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Renault produziert Drohnen

Der französische Automobilhersteller Renault hat einen Vertrag mit der Direction Générale de l’Armement (DGA) unterzeichnet und wird zukünftig Langstrecken-Drohnen für die französischen Streitkräfte produzieren. Dies markiert einen bemerkenswerten Einstieg eines großen europäischen Automobilkonzerns in die Rüstungsindustrie.

Die Entscheidung zur Zusammenarbeit wurde kürzlich offiziell bestätigt, nachdem bereits im Juni 2025 erste Andeutungen durch den damaligen Verteidigungsminister Sébastien Lecornu gemacht wurden. Renault wird bei diesem Vorhaben mit dem französischen Rüstungsunternehmen Turgis & Gaillard kooperieren.

Die Produktion der Drohnen wird von Renault in Frankreich auf zwei Standorte aufgeteilt. Im Werk in Le Mans, das für seine Chassis Fertigung bekannt ist, werden die Drohnenkörper hergestellt. Das Motorenwerk in Cléon wird die entsprechenden Antriebe liefern. Diese Maßnahme soll auch zur Auslastung der Werke beitragen, insbesondere des Standorts Cléon.

Bei den zu produzierenden Drohnen handelt es sich um ferngesteuerte Langstrecken-Munition, die in ihrer Funktionsweise den iranischen Shahed-Drohnen ähneln soll. Neben offensiven Aufgaben sollen die Drohnen auch für Aufklärungs- und Beobachtungsmissionen eingesetzt werden können. Das Produktionsziel liegt bei bis zu 600 Einheiten pro Monat.

SchlüsselfaktenDetails
Projekt-TimelineAnkündigung im Juni 2025, Vertragsunterzeichnung im Januar 2026
PartnerRenault, Turgis & Gaillard, Direction Générale de l’Armement (DGA)
ProduktionsstandorteLe Mans (Chassis), Cléon (Motoren)
DrohnentypFerngesteuerte Langstrecken-Munition
(vergleichbar mit Shahed-Drohnen)
ProduktionszielBis zu 600 Drohnen pro Monat
Geschätztes VertragsvolumenCa. 1 Milliarde Euro über 10 Jahre (von Renault nicht offiziell bestätigt)

Dieser Schritt von Renault wird als Teil der von Präsident Emmanuel Macron ausgerufenen „Kriegswirtschaft“ gesehen, die eine schnellere und effizientere Produktion der heimischen Verteidigungsindustrie fordert [4]. Er spiegelt auch einen breiteren europäischen Trend wider, die Rüstungsproduktion angesichts geopolitischer Spannungen zu erhöhen und dabei auf die Massenproduktions-Expertise der Automobilindustrie zurückzugreifen.