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Mit der Katana nach Galicien

Autor: Xavier Ballansat

Wir träumen schon lange davon, mit unserer„Fliege“ – der Katana HB-SCZ – nach Galicien zu reisen. Unser Ziel: eine kleine Piste am See im Naturpark Mazaricos. Wochenlang planen wir sorgfältig zwölf Etappen über ebenso viele Ferientage im Mai 2025 – mit genauen Kriterien: mindestens 700 m Pistenlänge, Übernachtungs- oder ÖV-Möglichkeiten, Treibstoff, Öffnungszeiten und Handling-Bestimmungen.

Tag 1: Birrfeld – Annemasse
Schon am ersten Tag wird klar: Fliegen heisst flexibel bleiben. Das Wetter spielt verrückt –Sonne, Kaltfront, Regen, Gewitter. Nach vielem Abwägen entscheiden wir uns, so weit wie sicher möglich zu fliegen und vor der Front zu landen. Plan: Birrfeld – Grenoble Realität: Birrfeld – Yverdon (Kaffeepause und Gratis-Flugzeugwäsche), dann am Nachmittag weiter nach Annemasse bei Rückseitenwetter. Entspannt statt verbissen – das ist die richtige Entscheidung.

Tag 2: Annemasse – Grenoble
Tief unter einer zähen Wolkendecke schlängeln wir uns zwischen Quellwolken hindurch. Die Landschaft unter uns ist spektakulär – Seen, Hügel, Sonnenflecken. In Grenoble erwartet uns ein herzlicher Empfang, ein Mittagessen mit Cidre und ein traumhafter Aufenthalt im Domaine de Dony – sehr zu empfehlen für fliegende Gäste!

Tag 3: Grenoble – Montauban
Endlich Sonne! Der Pilot findet seine Routine, Navigation funktioniert auch ohne App. Wir landen auf einem Flugplatz ohne Landegebühr, essen Pizza und übernachten gratis auf dem Tarmac.

Tag 4: Montauban – Santa Cilia
Die Pyrenäen – majestätisch und einschüchternd zugleich. Die Wetterlage zwingt uns, die Route über Andorra zu ändern. In engen Tälern bahnen wir uns den Weg durch Regen und Wolken. Für den Piloten Routine, für die Copilotin eine Grenzerfahrung. Nach einer sicheren Landung in Santa Cilia geniessen wir Tapas und Gastfreundschaft – inklusive Leihwagen vom Flugplatz.

Tag 5: Santa Cilia – Burgos – Mazaricos
Das Wetter klart auf. In Burgos legen wir eine Pause ein – ein Flugplatz voller Flugschüler, aber ohne Linienbetrieb. Dann, nach zwei Stunden Turbulenzen, sehen wir endlich das Meer! Der kleine See von Mazaricos glitzert in der Sonne – unser Ziel ist erreicht. Ein Paradies: Jacuzzi mit Blick auf den Flugplatz, Ruhe, Natur und das Gefühl, angekommen zu sein.

Tag 6: Mazaricos – Vilaframil – Rinlo
Ein kurzer Flug über den See, dann weiter an die Küste. Auf einem fast verlassenen Flugplatz treffen wir nur einen Modellflieger – unser eigentlicher Kontakt reist extra an, um uns den Schlüssel für den Hangar zu übergeben. Im nahegelegenen Dorf Rinlo tauschen wir spontan ein Ladegerät gegen Luftaufnahmen: Wir fotografieren das Dorf aus der Luft, die Ladenbesitzerin macht daraus Souvenirmagnete. Eine winzige Geste – und doch ein schönes Beispiel, wie Fliegen Menschen verbindet.

Tag 7–8: Vilaframil – Asturias –San Sebastián
Eine neue Front zwingt uns zu Änderungen. Wir folgen der Nordküste Spaniens, vorbei an spektakulären Klippen und leeren Stränden. In Asturias läuft das Handling etwas chaotisch – also essen wir improvisiert unter dem Flügel im Schatten, ganz ohne Bürokratie. Das Crossing über Bilbao bringt uns tief über die Stadt – aufregend, aber unvergesslich. In San Sebastián verbringen wir zwei Tage Pause: Pintxos, Txakoli, Regen und viel Genuss.

