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Mit dem Flieger zum Kitzbüheler Horn

Konstantin Mahler vom Aero-Club Bamberg verbindet das Fliegen regelmässig mit Bergwanderungen. Dieses Jahr führte ihn ein Tagesausflug zum Kitzbüheler Horn, mit dem Flugplatz St. Johann in Tirol (LOIJ) als Zielflugplatz.

Hinflug: Bamberg – St. Johann in Tirol

Der Start erfolgte am 14. Juli 2026 um 06:30 Uhr lokal ab Bamberg-Breitenau mit einer WT9. Die geplante Reisezeit betrug rund 1:40 Stunden. Die Wetterlage war bewölkt, ohne Niederschlag oder starken Wind. Für den frühen Morgen bestand die Möglichkeit von Bodennebel und tiefer Wolkenuntergrenze.

Nach dem Abflug erfolgte die Freigabe über FIS für den Delta-Durchflug über Nürnberg. München Radar erteilte anschliessend die Freigabe für FL060. Mit kräftigem Rückenwind aus Norden erreichte die Maschine eine Groundspeed von 109 Knoten bei einer True Airspeed von 88 Knoten. Da die Öffnungszeit des Zielflugplatzes erst um 08:00 Uhr lokal begann, wurde das Propellersetting für einen spritsparenden Reiseflug angepasst.

Südlich von München wurde der Charlie-Luftraum mit 3000 Fuss unterquert. Der Einflug in die Alpen erfolgte planmässig über Unterwössen und Kössen. Der Meldepunkt Griesenau für St. Johann in Tirol war der letzte Orientierungspunkt vor dem Anflug auf Piste 31. Das Tal lag bei Ankunft frei von Nebel und im frühen Sonnenschein.

Wanderung: Kitzbüheler Horn

Der Flugplatz LOIJ liegt am Fuss des Kitzbüheler Horns. Vom Platz aus ist der Einstieg in den Wanderweg nach wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Der Aufstieg führt zunächst über Forststrassen, dann über alpine Wanderwege mit Blick auf das Inntal und die umliegenden Berge. Oberhalb der Harschbichlhütte wird das Gelände steil und alpin.

Aufgrund der Windverhältnisse und der wechselhaften Sicht am Gipfel entschied sich Mahler gegen den Klettersteig und wählte den Normalweg. Am Gipfel angekommen, war die Ruhe vorbei: Touristen, die per Gondel oder E-Bike von der Kitzbüheler Seite aufgestiegen waren, bevölkerten den Gipfelbereich. Nach einer kurzen Rast und einem Kaiserschmarren trat Mahler den Abstieg an.

Nach sechs Stunden Gesamtzeit waren knapp 21 Kilometer und 1450 Höhenmeter zurückgelegt.

Rückflug: St. Johann in Tirol – Bamberg

Der Rückflug startete nach Bezahlung der Landegebühr. Der Ausflug aus den Alpen war von Thermik geprägt, aber problemlos fliegbar. Auf dem Weg nach Norden war FIS zeitweise nicht erreichbar – ein Problem, das offenbar auch andere Piloten in der Region betrafen. Unterhalb des Münchner Charlie-Luftraums verbesserte sich die Funkverbindung wieder.

Für einen ruhigen Heimflug über den Wolken wurde über Ingolstadt Radar eine Freigabe für FL085 durch die ED-R 144 erwirkt. Die Rückflugzeit betrug ebenfalls rund 1:40 Stunden, mit etwas mehr Leistungseinsatz gegen den nun schwächeren Gegenwind. Die Landung erfolgte auf Piste 03 in Bamberg-Breitenau.

Bamberg renoviert Club Arrow

Der Aero-Club Bamberg e.V. hat seine Vereinsmaschine, eine Piper PA28 Arrow II (D-EJFF, Baujahr 1974), nach einem halbjährigen Aufenthalt in der Werft von Air Team in Kunovice (Tschechien) rück-überführt. Das Flugzeug wurde umfassend modernisiert und mit neuer Avionik ausgestattet.

