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Französische Segelflugmeisterschaft in Bailleau 2025

Die französische Segelflugmeisterschaft 2025 in Bailleau war geprägt von außergewöhnlich gutem, aber wechselhaftem Wetter, welches den Teilnehmenden hohe fliegerische und taktische Fähigkeiten abverlangte.

Bereits das Training am Samstag fand bei großer Hitze statt – ein Vorgeschmack auf eine intensive Wettbewerbs-Woche. Schon wenige Tage später folgte ein abrupter Wetterumschwung: Die Temperaturen fielen um nahezu 15 Grad, begleitet von dichter Bewölkung und feuchter Kaltluft. Die Wettbewerbsleitung reagierte mit kürzeren, technisch anspruchsvollen Aufgaben von unter 300 Kilometern, bei denen Geschwindigkeit vor Ausdauer gefragt war.

Am Mittwoch wurde der Wettbewerb angesichts des anhaltend schlechten Wetters und zur Erholung der Piloten nach drei fordernden Aufgaben ausgesetzt.

Am Donnerstag jedoch folgte der Höhepunkt der Meisterschaft: Bei strahlendem Himmel und kräftigen Aufwinden bewältigten alle Teilnehmer eine beeindruckende 427-Kilometer-Runde. Durchschnitts-Geschwindigkeiten von über 100 km/h – teils sogar knapp 120 km/h – zeugten von optimalen Bedingungen und großem fliegerischem Können.

Die Abschlussprüfung stellte die Piloten nochmals vor Herausforderungen: Mit zunehmender Feuchtigkeit musste die Streckenführung angepasst werden, um instabile Wetterzonen zu umgehen.

Insgesamt konnten sechs von sieben Wertungsflügen durchgeführt werden – eine bemerkenswerte Quote für diese Jahreszeit. Die Meisterschaft bot ideale Bedingungen zur Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe und war für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den französischen Nationalteams ein wertvoller Härtetest.

Ein besonderer Dank gilt dem Club de Bailleau, insbesondere Régis Kuntz (Wettbewerbs-Leitung), Julien Henry (Präsident des CVVE) und dem engagierten Team der Freiwilligen, die diese Veranstaltung mit großer Leidenschaft und Professionalität organisiert haben.

Die Sieger des Wettbewerbs:

  • Maximilian Seis – Association Aéronautique d’Aquitaine, JS3 (15m)
  • Philippe de Péchy & Christophe Abadie – Planeurs d’Ile-et-Vilaine & Association Aéronautique du Val d’Essonne, Arcus M (20m)
  • Victor Mallick – Aéro Club Espoir Aéronautique de Sarreguemines, JS3 (15m)

Erwähnenswert sind zudem Bastien Naud & Thibaut Marienval (CVV Chartres), die im Doppelsitzer den zweiten Platz belegten, sowie Anne Ducarouge, die als beste Frau ausgezeichnet wurde.

-> Rangliste der Meisterschaft

Pribina Cup 2025 in Nitra (SVK)

Vom 19. bis 25.April fand im slowakischen Nitra der 23. Pribina Cup 2025 in der Club-Klasse, der 15-m-Klasse und der offenen Klasse statt.

Resultate Club-Klasse:

1.Rang: Michal Lesinger (CZE), ASW 20
2.Rang: Milan Surovcík Jr. (SVK), ASW-20
3.Rang: Edmund Schuller (SVW), SW-24+W

Resultate 15m-Klasse:

1.Rang: Adam Czeladzki und Stanislaw Biela (Pol), Duo Discus XLT
2.Rang: Maximilian Goormann (BRD), Ventus 2ax
3.Rang: Tim Milner (UK), Discus 2a

Resultate Offene-Klasse:

1.Rang: Miguel Schwan und Wolfgang Janowitsch (AUT)
2.Rang: Dierschke & Lippert, (BRD), Arcus
3.Rang: Nils Zitzelsberger, (BRD), Ventus 3T 18m

-> Gesamtranglisten

-> Wettbewerbs-Tagebuch

-> Photogallery

Wenn nur noch der Motor hilft

Was die Landauer Segelflieger Martin Theisinger und Yannick Frey bei der Segelflug-WM in Texas im Doppelsitzer erlebten. Bei einem Start berührte der linke Flügel den Boden.

