Das französische Unternehmen Hynaero entwickelt mit der Fregate-F100 ein amphibisches Löschflugzeug. Das Projekt zielt auf den europäischen Markt für Wasserbomber, der bislang vor allem von den Canadair-Mustern geprägt ist. Parallel zur Beschaffung von 22 De Havilland Canadair 515 durch die EU und sechs Mitgliedstaaten arbeitet Hynaero an einem von Grund auf neu geplanten Muster.

Die Fregate-F100 soll als zweimotoriger Schulterdecker mit 10.000 Litern beziehungsweise zehn Tonnen Löschflüssigkeit ausgelegt werden. Hynaero nennt eine Reisegeschwindigkeit von 250 Knoten, mehr als vier Stunden Flugdauer sowie eine Löschautonomie von mehr als drei Stunden bei einer Entfernung von 250 Kilometern zur Basis. Die Werte sind Planungsangaben des Herstellers; ein zugelassenes Flugzeug existiert noch nicht.
Für die Einsatzrolle ist die Wasseraufnahme auf Gewässern vorgesehen. Nach Angaben von aeroTELEGRAPH benötigt das Konzept dafür rund 800 Meter freie Wasserfläche. Vorgesehen sind außerdem eine Fly-by-Wire-Steuerung, ein Head-up-Display und eine integrierte vorausschauende Wartung. Hynaero begründet die Auslegung mit kurzen Interventionszeiten und einer hohen Zahl möglicher Einsatzzyklen.
Technischer Kurzüberblick
| Merkmal | Geplante Auslegung |
| Grundkonfiguration | Zweimotoriges Amphibienflugzeug als Schulterdecker |
| Löschmittelkapazität | 10.000 Liter / 10 Tonnen |
| Reisegeschwindigkeit | 250 kt / rund 463 km/h |
| Einsatzautonomie | Mehr als 3 Stunden bei 250 km Entfernung zur Basis |
| Überführungsreichweite | Bis zu 2.500 km |
| Wasseraufnahme | Rund 800 m Wasserstrecke erforderlich |
| Avionik und Instandhaltung | Fly-by-Wire, Head-up-Display, vorausschauende Wartung |
| Programmstatus | Entwicklungsprogramm; Hynaero nennt als Ziel einen Programmstart 2031 |
Die industrielle Basis des Vorhabens soll europäisch organisiert werden. Airbus Defence and Space und Hynaero haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die laut Hynaero und aeroTELEGRAPH Konstruktion, Zertifizierung, Vermarktung, Strukturen und Lieferkette umfasst. Latécoère stellt zusätzliche Entwicklungskapazität bereit. Medienberichten zufolge könnte ein Erstflug 2030 stattfinden; als mögliche Einsatzreife wird 2032 genannt. Diese Termine stehen neben Hynaeros aktuellem Ziel eines Programmstarts 2031 und sind daher als Planungswerte einzuordnen.
Neben der Löschversion beschreibt Hynaero weitere Optionen auf derselben Plattform. Genannt werden Seeüberwachung und Suche und Rettung mit einer Flugdauer von mehr als acht Stunden, eine Ambulanzversion sowie Passagier- und Frachtvarianten. Für die zivile Ausführung nennt der Hersteller 36 Sitzplätze oder fünf Tonnen Fracht bei einer kommerziellen Reichweite von mehr als 2.500 Kilometern. Auch diese Varianten befinden sich im Konzeptstadium.
Die Fregate-F100 wäre damit kein kurzfristiger Ersatz für die bestehende Canadair-Flotte, sondern ein langfristiges europäisches Entwicklungsprojekt. Ob das Programm die technische Reife, Finanzierung und Zulassung bis zu den genannten Terminen erreicht, bleibt abzuwarten.

