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Deutsche Jugend-Meisterschaft

Ganz ohne Motor, scheinbar ohne Antrieb kreist die Flotte, fast wie ein Schwarm übergroßer Vögel, am Himmel rund um den Flugplatz der Burg Feuerstein. Einer von diesen Piloten ist Patrick Benoist. Der 19-jährige Dobenreuther ist einer von den rund 75 Teilnehmern, die sich noch bis zum 20. August bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Segelflug auf Burg Feuerstein messen. Und der einzige Lokalmatador aus dem Landkreis.

Rund 50 Helfer sind im Einsatz, um das Event, das am 9. August offiziell startete, auf die Beine zu stellen. Ein Spektakel, das hoch in den Lüften einige spannende Duelle erahnen lässt. Maximal zwölf Wertungstage hätte es gegeben. Doch das Wetter muss mitspielen, die Thermik für die Segelflieger gut sein. Auch wenn alles gut aussieht, die Sonne scheint, reicht die Thermik oftmals nicht aus. Einige Wertungstage fielen aus.

Bisher scheint Patrick Benoist mit seiner ersten Deutschen Meisterschaft zufrieden zu sein. Er sei noch nicht so erfahren, habe erst rund 400 Flugstunden. Andere Teilnehmer haben über 1000. Mit dabei sind die Besten der Besten, der amtierende Europameister Simon Briel, einige Flieger aus dem Nationalteam. “Man kann viel lernen”, sagt Benoist. Am zweiten Wertungstag flog er in der Standardklasse, in der er startet, auf den zweiten Platz.

Fliegerei in die Wiege gelegt
Das Fliegen ist ihm irgendwie in die Wiege gelegt worden. Die ganze Familie liebt die Fliegerei. Opa, Onkel, Tante, die Cousins – alle sind Piloten. Auch Papa Max steigt privat gerne in den Segelflieger. Bei der Arbeit steuert der Berufspilot auch schonmal einen großen A320, erzählt Patrick. Nur Mama Gisela fliegt nicht selbst. Dafür Sohn Patrick umso mehr. Ob man als Mutter keine Angst hat? “Man stirbt tausend Tode”, sagt sie. Aber das ist sie mittlerweile gewohnt. Seit er 14 ist, hat sie sich mit dem sportlichen Hobby ihres Sohnemanns arrangiert. Später, als er in der Luft ist, verfolgt sie sein Flugzeug auf dem Handy, hat seine Flugdaten im Blick.

Alle zwei Jahre finden die Deutschen Juniorenmeisterschaften im Segelfliegen statt. Aufgrund der Pandemie war der Wettbewerb vergangenes Jahr abgesagt und auf diesen Sommer verschoben worden. Und so kamen zahlreiche Nachwuchspiloten bis 26 Jahren aus dem ganzen Land nach Burg Feuerstein. Auch zwei Gäste aus der Schweiz und Frankreich waren mit am Start. Täglich um zehn Uhr gibt es das Briefing für die Piloten. Dort erfahren sie dann, welche Routen am Tag zu fliegen sind. Wie weit es letztlich geht, hängt vom Wetter ab. Für den vergangenen Samstag war eine Tour Richtung Bayerischer Wald über das Fichtelgebirge und zurück nach Feuerstein geplant. Die Flugzeuge stehen in der Startaufstellung im Osten des Flugplatzes. Die Sonne knallt vom Himmel. Wer ein schattiges Plätzchen sucht, legt sich meist unter die Flügel seines Fliegers.

Die letzten Vorbereitungen vor dem Start laufen. Hier und da werden Flügel poliert. Auch Patrick Benoist legt nochmal Hand an, checkt seine Instrumente, schnallt sich seinen Not-Fallschirm um, der ihn im Fall der Fälle retten soll, und steigt ein. Er wirkt selbstsicher, routiniert. Kein Wunder. Es ist sein Heimatflughafen. Er kenne das Gebiet gut, hat er zuvor gesagt. Und dann geht es los. Die Motoren der Zugmaschinen heulen auf und ziehen die ersten Segelflieger in die Lüfte. Auch Patrick Benoist steigt mit auf. Wenn er oben in der Luft sei, sagt er, und sich im Wettbewerb misst, dann sei er fokussiert. Ganz anders, wenn er allein fliegt. Was das für ihn heiße? “Freiheit”, sagt er.