Am achten Wertungstag der Segelflug-Weltmeisterschaften in Uvalde/Texas haben Martin Theisinger und Yannick Frey von der Landauer Segelfluggemeinschaft ein bisschen Boden gutgemacht. Sie flogen 487 Kilometer im Arcus M, waren Siebte und im Gesamtklassement Elfte. Frey berichtete, was alles passierte. Big Wells, ein Städtchen rund 50 Meilen südlich, Hidden Valley Ranch im Norden, ein nur mit Koordinaten angegebener Korridor südwestlich davon und Loma de Cometa, waren in 3:30 Stunden anzusteuern. In Führung blieben weiterhin die US-Amerikaner Arnold/Striedieck.

Anschluss an das gute Wetter verloren

Das Teilnehmerfeld bei einer Weltmeisterschaft ist hochrangig besetzt, da jedes Land seine besten Piloten zur Weltmeisterschaft schickt. Umso mehr werden noch so kleine taktische Fehlentscheidungen bitter bestraft“. schreibt Frey. „So hatten wir am dritten Wertungstag aufgrund einer taktischen Entscheidung sowie etwas Pech den Anschluss an das gute Wetter und die davor fliegenden Flugzeuge verloren, sodass wir im abbauenden Wetter keine Chance mehr auf eine Rückkehr nach Uvalde im Segelflugmodus hatten. An diesem Tag mussten wir den Motor nutzen.“ Der war während des Fluges im Rumpf positioniert. Die Hälfte der Flugzeuge aus der Doppelsitzerklasse konnte mit Hilfe der letzten Thermik zurückfliegen. Frey: „Dieser Tag kostete sehr viele Punkte und wir mussten unser Ziel ,Top 3’ aufgeben.“

Beinahe-Unfall auch mental ein Hindernis

Die Landauer hatten immer wieder mit technischen Problemen am Flugzeug zu kämpfen. Einmal war der Seilzug, der die Fahrwerksklappe schließt, gerissen. Am darauffolgenden Tag berührte durch einen plötzlich stärker werdenden Wind beim Start der linke Flügel den Boden. Der Randbogen wurde abgerissen. „Dies hat nicht nur die Flugleistung beeinträchtigt, sondern war auch durch ein lautes Geräusch ein mentales Hindernis“, so Frey. Nach der kurzen Enttäuschung und einer etwas unruhigen Nacht hätten sie den Fokus wieder gehabt. „Von nun an wollten wir jeden Flugtag in Texas umso mehr genießen, da sowohl das Wetter als auch das Konkurrieren mit den besten Piloten uns einen unfassbaren großen Spaß bereitet.“ Zudem gabe es eine Teamwertung, gemeinsam konnten sie als Team Germany Weltmeister werden.

Temperaturen bis 45 Grad

An den Wertungstagen 6 und 7 erzielten die Landauer mit den Tagesplätzen 4 und 5 wieder sehr gute Ergebnisse. Am Pflichtruhetag luden die Teilnehmer ihre Akkus wieder auf. Frey: „Der Pausetag kam für alle Piloten zum richtigen Zeitpunkt, denn die Temperaturen, welche in der Spitze bei 45,5 Grad lagen, und tägliche Flugzeiten bis zu sechs Stunden führten sowohl die Piloten als auch das Material an ihre Grenzen.

Team Deutschland vorn

Im Team-Cup lag Deutschland in Führung. Stefan Langer (Gachenbach) und Simon Schröder (Bad Wörishofen) waren die beiden Führenden in der 18-Meter-Klasse, in der offenen Klasse hatten Felipe Levin (Homberg) und Michael Sommer (Kleinostheim) die Nasen vorn. Quelle:‘rheinpfalz.de‚. Foto: Jannick Frey.