Meisterschaft am Montag, 8. Juli, dem ersten Wertungstag. Die Teilnehmer reisen aber schon früher an, denn vom 3. bis 6. Juli sind Trainingsflüge möglich, für den 6. Juli ist eine große Willkommens­party geplant und für den 7. Juli ein Pflichtbriefing für alle Starter, Helfer und Piloten der Schleppflugzeuge. Beim täglichen morgendlichen Briefing – in diesem Jahr wegen der ausländischen Teilnehmer schon in englischer Sprache – gibt es Informationen zu den Wettkampfaufgaben und zum Wetter. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt Sieghard Geyhler. Mit finanzieller Hilfe aus dem Sportstätten-Förderprogramm – Land, Landkreis und Kreissportbund haben sich beteiligt – ist das etwa 30 Hektar große Segelfluggelände saniert und zum Teil neu erstellt worden. Quelle: ‚Volksstimme‚.

Stendal: Erneuerter Tower

Nach der Reparatur von Sturmschäden ist der Tower auf dem Flugplatz Borstel wieder in Betrieb genommen worden. Eine einzige Gewitterzelle war es, die am 9. August 2018 über den Flugplatz Borstel hinwegfegte. „Ich habe mir das heute nochmal auf der Internetseite von Kachelmann angesehen, eine dunkellila Sturmböe ist da auf der Karte dargestellt“, erzählte Mattthias Jahn, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, am Dienstag. Der Sturm hatte verheerende Folgen. Das Dach wurde heruntergerissen, der Regen stürzte in den Tower und lief unten wieder heraus. Die Technik war nicht mehr zu retten. Mehr im Originalbericht der ‚Volksstimme‘.

„Rosinenbomber“ über Stendal

Wenn im Juni dieses Jahres 70 Jahre Berliner Luftbrücke gefeiert werden, dann sollen auch Stendal und sein Flugplatz zum Programm gehören. Faßberg wird einer der zentralen Orte sein, an denen mit Veranstaltungen an die Berliner Luftbrücke erinnert wird. Und es wird der Ort sein, von dem aus am 15. Juni viele historische Flugzeuge, die sogenannten Rosinenbomber, in Richtung Berlin starten. Auf ihrem Flug wollen sie Stendal passieren. Derzeit ist geplant, dass die Flug-Oldtimer in einer Formation über den Borsteler Flugplatz fliegen – im Tiefflug über die Landebahn und im Abstand von jeweils einer Minute. „Das gibt dann ein Bild, wie es damals bei der Luftbrücke war“, sagte Jörg Siebert, einer der Initiatoren und Vorstandsmitglieder des in Hamburg ansässigen „Fördervereins Luftbrücke Berlin 70“, der die Jubiläumsveranstaltungen organisiert. Mehr erfahren Sie im Originalbericht der ‚Volksstimme‘.