Manchmal geht Fliegen weit über Technik und Routine hinaus. Manchmal wird es zu einem zutiefst menschlichen Moment. Im März 2026 durfte Pilot Mike Ilgen genau das erleben: einen Flug, der nicht nur Strecke machte, sondern einen Herzenswunsch erfüllte. Der Vereinspilot des Luftsportclub Leverkusen e.V. organisierte in enger Zusammenarbeit mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) einen besonderen Einsatz für den schwerkranken Bernd. Dessen Wunsch: noch einmal gemeinsam mit seiner Frau Annette die vertraute Heimat von oben sehen.

Entstanden aus einer Idee im Karneval
Der Impuls für diese außergewöhnliche Mission entstand im Umfeld des Düsseldorfer Karnevals. Das Prinzenpaar, Prinz Marcus I. und Venetia Nicole, hatte zu Spenden für den Wünschewagen aufgerufen. Mike Ilgen brachte sich mit einer besonderen Idee ein – einem Rundflug für einen guten Zweck.
Unterstützung erhielt er dabei von Marcus Creutz, Präsident der Karnevalsgesellschaft Benrather Schlossnarren e.V., der den Kontakt zum Wünschewagen herstellte. Der Zeitpunkt erwies sich als nahezu schicksalhaft: Am selben Morgen war dort die Anfrage eingegangen, Bernd diesen letzten Flug zu ermöglichen.
Flug bei besten Bedingungen
Am 10:21 Uhr hob Ilgen mit der vereinseigenen Cessna 172 (D-EEVJ) vom Flugplatz Leverkusen (EDKL) ab und nahm Kurs auf Hamm-Lippewiesen (EDLH). Die Bedingungen hätten kaum besser sein können: nahezu windstill, wolkenlos und mit ausgezeichneter Sicht – lediglich eine leichte Trübung, vermutlich durch Saharasand, lag über der Landschaft.
Um 11:04 Uhr setzte die Maschine in Hamm-Lippewiesen auf. Der Flugplatz unterstützte die Aktion spontan und verzichtete auf sämtliche Landegebühren – ein stilles, aber starkes Zeichen der Solidarität.

Ein emotionales Treffen am Boden
Am Flugplatz warteten bereits Bernd, seine Frau Annette sowie Familie, Freunde und das Team des Wünschewagens aus Essen. Für Mike Ilgen wurde dieser Moment zu einem der bewegendsten des Tages.
Bis zu diesem Zeitpunkt kannte er Bernd lediglich aus einem Telefonat mit dessen Frau. Schon dabei war spürbar gewesen, welche Bedeutung dieser Flug für das Ehepaar hatte. Die persönliche Begegnung verstärkte diesen Eindruck noch.
Dabei zeigte sich auch eine besondere Verbindung: Bernd war selbst früher Pilot und besaß einen Privatpilotenschein. Stolz präsentierte er seine alte Lizenz – ein Symbol für die enge Beziehung zur Fliegerei, die ihn ein Leben lang begleitet hatte. Dieser Flug war damit weit mehr als ein Ausflug in die Luft. Er wurde zu einer letzten Reise zurück zu Erinnerungen, Freiheit und Leidenschaft – getragen von Engagement, Gemeinschaft und der besonderen Kraft der Allgemeinen Luftfahrt.

