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Stemmes elfin 20.e / 20.EX mit Gesamtrettungssystem

Auszug aus dem Newsletter von RS.Aero: „Vom ersten Moment beim Design unseres neuen Produktes wollten wir ein ballistisches Gesamtrettungs-System anbieten. Es bildet ein wesentliches Element unseres umfangreichen Sicherheitskonzeptes. Kürzlich haben wir nun eine Vereinbarung mit BRS Aerospace aus Pinbluff, North Carolina, USA (www.brsaerospace.com) unterzeichnet. BRS Aerospace wird unser Partner für die Lieferung des Gesamtrettungssystems in allen elfin Flugzeugen sein. Bis November 2020 wurden nachweislich bereits 438 Leben durch ein BRS Whole Aircraft Rescue Parachute System gerettet“.

Warum ein ballistisches Rettungssystem?
Ein individueller Fallschirm ist auf den Piloten zugeschnitten und erfüllt die Anforderungen. Der Fallschirm für den zweiten Sitz ist oft bereits ein Kompromiss. Dazu gesellt eine gewisse Nachlässigkeit in der korrekten Nutzung – so neigt manch einer dazu, den Fallschirm nicht zu straff anzuziehen, um bequemer fliegen zu können… Schließlich jedoch haben sehr wenige Segelflugzeugpiloten ein Fallschirm-training absolviert – das gilt noch mehr für Passagiere. In einer kritischen Situation kann es daher für den Piloten psychologisch und technisch äußerst schwierig werden, das Flugzeug zu verlassen – und ein Passagier hat es wahrscheinlich noch wesentlich schwerer. Nach der Entscheidung, das Flugzeug zu verlassen, muss die Haube abgeworfen, die Sicherheitsgurte gelöst und dem Passagier geholfen werden. Selbst für ausgebildete Piloten vergehen wertvolle Sekunden, die lebensrettend sein könnten.

Ein ballistisches Rettungssystem unterscheidet sich vom einzelnen Fallschirm dadurch, dass es auf das Flugzeug zugeschnitten ist und allen Insassen dient. Das System wird in Sekundenschnelle durch Ziehen am Auslösegriff wirksam und erfordert keine besonderen Kenntnisse oder Erfahrungen. Selbst in geringer Höhe verringert das Herausziehen eines Fallschirms im Flug sehr schnell die Energie des Aufpralls auf den Boden. Je geringer die Energie des Aufpralls ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, die Unfallstelle mit leichteren oder gänzlich ohne Verletzungen zu verlassen.
Es wird Piloten geben, die immer noch individuelle Fallschirmlösungen bevorzugen. Natürlich verstehen wir diese Präferenz. Sie können in diesem Fall das Kissen von der Rückseite des Sitzes entfernen und ihren Fallschirm wie gewohnt benutzen.

Das Gesamtrettungssystem im Rumpf der RS elfin 20.e / 20.ex
Die Systemintegration wurde Schritt für Schritt nach einem klar definierten Prozess zwischen dem Hersteller und unserem RS.aero-Team entwickelt und umgesetzt. Wir haben es geschafft, das ballistische System direkt in die Flugzeugzelle zu integrieren und danken an dieser Stelle ganz besonders unserem Schweizer Partner Robert Koch für seine akribische Zuarbeit bei der Lösungsfindung.

Das System ist perfekt auf das Flugzeug abgestimmt und schützt beide Insassen. Auf dem oberen Bild können Sie die Position des Systems und der herausgezogenen Gurte sehen. Das Gewicht des Systems beträgt insgesamt ca. 20 kg. Der Auslösegriff befindet sich in der Instrumententafel und lässt sich von beiden Sitzplätzen aus aktivieren. Um eine unbeabsichtigte Aktivierung des Systems zu vermeiden, werden ca. 15 dN benötigt, um am Griff zu ziehen und das System auszulösen.

Nächste Schritte
Es erfolgt nun eine detaillierte Berechnung aller Kräfte und deren Auswirkungen auf das Flugzeug. Anschliessend werden der Prototyp und das Testsystem für die RS elfin 20.e /20.ex erstellt. Ein Test mit Raketenstart wird dann mit unserem Prototyp 001 durchgeführt. Das System wird zusammen mit dem Flugzeug EASA -/FAA-zertifiziert. Quelle: ‚RS.Aero-Newsletter‚.