Knapp 15 Piloten kreisen rund um den Flugplatz, suchen die richtige Thermik, um aufzusteigen, um sich in der Luft halten zu können. Mehrmals wechseln sie die Position, fliegen vom Westen in den Osten, versuchen an Höhe zu gewinnen. Die übrigen Starter bleiben erstmal am Boden. Nach und nach verlieren die Piloten an Höhe, können nicht aufsteigen. Einer nach dem anderen landet wieder. Später am Tag soll dann neutralisiert werden. Das heißt, dass nicht mehr geflogen wird. “Die paar Minuten waren vor allem sehr heiß und stressig, weil alles in niedriger Höhe war und die Thermik sehr schwach beziehungsweise kaum vorhanden”, bilanziert Benoist am Abend. Quelle: ‘Nordbayern.de‘.

Burg Feuerstein Traingslager des bayerischen D‑Kaders

Der Flugplatz Burg Feuerstein wird vom 28. Mai bis zum 5. Juni zur Heimat für 15 junge bayerische Leistungspiloten und ihre Trainer. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im August 2021 finden auf dem Flugplatz Burg Feuerstein die Deutschen Segelflug-Meisterschaften der Junioren (DMJ) statt. Zur Vorbereitung auf dieses Ereignis kommen 15 Piloten des bayerischen D‑Kaders vom 28. Mai bis zum 5. Juni zum Training. Unter Anleitung des Bundestrainers Dr. Wolfgang „Wolli“ Beyer und des bayerischen Landestrainers Dr. Claus Triebel lernen die Piloten, die alle unter 25 Jahre alt sind, das Wettbewerbsgebiet und seine Besonderheiten kennen. Vom Feuerstein aus werden die Flüge bei entsprechendem Wetter über den Steigerwald in den Odenwald, von der Rhön bis in den Thüringer Wald und das Erzgebirge sowie über den Bayerischen Wald bis zur Tschechischen Republik reichen. Bestens vorbereitet haben sie gute Chancen, im August um die Titel in der Club- und Standardklasse mitzufliegen. Gleichzeitig mit dem Training des D‑Kaders werden auch noch einige neue B‑Trainer ausgebildet, die nächste Trainer-Generation kann also das Erlernte gleich umsetzen. Die Bedingungen auf dem Flugplatz Burg Feuerstein sind optimal für das Trainingslager: „Hier finden wir alles, was wir brauchen: Genügend Platz für Flugzeuge und Campen, frühen Thermikbeginn und spannende Streckenführung, starke Schleppmaschinen und ein tolles Team, das uns unterstützt“, so Dr. Beyer. Teilnehmer Patrick Benoist, der am Feuerstein beheimatet ist, freut sich: „Endlich kann ich mit meinen Freuden und Teamkameraden aus dem D‑Kader im heimischen Fluggebiet für die Deutsche Meisterschaft trainieren.“ Ursprünglich war das Lager für Anfang Mai geplant, musste aber wegen Corona verschoben werden. Bis zu 800 km ist Patrick dieses Jahr schon am Stück im reinen Segelflug geflogen, im Trainingslager will er seine Erfahrungen erweitern und seine Fähigkeiten weiterentwickeln.

„Wir freuen uns sehr auf den D‑Kader. Zusammen mit den anderen Gästen, die in dieser Zeit vom Feuerstein aus fliegen, können wir alle unsere Systeme testen“, so Tanja Adamski, Operations Managerin der Fränkische Fliegerschule Feuerstein. Seit Monaten arbeitet das Team bereits an der Vorbereitung der DMJ im August. Nach der Absage im vergangenen Jahr sind die Veranstalter dieses Jahr zuversichtlich, den Wettbewerb vom 8. bis 20. August durchführen zu können. 75 Flugzeuge starten dann jeden Morgen am Feuerstein, auch für Zuschauer ein beeindruckendes Schauspiel. Quelle: ‘Wisentbote‘.

