Schlagwort-Archiv: Klaus Ohlmann

OLC-Finale 2023 in Poppenhausen

Autor: Bernd Weber.

Vor der Kulisse der Wasserkuppe fand in Poppenhausen nun schon bestimmt zum zwanzigsten Mal das OLC Finale statt. Eine tolle Idee war das damals, als Reiner Rose ab dem Jahr 2005 auf Vortragsreise quer durch Deutschland ging, um seine innovative Idee zu bewerben. Seine Vision, die Loggerdaten der Flüge auf einer gemeinsamen Plattform hochladen zu können, war damals ein völlig neuer und progressiver Ansatz, der viele begeisterte. Die Realisierung dieser Idee hat unsere Fliegerwelt verändert und in der Zwischenzeit ist diese OLC-Welt als Plattform für unsere Flüge noch transparenter und deutlich bunter geworden. Viele Andere haben diese Erfolgsidee in der Zwischenzeit aufgegriffen und adaptiert.

In diesem Zusammenhang kommt mir die Aussage von Klaus Ohlmann in den Sinn. Er sagte bei seinem diesjährigen Vortrag in Poppenhausen, dass er immer bestrebt sei, den Rekordgedanken und das maximal denkbare in die Tat umzusetzen. Flüge zu machen, die in neue, noch nie dagewesene Dimensionen vordringen, fasziniert ihn nach wie vor. Er erwähnte in seinem Vortrag, dass seine Flüge manch anderem als Vorbild dienen und durch die große Transparenz auf der OLC Pattform auch leicht zu kopieren sind. Für ihn ist das positiv, denn daraus entstehen neue Spitzenleistungen, neue Ideen und neue individuelle Kreativität. Er freut sich, wie andere seine Ideen aufnehmen und hat die Hoffnung, dass „seine immer noch heiße Fackel“ auch in der Zukunft von jungen Piloten weiter getragen wird. Im Nachsatz hat er noch seine vielen Ideen für weitere Rekorde erwähnt – wir dürfen also gespannt bleiben. So kennen wir ihn – ein unglaubliches Energiebündel.

Ich selbst bin überzeugt, dass unser Spitzensport durch diese Plattform profitiert hat. Das Resultat ist eine breite und hohe Leistungsdichte. Nicht zuletzt sind es ja auch die Leistungen der Spitzenpiloten, die den Fliegernachwuchs motivieren. Nach der Ausbildung kommt doch oft eine kritische Phase, in der viele Jungpiloten Gefahr laufen das Interesse zu verlieren, weil sie noch nicht das eigentliche Potential unseres Flugsports erkannt haben. Dabei können solche Ausnahmepiloten motivieren, für sich selbst neue Ziele zu finden – vor allem, wenn man diese Flüge an einem gemütlichen Winterabend im OLC analysieren kann.

Eingeleitet wurde das Programm an diesem Tag aber mit den zwei Beiträgen der Junioren. Viel Engagement und Begeisterung kam bei den Vorträgen von Jan Schulze und Lorenz Schulze-Varnholt rüber. Mit Hilfe der OLC Plattform und Satellitenbildern, die über den Track gelegt wurden, machten Sie die Flüge fast real erlebbar. So konnten uns die zwei Nachwuchspiloten sehr gut vermitteln, wie wunderbar es für sie war, den OLC Discus und die OLC LS 8-neo für ein ganzes Jahr zur Verfügung gehabt zu haben.

Das wird die Sponsoren Wilfried Großkinsky (OLC Discus-2cT) und Ralph Bürklin (LS 8-neo) hoffentlich weiter motivieren, ihr finanzielles Engagement auch zukünftig aufrecht zu erhalten. Ich bin beeindruckt von dieser jahrelangen und uneigennützigen Förderung der jungen Piloten.

Anschließend wurden die neuen Piloten für die Saison 2024 bekannt gegeben.
Zu diesem Thema habe ich etwas recherchiert und herausgefunden, dass Tobias Welsch im Rahmen des OLC Symposiums im Jahr 2008 der erste Junior war, der diesen OLC Discus-2cT von Wilfried Großkinsky für die Flugsaison 2009 bekommen hat. Damit wurde der OLC Discus dieses Jahr bereits zum 15. Mal vergeben: Eineinhalb Jahrzehnte OLC Discus-2cT Förderflugzeug! Ich gratuliere Wilfried und natürlich auch Reiner zu diesem langen Zeitraum der Kontinuität und Verlässlichkeit.

