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Luftraum Echo: Erkenntnisse aus Umfrage

STAY SAFE.aero hat im Frühjahr 2025 eine Umfrage zum Luftraum Echo durchgeführt. Rund 1’700 VFR- und IFR-Pilotinnen und -Piloten beteiligten sich. Der Luftraum mit gemischtem Verkehr wird als herausfordernd wahrgenommen, zugleich zeigt sich ein hohes Sicherheitsbewusstsein. Gleichzeitig legt die Umfrage Wissenslücken und strukturelle Defizite offen. Ausgeprägt ist der Wunsch nach technischen Hilfsmitteln zur Verkehrs-Erkennung sowie nach einfacheren Luftraumstrukturen und klareren Regeln.

IFR und VFR im selben Luftraum
Die Auswertung zeigt Defizite im Verständnis von Definition, Regeln und Dienst-Leistungen im Luftraum Echo – bei VFR wie IFR. Zwar ist „see and avoid“ breit akzeptiert, bei IFR-Pilotinnen und -Piloten zeigt sich jedoch teils eine zu starke Abhängigkeit von ATC, insbesondere im Gebirge. Konsens besteht darin, dass elektronische Sichtbarkeit für alle Luftfahrzeuge erforderlich ist.

Ausbildung: Theorie vorhanden, Praxis ausbaufähig
Als Risiken nennen die Teilnehmenden u. a. nicht elektronisch sichtbare tieffliegende Militärflugzeuge, lückenhafte Funk- und Radarabdeckung, schwer erkennbare Segel-Flugzeuge sowie Drohnen. In der Ausbildung wird vor allem die praktische Anwendung bemängelt – etwa im Zusammenspiel mit ATC oder beim Einsatz moderner Verkehrs-Erkennung. Viele empfinden den Schweizer Luftraum als komplex und erwarten mit wachsendem Drohnenverkehr zusätzliche Herausforderungen.

Schlüssel zur Sicherheit
Das Fazit von staysafe.aero ist eindeutig: „See and avoid“ bleibt grundlegend. Ergänzend sind verpflichtende i-Conspicuity, regelmässiges Recurrent Training und die ständige Auffrischung von Luftraumwissen zentrale Hebel für mehr Sicherheit im Luftraum Echo.

Ausblick
Die Ergebnisse fliessen 2026 als Schwerpunkt in die Safety Promotion von staysafe.aero ein. Der Dialog mit der VFR- und IFR-Community wird gezielt gesucht – unter anderem an der AERO 2026, beim Flight Safety Dialog 2026 sowie bei Season Openers von Flugschulen und Vereinen.

Safety Report 2023

Knapp 10’000 Vorfälle bearbeitete das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) 2023. Die Meldungen dienen dazu, die Sicherheit am Boden und in der Luft stetig weiter zu entwickeln. Publiziert wird die jährliche Sicherheitsstatistik im Annual Safety Report. Der neueste Bericht ist soeben erschienen. Die gute Nachricht: 2023 gab es in der Schweiz keinen Unfall mit Todesfolgen in der kommerziellen Luftfahrt.

24% mehr gemeldete Vorfälle in der kommerziellen und der Leichtaviatik, 55% mehr GPS-Störungen, 10% mehr Konflikte mit Drohnen, mehr Laserattacken, zwei Unfälle mit insgesamt fünf Todesopfern in der Freizeitfliegerei: So die Kürzestfassung der Vorfall-Statistik 2023 in der Schweizer Zivilaviatik. Seit 2019 nehmen die Vorfalls-Meldungen zu. Die Hauptursachen: eine bessere Meldekultur; in Konflikt-Regionen mehr grossflächig gestörte GPS-Signale auf Flugzeugen; und die vermehrte Nutzung von Lasern und Drohnen.

Ein bei der Abfertigung am Boden beschädigtes Flugzeug, ein Beinahe-Zusammenstoss zweier Flugzeuge in der Luft oder auf dem Rollweg, eine Kollision mit Vögeln, Cyber-Angriffe und, und, und: Im Berichtsjahr 2023 bearbeitete das BAZL insgesamt 9’995 Vorfälle.

Kategorisieren, analysieren und daraus Massnahmen definieren: Aus den eingegangenen Meldungen identifiziert das BAZL für die fünf Risikobereiche Flugplätze, Flugsicherung, Flugbetrieb, Helikopter und Flugtechnik die wichtigsten Ursachen und beurteilt sie nach dem Schweregrad.

Die Sicherheitskultur der zivilen Luftfahrt baut auf Erfahrungen von Pilotinnen und Piloten, Fluglotsinnen und Fluglotsen sowie dem Bodenpersonal auf. Von den gemeldeten sicherheitsrelevanten Vorfällen leitet das BAZL Präventionsmassnahmen ab und erarbeitet Empfehlungen. Der Sicherheitsbereich Kollisionen hat höchste Priorität. Eine zentrale Frage: Welche Dienste und Technologien können die Sicherheit im Luftraum erhöhen und sollen kurz- und langfristig im Einsatz stehen? Zusammen mit der Aviatik-Branche erarbeitet das BAZL Lösungen.

Und: Seit mehr als 10 Jahren betreibt das BAZL die Sicherheitskampagne «Staysafe.aero» im Bereich General Aviation. Die Zielgruppe: Pilotinnen und -piloten sowie Akteure der Leichtaviatik. Über Internet – der Auftritt ist brandneu – und die sozialen Medien werden wöchentlich neue Beiträge zu aktuellen, sicherheitsrelevanten Themen veröffentlicht. Quelle: ‚BAZL‚.