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Drachenfest am Bensheimer Segelflugplatz

Wenn Kraken, Einhörner und anderes Getier am Himmel über dem Bensheimer Segelflugplatz tanzen, dann findet das Drachenfest des Familienzentrums Bensheim statt. Sehr zur Freude der vielen Kinder wehte dieses Jahr ein kräftiger Wind, der zur Freude der Eltern die Regenwolken rechtzeitig wegpustete.

Viele Familien kamen zum Drachenfest am Segelflugplatz

„Wo sind denn die Segelflieger? Die mögen doch auch Wind“, fragte ein Kind. „Das ist richtig“, antwortete Pilot Hermann Landgraf und erläuterte weiter: „Doch damit wir Segelflieger hier den Wind nutzen können, muss er aus der richtigen Richtung kommen: Nur wenn er aus Westen auf die Bergsträßer Berge bläst, können wir den entstehenden Hangwind nutzen und im Optimalfall an den Hangkanten von Darmstadt bis hinter Heidelberg hin und her entlanggleiten. Bei südlichem Wind wie heute klappt das leider nicht.“

Trotzdem hatte Landgraf als Flugbetriebsleiter sein Funkgerät griffbereit, um rechtzeitig alle informieren zu können, falls doch ein Flugzeug hätten landen wollen. Aber an diesem Nachmittag gehörte der Flugplatz (ausnahmsweise) allein den bunten Drachen und ihren herumtollenden kleinen Besitzern. Müde und glücklich zogen sie nach gut zwei Stunden wieder heimwärts, und der Wind? Der war inzwischen ebenfalls schon etwas eingeschlafen. Text: Ulrike Pawel.

Jugend-Vergleichsfliegen: Fliegen, Freunde, Feierlaune

Am frühen Samstagmorgen herrschte reges Treiben auf den Bensheimer Stadtwiesen. Segelflugzeuge mit hohem Holzanteil wurden startklar gemacht, und eine ungewöhnlich junge Pilotenmannschaft (Durchschnittsalter ca. 20 Jahre) bereitete sich auf den südhessischen Qualifikationswettbewerb im Jugendvergleichsfliegen vor. 21 junge Piloten und eine Pilotin aus Heppenheim, Vielbrunn, Langenselbold, Bad Nauheim und Gastgeber Bensheim zeigten ihr Können in Flugübungen und Ziellandungen vor einer Jury.

Kurzes Feldbriefing, im Vordergrund: Jan Schäfer – Fluglehrer AC Langenselbold und Fluglehrerin Hiltrud Garthe – Foto: S. Clermont

Gut organisiert und diszipliniert meisterten die Jugendlichen über 80 Starts in drei Durchgängen. Die Erfahrungs- und Leistungsspanne war groß: vom Anfänger kurz nach der C-Prüfung bis zum Scheininhaber. Auch wenn manches Manöver nicht perfekt verlief, blieb der Spaß im Vordergrund. Ein Teilnehmer fasste es treffend zusammen: „Fliegerisch war das bei mir heute großer Mist, aber es hat richtig Spaß gemacht und ich hab’ tolle neue Freunde kennengelernt.“

Höchste Konzentration beim Ziellanden – Foto: S. Clermont

Nach dem Wettbewerb standen Teamgeist und Feierlaune auf dem Programm. Kreative Aktionen wie der Bau einer temporären „Raumbegrenzungseinheit“ und improvisierte Spielereien mit Alltagsgegenständen sorgten für viel Gelächter und unvergessliche Momente.

v.l. Wettbewerbsleitung Andreas Weskamp, Tim Gerhardt – 2. Platz, Sieger Fabian Rode, Johannes Kläffling – 3. Platz, Lea Balzer Organisatorin, Thorben Triegel Wettbewerbsleitung sowie restliche Teilnehmer – Hintergrund

Am Sonntagmorgen fand die Siegerehrung bei entspanntem Frühstück statt. Den Sonderpreis des Kreises Bergstraße als erfolgreichster Verein gewann der AC Langenselbold. Auf dem Treppchen landeten Fabian Rode 1.Platz, Tim Gerhardt 2.Platz und Johannes Kläffling 3.Platz, aber alle Teilnehmer erhielten wertvolle Sachpreise, gespendet von Luftfahrtunternehmen und lokalen Firmen.

Team Bensheim

Die ersten neun Platzierten treffen sich nun mit ihren Teams zum Hessenentscheid in Seligenstadt-Zellhausen – mit etwas Glück winkt später sogar der Bundesentscheid in Lachen-Speyerdorf.