Tag 9: San Sebastián – Aire-sur-l’Adour
Nach Gewitter und Hagel in Frankreich nutzen wir eine kurze Wetternische, um sicher weiterzufliegen. Frankreich zeigt sich von seiner besten Seite: Viele kleine Flugplätze, unkompliziert und charmant.

Tag 10–12: Aire-sur-l’Adour – Valence –Birrfeld
Starker Gegenwind zwingt uns zu einem Tag Pause in Valence – zum Glück bei Freunden. Am nächsten Tag geht’s heimwärts: 11–17 kt Wind, Böen bis 25 kt, aber klare Sicht und gute Laune. Nach zwölf Tagen, 2’500 km und unzähligen Eindrücken kehren wir glücklich ins Birrfeld zurück.

Nach Kroatien und Dänemark war dies unsere dritte grosse Reise mit der Katana HB-SCZ. Sie hat uns einmal mehr gezeigt, was Reisen mit einem Kleinflugzeug wirklich bedeutet: Freiheit, Verantwortung, Teamarbeit und Erlebnisse, die man nie vergisst. Ein grosses Dankeschön an die Fliegerschule Birrfeld, die uns die „Fliege“ für dieses Abenteuer anvertraut hat.

Lehrgang für Luftaufsichtspersonal

Noch bis 25. November anmelden: Das Fachreferat Luftraum, Flugsicherheit und Flugbetrieb im DAeC bietet einen weiteren Lehrgang für Luftaufsichtspersonal gemäß NFL I 170/01 inklusive Theorie und Praxis für Mitglieder und Nichtmitglieder an. Der fünftägige Lehrgang findet vom 17. bis 19. Januar sowie am 24. und 25. Januar 2025 in der Fliegerschule Wasserkuppe statt.

  • Zeitraum: 5 Tage vom 17. – 19. Januar sowie vom 24. und 25. Januar 2025
  • Ort: „Fliegerschule Wasserkuppe“; Wasserkuppe 1A, 36129 Gersfeld (Rhön)
  • Kosten: für Vereinsmitglieder 885,00 EUR zzgl. 7 Prozent MwSt. Für Nicht-Mitglieder betragen die Kosten 985,00 EUR zzgl. 19 Prozent MwSt.
  • Teilnehmerzahl: max. 12 Teilnehmer
  • Voraussetzung für die Teilnahme: Teilnehmer sollten im Besitz eines Luftfahrerscheines sein oder eine ähnliche Qualifikation aufweisen und im Besitz des BZF I oder II sein. Quelle: ‚daec.de‚.

-> Anmeldung

Älteste Segelflugschule ist 100

Als “Berg der Flieger” bietet die Wasserkuppe den traditionsreichsten Hintergrund, den sich begeisterte Flugsportler überhaupt wünschen können. Die Fliegerschule Wasserkuppe befindet sich an dem Ort, an dem das Segelfliegen “erfunden” wurde. Im Jahr 1911 starteten Darmstädter Studenten ihre ersten Flugversuche mit Gleitflugzeugen auf er baumfreien Kuppe in der hessischen Rhön und entwickelten die Kunst des motorlosen Fliegens.

2011 feierte die GFS dann das Jubiläum “100 Jahre Segelflug”, was sogar mit einer Sonder-Briefmarke gewürdigt wurde. Ein großer Segelflug-Wettbewerb bildete dabei den Höhepunkt des gesamten Veranstaltungsjahrs. 2014 feierte die Fliegerschule dann ihr 90-jähriges Bestehen im neuen Gebäude, das gerade fertiggestellt wurde. Es stellt einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Fliegerei auf der Wasserkuppe dar. Quelle ‚Fliegerschule Wasserkuppe‚.