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LSV Cloppenburg vor den Trümmern seiner Geschichte

In einer schicksalhaften Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2025 wurde der Flugplatz Varrelbusch (EDWU) bei Cloppenburg von einem verheerenden Großbrand heimgesucht. Das Feuer, das gegen 0:42 Uhr gemeldet wurde, hat einen Großteil der Infrastruktur des Luftsportvereins (LSV) Cloppenburg zerstört und einen Millionenschaden hinterlassen. Der Flugbetrieb ist bis auf Weiteres eingestellt.

Flammeninferno vernichtet Gebäude und Flugzeuge

Nach ersten Erkenntnissen brach der Brand im Towergebäude des Flugplatzes aus und griff rasch auf die angrenzende Gaststätte, das Vereinsheim, Werkstätten und Teile der Hangars über. Ein Großaufgebot der Feuerwehr mit bis zu 250 Einsatzkräften kämpfte stundenlang gegen die Flammen, die sich auf einer Fläche von rund 100 mal 25 Metern ausbreiteten. Trotz des massiven Einsatzes konnten sie die Zerstörung wesentlicher Teile des Flugplatzes nicht verhindern. Neben den Gebäuden fielen auch die Tankstelle und mindestens vier Vereinsflugzeuge dem Feuer zum Opfer: zwei Motorflugzeuge, ein Motorsegler und ein Segelflugzeug.

Der materielle Schaden ist immens. Die Polizei schätzt ihn auf rund 750.000 Euro, der Vereinsvorstand auf 1.5 bis 2.0 Mio, da die Räumlichkeiten kürzlich renoviert worden seien und eine der Maschinen einen neuen Motor erhielt.

Fakten und Details zum Grossbrand:

Datum & UhrzeitNacht vom 5. auf den 6. Dezember 2025, ca. 0:42 Uhr
OrtFlugplatz Varrelbusch (EDWU), Cloppenbur
Brand-UrsprungVermutlich im Towergebäude, genaue Ursache unklar
Zerstörte InfrastrukturTower, Vereinsheim, Gaststätte, Hangars, Tankstelle, Werkstätten
Zerstörte Flugzeuge4 (2 Motorflugzeuge,
1 Motorsegler, 1 Segelflugzeug)
Geschätzter Schaden750.000 € (Polizei) bis 2 Mio. € (Verein)
VerletzteKeine

Verein bittet um Unterstützung

Der 1954 gegründete Luftsportverein Cloppenburg steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte. Der Flugplatz ist bis auf Weiteres nur noch nach vorheriger Genehmigung (PPR) anfliegbar. Um den Flugbetrieb, insbesondere für die aktive Jugendabteilung, so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können, hat der Verein einen Spendenaufruf gestartet. Die Gelder sollen als Soforthilfe für die Wiederbeschaffung essentieller Ausrüstung wie einer Funkanlage und Rettungsmitteln dienen.

Der Verein zeigt sich kämpferisch und blickt trotz des Schocks nach vorne. Der große Zusammenhalt der Mitglieder, die sich unmittelbar nach dem Brand zu Aufräumarbeiten versammelten, gibt Hoffnung für den Wiederaufbau.

Spendenkonto:

  • Empfänger: Luftsportverein Cloppenburg e.V.
  • IBAN: DE03 2805 0100 0092 4338 20
  • Verwendungszweck: Brandhilfe LSV Cloppenburg

Drei Tage mussten reichen

Mit nur einem Trainingstag und zwei fliegbaren Wettbewerbstagen fiel das Wetter-Fenster der diesjährigen Qualifikationsmeisterschaften in Varrelbusch knapp aus. Der ursprünglich vom 2. bis 12. Juli angesetzte Wettbewerb forderte Geduld von Teilnehmenden und Organisation – belohnt wurde das Warten mit zwei gelungenen Wertungstagen und überraschend guten Bedingungen.

In der Clubklasse siegte Hauke Schmoranzer (LS4), der sich auch den niedersächsischen Meistertitel sicherte. In der Standardklasse holte Jan Schulz (LS8) den Gesamtsieg, während Meike Müller (LS8) als Landesmeisterin ausgezeichnet wurde. Insgesamt 48 Pilotinnen und Piloten (27 in der Club-, 21 in der Standardklasse) gingen an den Start. Trotz der eingeschränkten Flugtage qualifizierten sich voraussichtlich je neun und acht Teilnehmende für die Deutschen Meisterschaften 2026 – abhängig von den Ergebnissen der anderen Qualifikationen.

Die Flugtage am 9. und 11. Juli boten anspruchsvolle, aber faire Aufgaben mit teils beachtlichen Schnittgeschwindigkeiten, vor allem über der Lüneburger Heide. Die Atmosphäre blieb trotz der wetterbedingten Pausen positiv: In Hangar und Werkstatt wurde gemeinsam diskutiert, gelacht und organisiert. Über 30 Helferinnen und Helfer sorgten mit großem Einsatz täglich für einen reibungslosen Ablauf – sei es an der Winde, im Wettbewerbsbüro oder am Grill. Ein Highlight war der überraschende Besuch eines Marinehelikopters der Bundeswehr, der für eine kurze Flugshow und spannende Gespräche sorgte.

Clubklasse:

  1. Rang: Hauke Schmoranzer, LS4 WL
  2. Rang: Oliver Springer, LS4 Neo
  3. Rang: Leif Eichhorn, LS4 Neo

Standardklasse:

  1. Rang: Jan Schulz, LS 8
  2. Rang: Jonas Meier, LS 8 Neo
  3. Rang: Björn Gintzel, LS 8 Neo

-> Webseite der Veranstalter.
-> Gesamt-Rangliste.