Die anhaltenden Spannungen rund um den Persischen Golf sorgen auch in der Allgemeinen Luftfahrt für Unsicherheit. Viele Pilotinnen und Piloten fragen sich derzeit, wie stabil die Versorgung mit Flugtreibstoffen bleibt, ob es zu Engpässen bei JET A-1 kommen könnte und wie sich die Preise entwickeln. AOPA Germany hat dazu beim Treibstoffanbieter Bollinger Aviation nachgefragt. Das Unternehmen mit Sitz in Egelsbach beliefert nach eigenen Angaben rund 450 Flugplätze in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark mit AVGAS und JET A-1.
Die wichtigste Nachricht vorweg: Bei AVGAS 100LL sind aktuell keine Engpässe in Sicht. Nach Angaben von Geschäftsführer Martin Bollinger gilt dies ebenso für alkoholfreies Mogas beziehungsweise Super Plus sowie für die Sorten UL91 und UL94. Für die Kolbenfliegerei bedeutet das zunächst Planungssicherheit.
Auch bei den Preisen zeigt sich die Lage derzeit vergleichsweise stabil. Trotz höherer Energiesteuern auf Flugtreibstoffe, aufwendiger Logistik und umfangreicher regulatorischer Vorgaben bewegen sich die Endkundenpreise an vielen von Bollinger versorgten Flugplätzen weiterhin in einem Bereich von etwa 2,50 bis rund 3,00 Euro pro Liter inklusive Mehrwertsteuer. Mogas für den Flugbetrieb liegt teils noch darunter.
Etwas differenzierter stellt sich die Situation bei JET A-1 dar. Hier sei vor allem eine breite Beschaffungsstrategie entscheidend. Statt sich auf nur eine Raffinerie oder Bezugsquelle zu verlassen, setzt Bollinger Aviation nach eigenen Angaben auf mehrere Lieferanten. Fällt eine Quelle aus, könnten alternative Versorgungswege genutzt werden.
Für die von Bollinger belieferten Verkehrslandeplätze und Regionalflughäfen besteht damit derzeit ebenfalls kein akuter Anlass zur Sorge. Dennoch bleibt der Markt angesichts geopolitischer Spannungen volatil – insbesondere im Bereich kerosinbasierter Treibstoffe.
Für Betreiber, Vereine und Pilotinnen und Piloten heißt das aktuell: Die Versorgungslage ist stabil, der Blick auf die internationale Entwicklung bleibt jedoch wichtig.

