AMF Trainingslager auf dem Klippeneck
Das Sommer-Trainingslager ist längst ein fester Termin im Veranstaltungskalender des Dr. Angelika Machinek Fördervereins Frauensegelflug e.V. – und auch 2025 versammelten sich vom 15. bis 23. August Segelfliegerinnen und -flieger auf dem Klippeneck, um gemeinsam zu fliegen. Von fast frisch gebackenen Lizenzinhaberinnen bis hin zu Pilotinnen mit über 2.000 Flugstunden im Logbuch war alles vertreten.
Individuelles Coaching mit Top-Betreuung
Eine der Stärken des Trainingslagers: das exzellente Betreuungsverhältnis. Mit acht engagierten Trainern für 15 Trainees war eine individuelle Betreuung garantiert. Die Leitung lag in den erfahrenen Händen von Veit Layer und Rainer Peghini, unterstützt von einem kompetenten Trainerteam: Walter Eisele, Ralf Fischer, Abi Kießling, Silvan Meckelnburg, Michael Weingart und Jürgen Wisbacher gaben ihr Wissen mit Leidenschaft weiter.
Beste Bedingungen – auch in der Luft
Dank der großzügigen Unterstützung des Vereins zur Förderung des Strecken- und Wettbewerbs-Segelfluges in Baden-Württemberg e.V. (SBW) standen den Pilotinnen die beiden Duo Discen BW1 und BW4 zur Verfügung. Zusammen mit dem Janus des AMF konnten so bis zu drei Doppelsitzer gleichzeitig eingesetzt werden – ideale Voraussetzungen für intensives Training.
Weiterbildungszentrum Klippeneck – Segelfliegen mit Rundum-Service
Trotz einer weiteren großen Gastgruppe auf dem Gelände kam nie Hektik auf – der weitläufige Platz ließ genug Raum für alle. Die eingespielten Helferteams sortierten das Grid mit beeindruckender Präzision, ein ganz herzliches Dankeschön für den professionellen Ablauf!
Übungswetter mit Lerneffekt
Die „nicht perfekten“ Bedingungen Mitte August boten reichlich Gelegenheit, wichtige Basics zu festigen. Auch Krabbeln und Ausbuddeln will gelernt sein! An vier Tagen waren dann doch Streckenflüge von über 400 Kilometern möglich – quer über die Schwäbische Alb und bis in den Schwarzwald. Zwar forderten niedrige Basishöhen und anspruchsvolle Wetterlagen volle Konzentration, doch unter Anleitung der erfahrenen Trainer wagten sich viele dorthin, wo sie solo wohl nicht hingeflogen wären. Besonders der Schwarzwald, wurde so zum spannenden Erfahrungsraum – natürlich immer mit Blickrichtung Flachland.
Regenpause? Von wegen!
Nach drei intensiven Flugtagen war erstmal Schluss mit Thermik – statt in der Luft ging’s für die Gruppe in die Welt der Flugzeugfertigung – und das wurde unerwartet zum Highlight. Trainee Anna Fuchs, die beim traditionsreichen Leichtflugzeugbauer Junkers Aircraft in Oberndorf-Hochmössingen ihre Ausbildung zur Fluggerätemechanikerin macht, öffnete für die Gruppe die Tore ihrer Ausbildungsstätte. Fast alle Komponenten der legendären Junkers-Flieger werden vor Ort gefertigt. In traditioneller Bauweise und mit stolzen 35.000 Nieten pro Flugzeug entstehen hier die Klassiker F13, A50 Junior und A60 – modern interpretiert, aber mit Seele und Stil der Luftfahrtgeschichte. Ein seltenes Erlebnis, so nah an den Ursprung echter Flugzeugbaukunst heranzukommen!
Wolken lesen lernen – Theorie mit Aha-Moment
Weniger spektakulär, aber ebenso lehrreich ging es am nächsten Tag weiter: Jürgen Wisbacher nahm sich dem Thema Temp-Diagramme an – für viele bislang eher ein Buch mit sieben Siegeln. Was genau sagt so ein „Konfusionsdiagramm“ eigentlich aus? Und wie kann man es praktisch nutzen? Zugegeben, die Begeisterung hielt sich anfangs in Grenzen – doch im Laufe der Einheit klickte es bei vielen. Neue Erkenntnisse, Aha-Momente und vor allem das Versprechen an sich selbst: In Zukunft nicht nur auf Apps verlassen, sondern auch mal selbst ins Wetter schauen und mitdenken.
Ein würdiger Abschluss – mit Thermik, Teamgeist und Ausblick
Ein letzter Flugtag war uns vergönnt – und der hatte es in sich! Wie Abi es treffend formulierte: „Da, wo die Sonne scheint, da geht’s – wo sie nicht scheint, eben nicht.“ Und genau das machte den Tag so lehrreich. Trotz der kniffligen Bedingungen gelang es dem Trainerteam, fast alle Trainees sicher zurück auf den Heimatplatz zu bringen. Nur wenige Außenlandungen gab es – und die gingen meist auf das Konto der selbst fliegenden Crew Members. Jede Teilnehmerin reiste mit einem Kopf voller neuer Erkenntnisse und Eindrücke ab – und einem Strahlen im Gesicht. Währenddessen ging es für die meisten Trainer nahtlos weiter: Direkt im Anschluss übernahmen sie das Streckenfluglager der BWLV-Luftsportjugend, bevor das Klippeneck an die neuen Fluglehrer-Anwärter übergeben wurde – wieder mit Teilen des Trainerteams im Einsatz. Ein großes Dankeschön für dieses Engagement!

