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Fliegerurlaub in der Pfalz

Im Juli brach eine Gruppe aktiver Piloten des Luftsportvereins Seligenstadt-Zellhausen e.V. zu einem Fliegerurlaub in die Pfalz auf. Ziel war wie in den vergangenen Jahren der Flugplatz Landau, der sich durch seine Nähe zum Rhein-Main-Gebiet und seine hervorragende Infrastruktur als Austragungsort für das jährliche Fliegerlager bewährt hat.

Nahezu die gesamte Vereinsflotte wurde nach Landau verlegt. Während die Segelf-Fugzeuge in Anhängern über die Straße transportiert wurden, flogen die Motor-Flugzeuge den kurzen „Hüpfer“ eigenständig. Traditionell nahm dabei das Motor-Flugzeug den doppelsitzigen Segelflieger ASK 21 im Schlepp mit.

Eine echte Rarität am Landauer Platz ist die SD-1 minisport. Ja, da kann tatsächlich jemand drin sitzen. Und geflogen ist sie auch.

Das Wetter zeigte sich abwechslungsreich, bot aber im Durchschnitt genügend Gelegenheiten für zahlreiche lohnende Flüge. Besonders die Flugschüler konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Die erfahrenen Piloten nutzten die Gelegenheit, den großzügigen Luftraum ohne die Beschränkungen des Frankfurter Flughafens auszukosten. An guten Tagen führten die Streckenflüge weit über die Rheinebene und den Pfälzer Wald hinaus.

Bei bestem Wetter ging es über die Rheinebene.

Auch für die Begleiter und Gäste am Boden gab es ein abwechslungsreiches Programm: Kutschfahrten mit Weinproben, Besuche in der Therme oder Ausflüge zu nahegelegenen Burgen sorgten für Abwechslung.

An den Wochenenden teilten sich die Gäste aus Zellhausen das weitläufige Gelände mit den beiden ortsansässigen Vereinen. Dank der großzügigen Platzverhältnisse konnten sogar zwei Startwinden parallel betrieben werden, wodurch ein entspannter und reibungsloser Flugbetrieb gewährleistet war.

Nach zwei intensiven Wochen voller persönlicher Erfolge in der Luft und gemeinschaftlicher Erlebnisse am Boden zog der Verein ein positives Fazit: Der Aufenthalt in Landau hatte sich einmal mehr gelohnt. Der traditionsreiche Flugplatz wird auch künftig zu den bevorzugten Zielen des LSV Seligenstadt-Zellhausen gehören.

Sommercamp in Görlitz

Sonne, Ferien, Sommercamp: Das gehört zusammen wie Freibad und Pommes. Unser diesjähriges Sommercamp war ein besonderes, denn dieses Mal ging es auf große Tour: Bis nach Görlitz in Sachsen zuckelte die Geratshofer Karawane Anfang August mit den Segelflugzug-Anhängern, um 600 Kilometer von der Heimat entfernt neue Flugeindrücke zu sammeln.

Autor: Thorsten Wittmeier, LSV Geratshof

Am ersten Tag standen sogenannte Einweisungsstarts auf dem Programm, um sich mit den Verhältnissen am Flugplatz vertraut zu machen. Die so erworbenen Ortskenntnisse mussten zunächst im Hinterkopf geparkt werden, weil für den nächsten Tag Starkregen angesagt war – also nutzten wir die Chance für eine Stadtführung in Görlitz. Und zwar mit besonders ortskundigen Guides, denn die dortigen Segelflieger hielten ebenfalls gerade ihr Sommercamp ab – deren zweite Woche überschnitt sich mit unserer ersten und so ergab sich ein schönes Miteinander.

An den folgenden beiden Tagen ging es dann aber fliegerisch so richtig los: Es stand gutes Streckenwetter an, das uns mitunter über 500 Kilometer weit trug. Zum Ende unserer ersten Woche ging das Camp unserer Görlitzer Mitstreiter zu Ende, die auf satte 500 Starts in zwei Wochen zurückblicken konnten. Da dachte sich die Seilwinde am Platz: Gut, dann hab ich ja meine Schuldigkeit getan – und versagte pünktlich ihren Dienst. Während sich die Technik-Experten über den Winden-Motor beugten, feierten die anderen mit den Görlitzern ihren Camp-Abschluss, den sie mit Ehrungen und einem gemeinsamen Grillabend zelebrierten.

Findigen Schraubern sei Dank, konnte das Problem binnen weniger Tage behoben werden. Die Zwischenzeit wussten wir clever zu nutzen, denn am benachbarten Flugplatz Rothenburg/Görlitz steht eine Höhenwinde – also eine Winde mit einem 3,2 Kilometer langen Seil, das Ausklinkhöhen von etwa 1.000 Metern über Grund beschert, wie sie normalerweise nur per Flugzeugschlepp möglich sind. Das hat echt was, wenn der Windenstart gefühlt nicht enden will und der Flug in so komfortabler Höhe beginnt, dass man erstmal in Ruhe nach Thermik suchen kann.

In der zweiten Camp-Woche war zwar die Winde repariert, aber die Thermik gewissermaßen defekt, denn dann dominierte meist schlappe, heiße, wolkenlose Blauthermik. Diesen Wink mit dem Zaunpfahl haben wir verstanden und auch mal den Flugplatz gegen einen Badesee getauscht. Neben den eher lokalen Rundflügen sorgten erneut die Höhenwinde, aber auch ein paar Flugzeugschlepps für Abwechslung und bereichernde neue Eindrücke.