Umfang des Avionik-Upgrades

Im Rahmen der Überholung wurden alle Kabelbäume und die Innenausstattung erneuert. Die klassischen Rundinstrumente wurden durch moderne Systeme ersetzt. Zur neuen Ausstattung gehören zwei Garmin G5 als Hauptinstrumente für Flug-Geschwindigkeit, Höhe, Lage, Kurs und Navigation. Ein Garmin GTN 650Xi dient der Navigation. Ein Autopilot Garmin GFC 500 reduziert die Arbeitsbelastung und erhöht die Sicherheit. Ein Garmin GI 275 EIS überwacht das Triebwerk. Die Kommunikation erfolgt über ein Intercom Garmin GMA 350c. Die Piloten des Vereins werden derzeit in die neuen Systeme eingewiesen.

Überführungsflug

Die Rückholung der D-EJFF erfolgte am 20. Februar 2026. Ein dreiköpfiges Team des Aero-Clubs flog mit einer weiteren Vereinsmaschine nach Kunovice (LKKU). Die Strecke von 260 Nautischen Meilen wurde auf einer Reiseflughöhe von FL055 absolviert. Trotz Gegenwinds und nur noch 95 Knoten Groundspeed und anspruchsvollen Wetter-Bedingungen mit Seitenwind bei der Landung verlief der Hinflug problemlos.

Der Rückflug erfolgte im Formationsflug in 5000 Fuß Höhe. Trotz einer Wetter-Verschlechterung kurz vor Bamberg erreichten beide Maschinen ihren Heimatflugplatz sicher.

Flugplatz Bamberg wird Naturschutzgebiet

Am 28. Juni 2025 trat eine Verordnung in Kraft, die den Flugplatz Bamberg-Breitenau zum Naturschutzgebiet erklärt. Damit wird eine einzigartige Verbindung zwischen Flugbetrieb und Naturschutz geschaffen, bei der sich beide gegenseitig ergänzen.

Der über 100 Jahre alte Flugplatz, einst militärisch genutzt und seit 2012 im Besitz der Stadt Bamberg, ist heute ein wichtiger Teil der regionalen Infrastruktur. Die Entscheidung, ihn zu erhalten, bewahrte das Gelände vor Bebauung und ließ dort ungestörte Natur entstehen.

Der Flugbetrieb trug wesentlich zur Entstehung und Erhaltung der wertvollen Flächen bei, heißt es in der Verordnung. Rund 200 seltene Tier- und Pflanzenarten leben nun auf den Sandmagerrasen der Breitenau. Der Flugplatz bleibt unverändert in Betrieb – als Beispiel dafür, wie Luftfahrt und Naturschutz im Einklang bestehen können.

Segelflugzeug stürzte auf Tankstelle

In Bamberg ist am Sonntag, 29. September ein Segelflugzeug auf ein Tankstellen-Gelände gestürzt. Nach Angaben der Polizei war der 58jährige Pilot im Landeanflug auf den Bamberger Flugplatz gewesen. Aus bislang ungeklärter Ursache touchierte der Segelflieger eine Preisanzeigetafel und stürzte auf das Tankstellengelände.

Pilot schwer verletzt
Der Pilot konnte aus dem Flugzeug geborgen werden, erlitt aber schwere Verletzungen. Weitere Personen wurden nach Angaben der Polizei nicht verletzt. Allerdings wurden zwei geparkte Fahrzeuge beschädigt, der Betankungsbereich wurde nach Angaben der Polizei aber nicht beschädigt. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf rund 80’000 Euro.

Großeinsatz für Rettungskräfte
Ein Experte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat noch am Sonntag-Nachmittag vor Ort die Ermittlungen übernommen. Ein Großaufgebot von Rettungs-Kräften sei im Einsatz gewesen, da am Anfang nicht klar war, ob auch für die Bevölkerung eine Gefahr rund um die Tankstelle ausgehe, so ein Polizeisprecher. Dies sei allerdings nicht der Fall gewesen. Quelle: ‚Bayerischer Rundfunk‚. Bild: ‚Feuerwehr Bamberg‘.