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Im Eigenbau über den Atlantik

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst. Wer an große Flugpioniere denkt, dem fällt schnell Charles Lindbergh ein – der erste Nonstop-Flug über den Atlantik. Doch auch aus dem Osten Deutschlands gibt es Flugenthusiasten mit großen Zielen.

Einer von ihnen ist David Schneider aus Leipzig, gelernter Flugzeugbauer und stolzer Besitzer einer Robin DR 400. Vor einem halben Jahr hatte er schon einmal bewiesen, dass er Abenteuer liebt: Statt Pauschalreisen nach Mallorca ging es mit Familie und drei Hunden im selbst aufgebauten Privatflugzeug zu Deutschlands beliebtester Ferieninsel.

Doch das war erst der Auftakt. Nun richtet Schneider seinen Blick auf ein größeres Ziel: den Atlantik und Amerika. Sein persönlicher Traum vom Transatlantikflug zeigt, wie weit Leidenschaft, Mut und handwerkliches Können tragen können – auch in der modernen General Aviation.

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Robin DR 400 stürzt in Wirbelschleppen ab

Am 9. September 2012 verunglückte auf dem Sonderlandeplatz Backnang-Heiningen eine Robin DR 400/180 R. Der 67-jährige Pilot und zwei Passagiere kamen ums Leben, ein weiterer Fluggast erlag später seinen Verletzungen. Das Flugzeug wurde zerstört.

Ablauf
Nach mehreren Rundflügen startete die Maschine mit vier Personen an Bord. Kurz nach dem Abheben geriet sie in eine plötzliche Rollbewegung nach rechts, erreichte fast 90° Schräglage und stürzte neben der Piste ab. Am Unfallort brach Feuer aus, der Brand konnte durch die bereitstehenden Einsatzkräfte rasch gelöscht werden. Die Feuerwehr war unmittelbar nach dem Unfall vor Ort und übernahm auch die Bergung der Insassen.

Pilot und Rahmenbedingungen
Der Pilot verfügte über lange Erfahrung und über 1’000 Flugstunden, seine Lizenz war formal jedoch nicht gültig, da Verlängerungs-Einträge fehlten. Sein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis war gültig, dem Fliegerarzt waren relevante Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen unbekannt. Das Wetter war ruhig, nahezu windstill, mit 31° C am Boden.

Ursache
Vor der DR 400 war eine AN-2 gestartet. Deren Wirbelschleppe blieb aufgrund der Windstille lange über der Piste bestehen. Untersuchungen ergaben, dass die Robin rund 39 Sekunden später direkt in den Wirbel eingeflogen war. Das starke Rollmoment konnte der Pilot nicht ausgleichen.

Forschungsergebnisse
Im Auftrag der BFU berechnete das DLR die Wirbelzirkulation der AN-2 mit 106 m²/s – ein Vielfaches der DR 400 (33 m²/s). Auch 39 Sekunden nach dem Start lag der Wert noch bei 77 m²/s. Da die Wirbel in der fast windstillen Atmosphäre kaum zerfielen und zusätzlich um 40 bis 50 Meter absanken, wirkte auf die DR 400 ein Rollmoment, das ihre Querruder nicht kompensieren konnten.

Schlussfolgerung
Der Absturz ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Einflug in die Wirbelschleppe der vorausfliegenden AN-2 zurückzuführen. Technische Mängel am Flugzeug lagen nicht vor.

Hinweis
Der Fall zeigt eindrücklich, wie gefährlich Wirbelschleppen auch im Vereins- und Rundflugbetrieb sein können – gerade bei dicht aufeinander folgenden Starts. Unter ruhigen Wetterbedingungen können Wirbel erheblich länger bestehen bleiben, als oft angenommen.

-> Vollständiger BFU-Bericht
-> Flugunfall-Video Backnang-Heiningen DR 400