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DG-TM zur Steuerknüppel-Sicherung

TM DG-SS-10 / TM 800/52

Bei einer DG-300 hat sich die Kugel eines der beiden Gelenklager in der Aufhängung des Steuerknüppels aus dem Lager gelöst. Dadurch konnte der Steuerknüppel aus dem betroffenen Parallelogrammhebel herausgezogen werden.

Eine derartige Beschädigung eines Pendellager war bisher noch nicht bekannt. DG Aviation hat eine zusätzliche Sicherung entwickelt, die verhindern soll, dass in einem solch unwahrscheinlichen Fall der Steuerknüppel ganz aus einem Parallelogrammhebel herausgezogen werden kann.

Mit der eingebauten Sicherung können so Höhen- und Querruderausschläge gegeben werden, allerdings mit entsprechendem Spiel. Außerdem wird die Sicherung auch in dem bisher noch nicht aufgetretenen Fall, dass sich die Verstemmung eines der Gelenklager löst, wirksam sein. Weiterhin wird auch eine sichernde Scheibe über dem Gelenkstangenkopf der Quersteuer-Stoßstange an ihrer Verbindung zum Steuerknüppel eingebaut.

Dringlichkeit: 28.Feb.2026
Betroffene Flugzeuge: DG-100, -200, -300, -400, -600, -800 (alle Modelle)

Ab sofort kann das notwendige Material bei DG Aviation direkt bestellt werden. Handbuchseiten und Arbeitsanweisung werden mit dem Material verschickt. Quelle: DG Aviation.

-> Bestellungen direkt über dieses Formular.
-> Die TM finden Sie hier.
-> Ebenso die entsprechend angepassten Listen der gültigen Handbuchausgaben.

Steuerstangen waren nicht Unfall-Ursache

Im Jahr 2022 sind mehrere Segelflugzeuge des Typs DG-800 abgestürzt, alle endeten mit schwerwiegenden Folgen. Beim Unfall der HB-2320 in Savièse (VS), bei jenem der HB-2347 am Mont Tendre in Montricher (VD) sowie beim Absturz der HB-2449 im Val de Bagnes (VS) wurden die folgenden, ähnlichen technischen Befunde festgestellt:

  • Diverse Kontermuttern an Gelenkköpfen mit Aussengewinde des Steuergestänges waren lose
  • Die Fächerscheiben zwischen den losen Kontermuttern und Steuerstangen waren vorhanden.

Bei den verunfallten, eigenstartfähigen Segelflugzeugen des Musters DG-800 B waren diverse Kontermuttern bei den Gelenkköpfen der Steuerstangen lose, was sich nicht durch die Folgen des Unfalls erklären liess. Daraus kann geschlossen werden, dass sich die Verbindungen bereits vor dem Unfall gelöst haben und dieser Zustand möglicherweise seit längerer Zeit bestand.

Die Unfall-Untersuchungsstelle SUST hat darauf frühzeitig folgenden SicherheitsHinweis Nr. 43 publiziert:

„Hersteller, Halter und Eigentümer von Segelflugzeugen sollten die Unversehrtheit der Steuergestänge regelmässig überprüfen und insbesondere sicherstellen, dass die Sicherungen an Steuerelementen sachgemäss angebracht sind“. Der Hersteller verlangt seinerseits, dass sämtliche Kontermuttern mindestens einmal jährlich kontrolliert werden sollten.

Nachdem nun diese Unfälle abschliessend untersucht worden sind, hält die SUST fest:

Nicht festgezogene oder nicht korrekt gesicherte Kontermuttern an den Steuer-
stangen können die Betriebssicherheit der Steuerelemente beinträchtigen.
Es ist denkbar und naheliegend, dass das Design der Steuerelemente bei der
DG-800 B in ähnlicher Art und Weise auch bei anderen Segelflugzeugmustern und
Herstellern verwendet wird. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass das
obengenannte Sicherheitsdefizit auch bei anderen Segelflugzeugmustern und
Herstellern auftritt„.

Die unterschiedlichen Ursachen der drei Unfälle finden Sie oben in den verlinkten Untersuchungsberichten.