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Alpen und Pyrenäen verbunden

Am 30. März 2026 absolvierten Julius Lübstorf und Nils Zitzelsberger im Rahmen des HLB-Trainingslagers in Sisteron einen bemerkenswerten Segelflug mit einem Arcus. Die Route führte sie von den französischen Alpen bis in die Pyrenäen und zurück. Der Flug dauerte insgesamt über 11 Stunden und umfasste rund 1000 Kilometer.

Flugverlauf und Routenwahl

Aufgrund einer ausgeprägten Mistral-Wetterlage mit Nordwind entschieden sich die Piloten für einen Start an der Lure, entgegen der Mehrheit der übrigen Teilnehmer. Von dort aus flogen sie in die Welle des Mont Ventoux. In Abstimmung mit der Flug-Sicherung (ATC) überquerten sie das Rhonetal in Richtung Zentralmassiv. Die während des Fluges per Internetverbindung abgerufenen Vorhersagen von Skysight erwiesen sich als verlässlich und unterstützten die Navigation massgeblich.

Der Weiterflug in die Pyrenäen verlief planmässig. Die erste Welle dort funktionierte gut, wodurch rasch an Höhe gewonnen werden konnte. Wegen der fortgeschrittenen Tageszeit und der zu erwartenden Wetterentwicklung auf dem Rückweg entschieden sich die Piloten, rechtzeitig umzukehren.

Rückflug und Herausforderungen

Der Rückweg war von starkem Gegenwind geprägt. Um den Höhenverlust durch absteigende Luftmassen zu kompensieren, stiegen die Piloten vor dem Sprung in Richtung Zentralmassiv bis unter Flugfläche 195. Eine Gleitstrecke von etwa 60 Kilometern wurde mit einem Höhenverlust von 3300 Metern bewältigt.

Zusätzliche Herausforderungen stellten die aufziehende Bewölkung und die Aktivität militärischer Sperrgebiete (R55 Orange) dar. Durch flexible Umplanung und ständige Kommunikation mit dem ATC wurde eine alternative Route gefunden. Aufgrund zunehmender Bewölkung und starkem Wind im Norden brachen sie den weiteren Flug schließlich ab und kehrten nach Sisteron zurück.

Gute Teamarbeit

Die Piloten ziehen ein positives Fazit. Die erfolgreiche Durchführung des Fluges führen sie auf eine entspannte Herangehensweise, gute Teamarbeit im Doppelsitzer und die Nutzung von Wetterdaten im Flugzeug zurück. Die ständige Kommunikation mit der Flugsicherung war essenziell für die Routenwahl in komplexen Luftraumstrukturen. Die rechtzeitige Umkehr in den Pyrenäen trug massgeblich zur sicheren Rückkehr bei.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht sowie die Flugdaten im Detail.

Saisonstart in Bad Homburg und Reiselfingen

Der LSC Bad Homburg hat die Segelflugsaison 2026 mit dem jährlichen Anfliegen in Obernhain eröffnet. Die Flugzeuge wurden aufgebaut und erste Flüge über den Taunus und das Sauerland durchgeführt. Ein 14-jähriger Flugschüler absolvierte seinen ersten Alleinflug. Zuvor fand im März das Gebirgsflugtraining im spanischen La Cerdanya statt, an dem drei Piloten mit einem neu lackierten Duo Discus teilnahmen. Zudem trainierten hessische Nachwuchspiloten unter Anleitung eines Nationalmannschaftsmitglieds in Sisteron, Südfrankreich, das Fliegen in Thermik, Hangaufwind und Welle. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen.

Auch die Segelfluggruppe Reiselfingen startete am 21. März in die neue Saison. Nach dem Aufbau der Flugzeuge fand die Mitgliederversammlung statt, bei der Sicherheitsthemen und Luftraum-Änderungen besprochen wurden. Auf der 63. Jahreshauptversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Der Fokus des vergangenen Jahres lag auf der Mitglieder-Gewinnung durch Schnupperfliegen, wodurch drei neue Mitglieder gewonnen wurden.

