Autor: John Good, Team USA
Mit einem weiteren traumhaften Segelflugtag ging die 40. FAI Segelflug-Weltmeisterschaft in Częstochowa-Rudniki zu Ende. Nach einer kalten und grauen Trainingswoche bescherte Polen den Teilnehmern elf fliegbare Tage in Folge und hervorragende Bedingungen bis zum Schluss.
Die Zahlen sprechen für sich: Allein am letzten Wertungstag legten die Piloten gemeinsam über 55’000 Kilometer zurück – mehr als der Erdumfang am Äquator. Die 848 Kilometer lange Aufgabe der Offenen Klasse dürfte die längste jemals bei einer Segelflug-Weltmeisterschaft ausgeschriebene Aufgabe gewesen sein.
Für das US-Team verlief der Abschlusstag jedoch äußerst unglücklich. Sean Fidler kämpfte bereits vor dem Start mit einem erneut luftverlierenden Reifen an seiner AS 33 Es. Nach dem Aufpumpen hielt dieser glücklicherweise bis zur Landung durch.
Weitaus gravierender waren die Probleme von Sarah Arnold. Ihr Ventus war während der gesamten WM von elektrischen Störungen geplagt. Vor dem Start versagten erneut die elektronischen Ballastventile und später zwang ein weiterer Defekt dazu, die gesamte Avionik über die Batterien des Eigenstartsystems zu versorgen. Das Funkgerät ließ sich nur noch auf einer einzigen Frequenz betreiben, sodass Sarah den gesamten Flug mit einem Handfunkgerät absolvieren musste.
Fliegerisch verlief zunächst alles nach Plan. Gemeinsam mit Sean nutzte sie starke Aufwinde und meisterte die anspruchsvollen polnischen Lufträume. Doch noch vor dem Abflug überstieg das Duo unbemerkt in einem schmalen Luftraumsegment die zulässige Höhenbegrenzung. Die Konsequenz war hart: Beide wurden so gewertet, als wären sie bereits am Eintrittspunkt gelandet – noch vor Beginn der eigentlichen Aufgabe.
Damit war das Pech jedoch noch nicht vorbei. Kurz vor der Landung wollte Sarah den Eigenstarter lediglich kurz ausfahren, um den Ladezustand der Batterien zu reduzieren. Statt wieder einzufahren, sprang der Motor unerwartet an und beschädigte dabei die noch geöffneten Triebwerksklappen erheblich. Trotz der Schäden gelang ihr eine sichere Landung, bevor der Propeller schließlich gestoppt werden konnte.
Sportlich sorgte der Finaltag ebenfalls für Spannung. In der 18-Meter-Klasse sicherte sich der Franzose Victor Mallick bei seiner ersten WM den Titel. Stefan Langer fiel nach einem schwierigen Schlusstag noch auf Rang drei zurück. In der 20-Meter-Klasse verteidigten Karsten Leucker und Jan Omsels den Weltmeistertitel erfolgreich. Die Offene Klasse entschied Felipe Levin denkbar knapp mit lediglich sieben Punkten Vorsprung vor Lokalmatador Sebastian Kawa für sich.
Trotz aller Rückschläge bleibt vor allem die hervorragende Organisation der Weltmeisterschaft in Erinnerung. Ob bei technischen Problemen, der Beschaffung von Ersatzmaterial oder der Suche nach verlorenen Flugzeugteilen – das Organisationsteam unterstützte die Mannschaften jederzeit engagiert und professionell. Dafür gebührt den Veranstaltern ein besonderes Lob.




