Schlagwort-Archiv: EASA CS-23

Bristell B23 erhält EASA-Zulassung mit Rotax 916iS

BRM AERO hat am 17. Dezember 2025 die EASA-Zulassung nach CS-23 für die Bristell B23 mit dem neuen Rotax 916iS Motor erhalten. Damit ist die B23 das weltweit erste Flugzeug in dieser Kategorie, das mit dem 160-PS-Turbomotor zertifiziert wurde.

Mehr Leistung für die B23-Plattform

Die Zertifizierung erweitert die B23-Reihe um die bisher leistungsstärkste Motoroption. Der Rotax 916iS mit 160 PS ist besonders für anspruchsvolle Aufgaben wie den Segelflugzeug-Schlepp sowie für Flüge in großen Höhen ausgelegt.

Die Bristell B23 ist bereits seit dem 10. September 2025 nach FAA Part 23 in den USA zugelassen. Laut Hersteller wurden seit 2009 über 1.100 Bristell-Flugzeuge ausgeliefert, die sich auch im kommerziellen Schulungsbetrieb bewährt haben.

MerkmalWert
Startrollstrecke153 m
Startstrecke über 50 ft (15 m)286 m
Max. Schleppgewicht (Segelflugzeug)850 kg
Zertifizierte DienstgipfelhöheFL180 (18.000 ft / 5.486 m)
TBO (Time Between Overhaul)2.000 Stunden
Typischer Verbrauch im Reiseflugca. 24 l/h

Das maximale Abfluggewicht (MTOW) der B23 beträgt 750 kg, die maximale Zuladung liegt bei bis zu 280 kg.

Eine Plattform, mehrere Optionen

Die B23 ist als flexible Plattform konzipiert und bietet neben dem neuen 916iS auch folgende Motorisierungen an:

  • Rotax 912iS (100 PS): Sparsame Basismotorisierung.
  • Rotax 915iS (141 PS): Turbo-Version für Reiseflüge.
  • B23 915iS IFR (141 PS): Für die IFR-Schulung.

Alle Varianten teilen die gleiche zertifizierte Metallzelle und Avionik. Der Hauptunterschied liegt in der Motorleistung. Die Bristell B23-916iS kann ab sofort bestellt werden. Die ersten Auslieferungen an Kunden haben bereits begonnen. Am Werksflugplatz in Kunovice stehen Vorführmaschinen für Demoflüge bereit.

CS-23-Standard für die moderne Flugausbildung

Mit der P2008JC NG (Next Generation) bringt Tecnam eine konsequent weiterentwickelte Version seines Schulflugzeugs auf den Markt. Erstmals nach EASA CS-23 zertifiziert, kombiniert die NG-Version höchste Sicherheitsstandards mit moderner Einspritztechnik und einer bewährten Hybridzelle.

Herzstück ist der Rotax 912 iSc mit Kraftstoffeinspritzung. Er senkt den Verbrauch auf rund 14 l/h, reduziert die Betriebskosten deutlich und ermöglicht einen um bis zu 30 % geringeren CO₂-Ausstoss gegenüber klassischen AvGas-Trainern.

Charakteristisch bleibt die Tecnam-Hybridbauweise: aerodynamischer Kohlefaserrumpf für eine breite, komfortable Kabine, kombiniert mit robusten Metallflügeln – reparaturfreundlich und ideal für den harten Schulbetrieb. Damit positioniert sich die P2008JC NG als „No-Compromise“-Trainer zwischen älteren Metallflotten und empfindlichen Vollverbundmustern.

Im Cockpit setzt Tecnam auf ein modernes Garmin G3X Touch-Glascockpit und eine verbesserte Ergonomie. Weitere NG-Updates umfassen eine neu gestaltete Mittelkonsole, ein überarbeitetes Fenster-Design sowie komfortablere 3-Punkt-Gurte mit Trägheits-Aufrollern.

Für Flugschulen bietet die P2008JC NG zudem strategische Vorteile: In Kombination mit P-Mentor und P2006T NG lässt sich eine durchgängige, „All-Injected“-Flotte vom Ab-initio- bis zum Mehrmotoren-Training realisieren.

Die Tecnam P2008JC NG ist ab sofort bestellbar und in allen EASA-Staaten zugelassen – als wirtschaftlicher, nachhaltiger und sicherheitsorientierter Trainings-Standard der nächsten Generation.

Neues Elektro-Schulflugzeug

Die junge Schweizer Firma Milan Aircraft aus Langenthal hat auf dem Flugplatz Langenthal-Bleienbach ihr ambitioniertes Projekt vorgestellt: ein vollständig neu entwickeltes, praxistaugliches Elektro-Schulflugzeug. Im Gegensatz zu bisherigen Elektroflugzeugen, die bestehende Zellen nur umrüsten, setzt das Team um CEO Simon Wiedmer auf eine komplette Neuentwicklung.

Der Milan ist als viersitziges Flugzeug mit einem maximalen Abfluggewicht von 1’750 Kilogramm konzipiert und soll eine Nutzlast von bis zu 360 Kilogramm tragen. Die Reichweite und Ausdauer des Flugzeugs sind hoch gesteckt: Mit einer Batterieladung soll der Milan rund zwei Stunden in der Luft bleiben können, über 400 Kilometer Reichweite sind realistisch. Dabei wird etwa die dreifache Batteriekapazität eines durchschnittlichen Elektroautos verbaut.

Milan Aircraft verfolgt einen klaren Ansatz: Das Flugzeug wird von Grund auf um den elektrischen Antriebsstrang herum konstruiert, mit optimierter Aerodynamik und intelligenter Technik. Drei Patentanmeldungen für zentrale technische Bereiche sind bereits in Arbeit. Der Erstflug ist für 2027 geplant, Ende des Jahrzehnts strebt das Team die Zulassung nach EASA CS-23 Kriterien an.

Das Projekt zielt darauf ab, überalterte Schulflotten durch ein leises, effizientes und kostengünstiges Elektroflugzeug zu ersetzen – ein Schulflugzeug, das nicht nur flugtauglich ist, sondern auch Freude am Fliegen vermittelt. Milan Aircraft will damit einen neuen Maßstab für die nächste Generation von Schulflugzeugen setzen.