Ebernmannstadt: Kleinflugzeug-Absturz

Beim Absturz seines Kleinflugzeugs auf dem Gelände eines Kindergartens im oberfränkischen Ebermannstadt ist ein 64-jähriger Mann getötet worden. 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei seien sofort nach Eingang des Notrufs am späten Dienstagnachmittag zur Unglücksstelle geeilt, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken mit. Für den Piloten sei jedoch jede Hilfe zu spät gekommen. Die Cessna des 64-Jährigen war den Angaben zufolge im Außenbereich des Kindergartens von Burg Feuerstein abgestürzt. Der Mann sei in dem völlig demolierten Flugzeugwrack seinen tödlichen Verletzungen erlegen. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Bamberg nahmen Ermittlungen zur noch ungeklärten Absturzursache auf. Quelle: ‘MZ-web.de‘. Weiterführender Bericht: Bayerischer Rundfunk.

“Himmlisches” Spiel mit den Kräften der Natur

Acht Tage lang gehört der Himmel über der Burg Feuerstein und im weiten Umkreis den Segelfliegern. Beim “Frankensprint” versuchen die Teilnehmer, die Thermik bestmöglich zu nutzen. Darunter auch ein junger Lokalmatador. Samstagmorgen, 10.30 Uhr: Patrick Benoist steht vor seinem Segelflieger auf dem Flugplatz Feuerstein. Zusammen mit Vater Max füllt der 18-Jährige aus Dobenreuth Wasser in die Flügel, 110 Liter passen in den Tank. “Je schwerer der Flieger, desto mehr Höhe kann ich gewinnen”, erklärt Patrick. Seit vier Jahren fliegt er selbst, hat das Handwerk auf dem Feuerstein gelernt. “Er kennt nichts anderes als die Fliegerei”, sagt sein Vater lächelnd.

Die beiden sind zum Fliegersprint gekommen, einem Wettbewerb, den die Fränkische Fliegerschule EDQE vom 1. bis 8. August veranstaltet. 40 Piloten nehmen mit 35 Segelfliegern an dem Wettbewerb teil. Dabei gibt es zwei Klassen: Die Club-Klasse und die gemischte Klasse. Beide Klassen bekommen täglich eine neue Aufgabe, sie fliegen auf Strecken bis zu 450 Kilometer. Wer am schnellsten ist, bekommt die meisten Punkte in der Wertung.

Bevor es losgehen kann, werden alle Piloten im Briefing über die aktuelle Lage informiert: Aufgrund der Corona-Hygieneregeln müssen Abstände eingehalten werden, auch wird stark auf die Sicherheit geachtet. Das Wetter ist am ersten Wettkampftag alles andere als perfekt: Während jeder Wanderer oder Wochenendausflügler sich – abgesehen von der Hitze – über den Sonnenschein freuen würde, sorgt der wolkenlose Himmel dafür, dass die fürs Segeln wichtigen Aufwinde fehlen – “Blauthermik” nennt sich das im Segeljargon. Deswegen wurde die Strecke auch abgekürzt.

Für Patrick Benoist ist es der erste Wettbewerb dieser Art. Er tritt in der gemischten Klasse an, die eine knapp 212 Kilometer lange Strecke abfliegt. Vom Feuerstein aus geht es Richtung Nordwesten in Richtung Königsberg, anschließend nach Neustadt bei Coburg, bevor die Segler über Warmensteinach wieder zurück fliegen. Trainiert hat Patrick bereits in den vergangenen Tagen – auch bei Wetterlagen, bei denen man unter normalen Bedingungen nicht fliegen würde. Das ist die Herausforderung an Wettbewerben: Dort wird beinahe immer geflogen. Das Training ist notwendig, weil auch die Konkurrenz beim Frankensprint stark ist.

“Eigentlich hätten aktuell die Deutschen Meisterschaften der Junioren stattfinden sollen. Die wurde abgesagt, weshalb jetzt auch hier ganz viele sehr gute Junioren mitfliegen”, meint der heimische Nachwuchssegelpilot. Trotzdem ist der Wettbewerb nach langer Corona-Zeit bewusst entspannt gestaltet, auch die Regularien wurden etwas gelockert. Deswegen dürfen beispielsweise auch die Piloten im Flieger wechseln, was unter normalen Umständen nicht erlaubt wäre. “Es soll ja Spaß machen”, meint Patrick. Quelle: ‘Nordbayern.de’.