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Tödlicher Einflug in Schneeschauer

Der Pilot startete um 16:30 Uhr Ortszeit zu einem privaten VFR-Rundflug vom Verkehrslandeplatz Burg Feuerstein. Nach einer Platzrunde flog er in nordwestliche Richtung über Bamberg und Würzburg, bevor er gegen 17:07 Uhr in südöstliche Richtung umkehrte. Ab 17:25 Uhr nahm er Funkkontakt mit dem Flugleiter in Burg Feuerstein auf, der ihn über einen „ziemlich starken Schauer“ und eine Bodensicht von maximal 2 km informierte. Der Pilot bestätigte die Informationen, erklärte jedoch, er wolle „notfalls woanders hinfliegen“ (17:28 Uhr).

VFR-Karte des Verkehrslandeplatzes Burg Feuerstein mit überlagertem GPS-Flugweg

Flugverlauf und Wetterbedingungen

Die GPS-Daten zeigen, dass das Flugzeug ab 17:30 Uhr in ein Gebiet mit mäßigem bis starkem Schneefall einflog, das den Flugplatz Burg Feuerstein überquerte. Die meteorologische Sichtweite und die Wolkenuntergrenze verschlechterten sich laut DWD-Gutachten auf Werte im „Mike“-Bereich (Sicht <3 km, Wolkenuntergrenze <1.000 ft AGL). Der Pilot versuchte dennoch, den Flugplatz anzufliegen, und fragte nach der „angezündeten Laterne“ als visuelle Orientierungshilfe.

Kontrollverlust und Absturz

Ab 17:34 Uhr flog die Cessna 177 B mehrere enge Kurven mit Querneigungswinkeln über 45° in etwa 100–130 m Höhe über dem Flugplatz. Die GPS-Aufzeichnung dokumentiert ab 17:42 Uhr eine steile Linkskurve, gefolgt von drei Vollkreisen und extremen Steig- und Sinkraten (>3.000 ft/min). Ein Zeuge berichtete, das Flugzeug habe sich nach einem steilen Aufstieg „in der Luft gedreht“, bevor es steil zu Boden stürzte. Der Aufprall erfolgte um 17:44:50 Uhr auf einem Kindergartengelände 1,8 km südöstlich der Piste 26.

Unfallursachen und beitragende Faktoren

Die BFU führt den Unfall auf den Einflug in Wetterbedingungen zurück, die für VFR-Flüge ungeeignet waren. Folgende Faktoren trugen dazu bei:

  1. Mangelhafte Flugvorbereitung:
    • Der Pilot hatte zwar am Morgen Wetterdaten (GAFOR, Radarbilder) abgerufen, diese deckten jedoch nicht den späteren Flugzeitraum ab.
    • Keine aktuelle Flugwetterberatung oder Vorbereitung für Ausweichflughäfen (z. B. Herzogenaurach, Nürnberg).
    • Die GAFOR-Vorhersage warnte zwar vor isolierten Schauern („ISOL SHGS“), unterschätzte jedoch die lokale Intensität der Schneefälle.
  2. Räumliche Desorientierung:
    • Im Schneeschauer verlor der Pilot die visuelle Orientierung. Die GPS-Daten zeigen unkontrollierte Flugmanöver mit extremen Querneigungen und Höhenänderungen.
    • Trotz verfügbarer Fluglageinstrumente (künstlicher Horizont, Garmin GNS 430) gelang es ihm nicht, die Kontrolle wiederzuerlangen.
  3. Selbstüberschätzung und „Get-There-Itis“:
    • Der Pilot ignorierte die expliziten Warnungen des Flugleiters („Bedingungen auf einer Skala von 0–10: maximal 2“) und versuchte wiederholt, den Heimatflugplatz zu erreichen.
    • Psychologisch typisch für solche Unfälle ist der „Plan Continuation Bias“: Die Beibehaltung des ursprünglichen Plans trotz klarer Gegenindikationen.
  4. Fehlendes Situationsbewusstsein (SA-Modell nach Endsley):
    • Wahrnehmung:
      Der Pilot nahm die Wetterverschlechterung zwar wahr, unterschätzte jedoch deren Dynamik.
    • Verständnis:
      Er verstand die Risiken, handelte aber nicht konsequent (kein Ausweichen zu Alternativflughäfen).
    • Prognose:
      Die falsche Einschätzung, den Flugplatz noch erreichen zu können, führte zur Zielfixierung.

Lehren für die Flugpraxis:

  • Wetterchecks sind kein „Klick-Durchlauf“:
    GAFOR-Vorhersagen stoßen bei instabiler Kaltluft an Grenzen. Aktuelle Radarbilder und METARs/TAFs sind essenziell – besonders bei Schauerlinien.
  • Ausweichoptionen vorab planen:
    Immer Alternativflughäfen und deren Anflugverfahren vorbereiten. Im Zweifel: Umkehren, bevor die Sicht unter „Mike“ fällt.
  • Instrumentenflugfähigkeit trainieren:
    Selbst erfahrene VFR-Piloten verlieren schnell die Kontrolle in IMC-Bedingungen. Regelmäßiges Üben unter der Haube schärft das Bewusstsein für räumliche Desorientierung.
  • Kommunikation nutzen:
    Klare Absprachen mit Flugleitern oder Flugsicherung können lebensrettend sein – besonders bei Grenzbedingungen.

Quelle: BFU, Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung

Einflug ins Vereinigte Königkreich

Die Bundeskommission Motorflug informiert: Mehrere Faktoren müssen beim Einflug in das Vereinigte Königreich (UK) beachtet werden. Wer einen Flug in das Vereinigte Königreich plant, findet nun alle nötigen Informationen zum Einflug in das „Drittland“ UK auf der Informationsplattform Providing information about international general aviation flights – GOV.UK (www.gov.uk), die von der Civil Aviation Authority eingerichtet wurde. Quelle: ‚DAeC‚.