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Safety Day und Jugendausflug

Der Luftsportverein Geratshof bereitet sich auf die neue Segelflugsaison vor. Zum Auftakt fanden zwei zentrale Veranstaltungen statt: ein Ausflug der Jugendgruppe sowie der traditionelle Safety Day für alle Piloten.

Jugendausflug nach Speyer und Sinsheim

Mitte März besuchte die sechsköpfige Jugendgruppe des Vereins die Technikmuseen in Speyer und Sinsheim. Auf dem Programm standen unter anderem die Besichtigung einer Boeing 747-200 der Lufthansa in Speyer sowie der Überschallflugzeuge Concorde und Tupolew Tu-144 in Sinsheim. Ergänzt wurde das Wochenende durch Planespotting am Frankfurter Flughafen.

Safety Day mit Benjamin Bachmaier

Zur Vorbereitung auf den Flugbetrieb veranstaltete der LSV Geratshof seinen jährlichen Safety Day. Das Fluglehrer-Team informierte die Mitglieder über aktuelle Neuerungen, darunter angepasste Funkverfahren im Bereich des Flugplatzes sowie Änderungen bei der Ausstattung der Schleppseile.

Zusätzlich wurden grundlegende Sicherheitsthemen aufgefrischt: Verfahren für den Windenstart, das Verhalten bei Notfällen am Flugplatz und die allgemeine Sicherheitskultur im Luftsport. Als Gastreferent sprach der Segelflieger Benjamin Bachmaier, Inhaber mehrerer deutscher Rekorde, über das Fliegen im Gebirge. Da viele Flüge vom Geratshof in Richtung Alpen führen, lag der Fokus seines Vortrags auf der sicheren Durchführung von Gebirgsflügen.

«Jeden Tag das Beste herausholen»

Der LSV Geratshof blickt auf ein außergewöhnliches Flugjahr eines seiner aktivsten Piloten: Günther Siebinger hat 2025 mit 46 dokumentierten Flügen mehr als 25’000 Kilometer erflogen – rund ein Viertel der gesamten Vereinsdistanz. Angetrieben wird diese Bilanz nicht von Zahlen, sondern von Begeisterung und Erfahrung.

Günther Siebinger, seit 2022 im Vorruhestand, nutzte die gewonnene Zeit intensiv. Fast 300 Stunden war er in der Luft. Sein Fokus liegt klar im alpinen Gelände: Die Berge bieten thermische Intensität, anspruchsvolle Entscheidungen und kaum vergleichbare landschaftliche Vielfalt. Typisch sind frühe Starts vom Geratshof mit Motorhilfe Richtung Alpen, häufig bis ins Engadin, um den Tag maximal zu nutzen und abends nach Möglichkeit nach Hause zu gleiten.

Der Ventus 2cM mit 18 Meter Spannweite ist Günther Siebingers treuer Begleiter auf seinen Flugabenteuern.

Dass dabei nicht immer alles nach Plan läuft, gehört dazu. Eine wetterbedingte Außenlandung in Sondrio führte zwar zur Übernachtung in Italien, zeigte aber auch den Wert eines dichten Netzwerks: Siebinger ist regelmäßig an verschiedenen Flugplätzen unterwegs und startet pro Saison von mehreren Standorten. Neben Sondrio zählen Südfrankreich (Sisteron) und Wettbewerbe wie Ohlstadt zu seinen Fixpunkten. Ein weiterer Höhepunkt war ein zweiwöchiger Flugurlaub in Namibia mit Strecken jenseits der 1’000-Kilometer-Marke.

Zum Segelfliegen kam Siebinger mit 19 Jahren. Heute stehen rund 6’000 Flugstunden zu Buche. Seit 1999 ist er am Geratshof beheimatet, von 2004 bis 2023 engagierte er sich zudem als zweiter Vorstand.

Für 2026 plant der LSV Geratshof-Pilot erneut frühe Saisonstarts in Sondrio, den Sommer in Sisteron – und bewusst mehr Präsenz am Heimatplatz, unter anderem bei Oster- und Pfingstcamp. Sein Credo bleibt dabei unverändert: An jedem Tag das Beste aus den Bedingungen machen. Genau das hält die Faszination lebendig.

Weihnachtsfeier am Geratshof

Während der winterlichen Flugpause ist eine Weihnachtsfeier eine Gelegenheit, sich zu treffen. Diese wurde auch dieses Jahr rege genutzt. Die gemütliche Holzhütte war weihnachtlich herausgeputzt und stimmungsvoll beleuchtet. Bei Glühwein, Kinderpunsch, Plätzchen und Würstchen-Semmeln blickte der LSV Geratshof auf das vergangene Flugjahr zurück.

1’600 Starts standen dieses Jahr am Geratshof in der Startliste. Fluglehrer Hannes hatte im Vorfeld die Statistiken gewälzt, damit wir eine kleine Siegerehrung der Mitglieder mit den punktestärksten Flügen nach den Regeln der Deutschen Meisterschaft im Streckenflug durchführen konnten. Anschließens gab’s ein fliegerisches Quiz. Fazit: Ein gelungener, gemütlicher Abend mit vielen schönen Gesprächen.

„Zusammenhalt zählt“ – Neue Jugendleitung übernimmt

Maximilian Ruhl (Jahrgang 2004) und Elias Rögner (Jahrgang 2008) sind das neue Jugendleitungs-Duo beim LSV Geratshof. Maximilian studiert auf Lehramt, Elias besucht die 11. Klasse in Landsberg. Gemeinsam vertreten sie die Anliegen der fast 30 Prozent jungen Mitglieder im Verein.

Ihre Aufgaben umfassen die Organisation der beliebten Ferienflug-Camps und den Ausbau von Freizeitaktivitäten außerhalb des Flugplatzes. Dabei ist ihnen vor allem eines wichtig: der Zusammenhalt und die Freude an der Gemeinschaft.

Beide sind seit kurzer Zeit aktive Segelflieger – mit beeindruckendem Engagement. Maximilian kam über Modellflieger und seine Begeisterung für Luftfahrtgeschichte zum Verein. Elias träumt schon lange vom Beruf des Piloten. Seit seinem Einstieg 2023 ist er nahezu jedes Wochenende am Flugplatz – niemand kam vergangenes Jahr häufiger in die Luft.

Was beide am Segelfliegen besonders fasziniert, ist neben dem Flugerlebnis selbst die starke Gemeinschaft. Ihr Rat an Neugierige: einfach vorbeikommen und ausprobieren. Segelfliegen ist nicht elitär, sondern ein Hobby mit Inhalt und Leidenschaft – wie man sie selten findet.