Reiner hat ja, wie jedes Jahr, seine ganz eigene Note, wenn er durch das OLC-Programm führt. Seine Ideen sind nach wie vor ein starker Motor für die OLC Welt. Für den Erfolg ist aber das gesamte OLC-Team genauso wichtig. Ein Team, das sich selbst motivieren kann, bei der Umsetzung neuer Ideen als auch bei der Entwicklung neuer Konzepte und neuer Innovationen. Das wird wichtig sein, um die Herausforderung der nächsten Jahre zu meistern. Ich wünsche allen Beteiligten, Helfern und Freunden viel Erfolg dabei. Quelle: ‚Bernd Weber / OLC‚.

Klaus Ohlmann fliegt in Europa 2.000 km

Wenn jemand im Segelflug Maßstäbe setzt, dann der Meister selbst: Natürlich ist es Klaus Ohlmann, der den absoluten Strecken- und Punkte-Rekord in Europa über die Traummarke von 2.000 km schiebt. Mit einem spektakulären Flug über 2.013,86 km setzt er sich am 2. April 2023 an die Spitze der Europa-Wertung. Sehr dankbar veröffentlichen wir eine Zusammenfassung über diesen Rekordflug aus seiner Sicht:

Mistral, Mistral
Ein 1.250 km FAI Dreieck sollte an diesem ersten Aprilsonntag machbar sein. Die erste Wende Valence liegt allerdings unter einer hochreichend geschlossenen Wolkendecke mit deutlichem Regen aus niedrigem Stratus. Der Versuch, die Wende zu erreichen, wird daher frühzeitig abgebrochen. Plan B sieht einen Flug um 3 Wenden in den Pyrenäen vor. Mit etwas Glück könnten sogar 2.000 km im OLC machbar sein.

Feuchte markiert die Wellen im Rhonetal
Die Querung des Rhonetals gelingt einigermaßen gut. Hier hat die hohe Feuchte den Vorteil einer Markierung der Wellen. Die Aufwindreihungen der Cevennen erlauben ein rasches Vorankommen. Marseille und Montpellier Control erlauben mir eine komfortable Flughöhe bis FL 145. Der Sprung in die Pyrenäen ist damit eher Formsache. Und da geht’s dann zur Sache.

In den Pyrenäen läuft es
Gut markierte Rotorlinien und kräftige Steigwerte ermöglichen hohe Schnittgeschwindigkeiten. Die geschlossenen Bedingungen im Westen stören nicht. Meine Wende im Südosten von Pamplona liegt in der Sonne und schon geht es wieder Richtung Mittelmeer.

Spanische Flugsicherung kooperiert
Die Route nördlich des Pic de Canigou sieht sehr vielversprechend aus. Leider ist der Controller von Marseille gerade überlastet. Nach minutenlangen Warteschleifen bitte ich um Verlassen der Frequenz, um die Lage auf der spanischen Seite zu sondieren. Und das Glück ist mir hold. Barcelona gibt mir südlich des Pic de Canigou eine Freigabe bis FL 195 in Richtung meiner östlich von Ampuriabrava gelegenen Wende. Flache Lentis weisen mir den Weg. Ohne Schwierigkeiten wird die Wende genommen und der Weg wieder nach Westen ist problemlos.

Noch einmal will ich die westliche Wende erreichen. Mittlerweile ist es jedoch deutlich feuchter geworden. Eine schmale Föhnlücke erlaubt es, trotz ausstaubenden Regenfahnen, die Wende zu umrunden. Wieder am Mittelmeer ist mein 3-WP Flug erfolgreich beendet.

Reicht es für die 2.000 km?
Mit etwas Glück sind vielleicht sogar noch die 2.000 km im OLC zu knacken. Der 5. Wendepunkt wird in komfortabler Höhe erreicht. Jetzt aber schnell nach La Cerdanya, wo ich nur wenige Minuten vor „last light“ lande. Dank der Hilfe von Milos und dem noch ausharrendem Flugplatzangestellten finde ich sogar einen Platz im Hangar. Müde, aber glücklich genieße ich das katalanische Abendbrot im schon vertrauten Fliegerhotel zusammen mit Milos Pair, dem tschechischen Wellenexperten, der diesen Tag ebenfalls sehr erfolgreich genutzt hat.

Tipp: Schalte zum Flug den TopMeteo-Wetterfilm dazu. Einfach das Wettersymbol oben rechts in der Karte aktivieren und schon siehst Du den SAT-Film während des Fluges. Dieser ist kostenlos – aber eingeloggt muss man sein. Quelle: ‚OLC, online-contest‚.