Kurz nach dem Fall der innerdeutschen Grenze landeten drei Segelflugzeuge – eine ASW 15, eine ASW 29 und eine Libelle – bei einem Fest auf einem kleinen Flugfeld. Kaffee und Kuchen sorgten für die notwendige Stärkung, doch viel wichtiger war die Begegnung, aus der eine bis heute lebendige Freundschaft entstand: zwischen dem Luftsportclub Nordhalben und dem Aero-Club Bamberg.
Der 1951 gegründete Luftsportclub Nordhalben konnte aufgrund der unmittelbaren Nähe zur innerdeutschen Grenze lange Zeit nicht am Heimatort fliegen. Der Flugbetrieb fand stattdessen in Kulmbach statt. Mit der Grenzöffnung änderte sich die Situation grundlegend.
1991 erfolgte in Titschendorf, auf einem ehemaligen Abschnitt des Grenzstreifens, die erste Landung. Seit 1993 wird dort regelmäßig geflogen, 1997 wurde das Gelände schließlich als Segelfluggelände zugelassen.
Dank des Kontakts von Ludwig S. unterstützt der Aero-Club Bamberg seither regelmäßig die Flugplatzfeste in Titschendorf mit Motor- und Segelflugzeugen. Die Verbindung zwischen beiden Vereinen entwickelte sich dabei weit über gelegentliche Besuche hinaus.
Ein besonderer Höhepunkt war 2009, als der Aero-Club Bamberg sein traditionelles Fluglager in Titschendorf veranstaltete. Nahezu die gesamte Segelflugzeugflotte war dabei. Flugschüler und Scheininhaber konnten auf dem für sie ungewohnten Gelände wertvolle neue Erfahrungen sammeln.
Nach längerer Pause gab es am 8. August 2026 nun wieder ein Wiedersehen mit zahlreichen alten Bekannten. Anlass war das 75-jährige Bestehen des Luftsportclubs Nordhalben. Die Bamberger Flieger waren mit ihren Flugzeugen erneut zu Gast und feierten gemeinsam mit den Freunden aus Nordhalben ein Stück Vereinsgeschichte, das unmittelbar mit der jüngeren deutschen Geschichte verbunden ist.
Was einst mit drei Segelflugzeugen, Kaffee und Kuchen begann, ist heute eine Freundschaft über Vereins- und einst sogar über Staatsgrenzen hinweg. Die Vorfreude ist jedenfalls schon da: Im kommenden Jahr wollen die Bamberger wieder in Thüringen aufschlagen.