Vom 30. April bis 3. Mai 2026 bietet die SFG Reiselfingen erneut einen Einsteigerlehrgang an. Der Kurs kostet 100 Euro und umfasst theoretische Grundlagen sowie erste Flüge mit Fluglehrern. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt, das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Anmeldungen sind per E-Mail möglich. Neben dem Schnupperfliegen ist der Ausbildungsbeginn in Reiselfingen jederzeit möglich.

Saisonrückblick

Sitzen Sie in diesem Video ins Cockpit von Kevin Faur und blicken Sie mit ihm zurück auf seine Saison in Europa, mit besonderem Augenmerk auf die Pyrenäen, durch Frankreich (Saint-Girons und Saint-Auban), Spanien (Santa-Cilia de Jaca), die Slowakei (Prievidza) und die Tschechische Republik (Tabor). Quelle: ‚Youtube‚.

Schänis-Portugal – und zurück

Von Delia Flury.

Am 9. Juli 2020 starteten wir (Yves Gerster und Delia Flury) ab Schänis mit dem Arcus M zu einem Wandersegelflug nach Spanien. Anhand der Wettervorhersage orientierten wir uns jeweils ein bis zwei Tage im Voraus über die bestmöglichen Flugrouten Richtung Spanien. Die erste Etappe beendeten wir mit etwas Motorenhilfe in Millau/Frankreich.

Rennstrecke im Süden.
Am zweiten Tag wartete die gewitterreiche Landschaft der Pyrenäen auf uns. Eingangs der Pyrenäen konnten wir in ein unwetterfreies Tal einfliegen und über uns ein deutliches blaues Loch ausmachen. Dank dem Arcus-Motor konnten wir bis über die Wolken hochkreisen und mit laufendem Motor Richtung La Cerdanya steuern. Die Fluchtwege und das Relief behielten wir stets im Auge. Die Gewitter sparten das breite Tal von La Cerdanya aus, es regnete nur über den Bergen, was uns eine sorgenfreie Landung ermöglichte.

Der folgende Flug in den Pyrenäen eröffnete uns Anblicke, wie sie variantenreicher nicht hätten sein können. Von Norden her drückte tiefe Staubewölkung hinein und im Süden entwickelte sich im Laufe des Tages eine regelrechte Rennstrecke. Geier und Störche begleiteten uns häufig in den Berggebieten mit ihren Zentrierungskünsten.

Zentralspanien mit Ausflug über die Grenze
Die Prognose am dritten Tag sagte eine sich von Süden her nähernde Gewitterfront voraus. Um weiter in den Südwesten zu kommen, mussten wir diese nasse Sache grossräumig mit Voraussicht und Motor umfliegen. Das Regenradar half dabei ungemein. Angekommen in Soria, konnten wir tags darauf im lokalen Gebirge in den Westen und danach gegen Süden nach Fuentemilanos fliegen. Auch dieser Flugplatz liegt in den Bergen, welche aber grösstenteils in den Lufträumen von Madrid sind und daher von Segelfliegern nicht uneingeschränkt genutzt werden dürfen. Der Flug nach Évora (Portugal) überzeugte glücklicherweise mit sehr hoher Basis, denn das Gelände war nicht einladend, um tief zu fliegen.

Massif Central – Jura – Schänis
Auf dem Rückflug vom zentralen Spanien südlich der TMA Zaragoza mussten wir uns mit Blauthermik abfinden, womit wir aber sehr weit vorrücken und uns schliesslich wieder in La Cerdanya niederlassen konnten. Zurück führte die Reise zum Massif Central in Frankreich, welches leider nicht sehr viel hergab. Über den Jura kehrten wir bei schönstem Wetter am 19. Juli nach Schänis zurück.

Unvergessliches Erlebnis
Die Eingabe von Flugplänen für grenzüberschreitende Flüge erlaubte Yves Gerster eine einfache Kommunikation mit den kontrollierten Zonen. Im Nachhinein ist es doch erstaunlich, wie einfach (sicher auch dank der Flugtaktik von Yves Gerster) und schnell man mit guter Vorbereitung in verschiedene Gebiete fliegen kann. Durch den Wandersegelflug lernten wir auch viele Städte und ihr Ambiente kennen. Es war ein Erlebnis, welches sehr lange in schöner Erinnerung bleiben wird! Quelle: ‚Delia Flury im Segelflug-Bulletin SFVS‚. Der ausführliche Bericht ist hier zu finden.