Bensheim – Begeisterung und glückliche Gesichter

Bei herrlichem Wetter durften wir zahlreiche Gäste auf unserem Flugplatz begrüßen. „Es war ein gelungener Tag mit vielen schönen Begegnungen und Gesprächen. Wir freuen uns, so vielen Menschen unser Segelfliegen näherbringen zu dürfen“, berichtet der 1. Vorsitzende Felix Maier.

Der Biergarten im Schatten der alten Bäume mit optimalem Blick auf den Flugbetrieb

Ein besonderes Highlight war der Besuch des Polizeihubschraubers. Groß und Klein konnten ihn aus nächster Nähe bestaunen, während die Piloten geduldig alle Fragen beantworteten. Auch befreundete Pilotinnen und Piloten aus Heppenheim, Langenselbold, Obernau und Vielbrunn kamen mit ihren Maschinen vorbei – von historischen Holzflugzeugen der 1950er bis zu modernen Elektro-Segelflugzeugen.

Auch wenn er viel Staub aufwirbelte ein gern gesehener Gast: Polizeihubschrauber IBIS

Für Kinder gab es viel zu entdecken: Im Segelflugzeug probesitzen, den großen Simulator ausprobieren oder beim beliebten „Nagelspiel“ einen Preis gewinnen. Besonders groß war die Freude bei einem Jungen, der beim Loseziehen einen Freiflug gewann.

Moderator Vincent Wilczek wusste die technischen Raffinessen der ausgestellten Flugzeuge anschaulich zu erklären.

Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, selbst mitzufliegen. „Der Start an der Seilwinde ging ratzfatz – und dann dieser Ausblick! Alles wirkt so nah: unser Haus, das Schloss…“, schwärmte ein Passagier. Auch eine ältere Dame erfüllte sich ihren Traum: „Ich wollte einmal im Leben segelfliegen. Es war wunderbar – nur viel zu kurz. Ich komme wieder!“

Eine glückliche Passagierin

Danke an alle, die da waren, geholfen, mitgeflogen und mitgefeiert haben! Es war ein rundum gelungener Tag – und wir freuen uns schon jetzt aufs nächste Mal.

Bensheimer Trainings-Camp: 400 Stunden Flugspass

Zwei Wochen lang war am Bensheimer Flugplatz Hochbetrieb: Gemeinsam mit 15 Gästen vom Luftsportverein Delmenhorst und deren sechs Segelflugzeugen absolvierte die Segelfluggruppe Bensheim über 650 Starts, rund 400 Flugstunden und beeindruckende 17’500 Streckenkilometer.

Jede Menge Spaß: Auch wenn Segelfliegen als Einzelsport gilt, braucht man immer eine Mannschaft Fotos: SFG-Bensheim

Neben intensiver Schulung – die Hälfte der Flüge waren Ausbildungsstarts – stand der Gemeinschaftsgeist im Vordergrund. „Wenn das Wetter mal nicht mitspielte, gab’s Theorieunterricht, Schwimmbad oder Spieleabend – da war der Spaß trotzdem groß“, lacht Flugschülerin Luisa Reinhardt.

Gratulationen nach dem ersten Alleinflug: In der Mitte mit dem Wiesenstrauß: Flugschüler Tim Moosmüller

Für mehrere Nachwuchspiloten brachte das Camp entscheidende Meilensteine: Tim Moosmüller (14) flog nach nur zwei Ausbildungsmonaten seinen ersten Alleinflug, ebenso wie Konstantin Scheffler. Hannah Becker gewöhnte sich an den Oldtimer Ka8, Lea Balzer und Jakob Götz schlossen mit der C-Prüfung den zweiten Ausbildungsabschnitt ab. Parallel schulten einige Piloten auf das neue Ultraleicht WT 9 und trainierten F-Schleppstarts.

Gratulation zum ersten Alleinflug: Flugschüler Konstantin Scheffler (mit Strauß) und Fluglehrer (v.l.) Klaus Schaefer, Rainer Wahlig, Sebastian Clermont und Ronny Weber

Auch sportlich setzte Bensheim ein Ausrufezeichen: Lukas Etz legte mit knapp 690 km den längsten Flug zurück, zehn weitere Flüge über 500 km folgten. Mit Platz 1 in der Regionalliga Mitte ist der Wiederaufstieg in die 2. Segelflugbundesliga in Reichweite. Beim Abschlussfest mit Grillschinken aus „Rainers Smoker“ und hausgemachten Spezialitäten wurden die Erlebnisse gefeiert – bis tief in die Nacht.

Wer Lust auf mehr Segelflug-Atmosphäre hat, sollte sich den 16./17. August 2025 merken: Dann lädt das Bensheimer Flugplatzfest zum Staunen und Mitfliegen ein.