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Hoffen, dass alles da ist

Ende Oktober 2025 treffen die beiden Container der AKAFLIEG GRAZ planmäßig in Pokweni ein. Als Renate, Nolde und ich Anfang November unser viertes Fluglager beginnen, heißt es zunächst: warten – durchaus segelfliegertypisch.

Autor: Georg Kirchner

Ein kräftiger Regen hatte die Kalahari zuvor ordentlich durchgespült, die Flugplatz-Pfanne stand unter Wasser. Nolde nutzte die Gelegenheit zum improvisierten „Watt-Wandern“. Ist die Lehmpfanne überflutet, ist sie als Start- und Landefläche unbrauchbar – also heißt es für die Mannschaft: Flugzeuge zur Piste verlegen. Dort sind Starts und Landungen problemlos möglich, aber der zusätzliche Aufwand ist beträchtlich.

Dann endlich: Das Wasser zieht ab, die Pfanne trocknet – und präsentiert sich wieder als idealer Naturflugplatz. Passend dazu beginnt auch die Thermik wieder zu „brüllen“.

Bei der Startaufstellung stellen wir fest: wieder einmal etwas spät dran. Die Cumuli locken, stehen jedoch noch tief – 900 Meter GND sind nicht gerade komfortabel.


Sunrise über der Kalahari

Nach einem langen Flugtag – und einem ebenso langen Abendessen – entsteht die entscheidende Idee: Renate ist noch nie im Arcus geflogen und noch nie in Pokweni mitgestiegen. Das muss sich ändern. Sandra und Axel beschließen kurzerhand einen Sunrise-Flug. Die Copiloten Fabio (letzter Flugtag) und Benni (erster Flugtag) sind sofort dabei.

Befehl: 05:00 Uhr aufstehen, 05:30 Uhr startklar. Als wir tatsächlich zur Morgendämmerung am Platz eintreffen, steht der Arcus bereits startbereit auf der Bahn.

Der Start gelingt gerade noch rechtzeitig, um bei Sonnenaufgang in 1’000 Meter GND den Motor abzustellen. Das lautlose Gleiten im ersten Licht über der Kalahari ist für uns beide ein besonderer Moment. Fast hätte uns ein einzelner Springbock mitten auf der Pfanne die Landung vereitelt – doch auch diese Episode endet souverän.

Renate meistert ihren Sunrise-Flug mit Bravour. Mit etwas Training steht einem gemeinsamen 1’000-Kilometer-Flug künftig nichts im Wege.


Fazit: Sieben Wochen Fliegerurlaub vom Feinsten – Pokweni/Namibia

  • Rund 4’000 Kilometer Autofahrt (2× Hodenhagen retour à 1’000 km)
  • 30 Starts, etwa 200 Flugstunden und rund 20’000 Kilometer in der Luft
  • Strecken bis über 1’100 Kilometer
  • Stundenschnitte von über 190 km/h – darunter 240 Kilometer ohne einen einzigen Kreis
  • Flughöhen von mehr als 5’000 Metern
  • Und nicht zuletzt: beste Betreuung auf der Farm von Annalie und Jos
Der Vulkan Brukkaros, etwa 270 km südlich von Pokweni; wir erreichten ihn etwas tiefer als geplant.

Pokweni bleibt damit einmal mehr ein Ort, an dem Aufwand und fliegerischer Ertrag in einem außergewöhnlichen Verhältnis stehen.

-> 1.Teil – Vorbereitung

-> Vollständiger Bericht

Auf nach Namibia!

Die Akaflieg Graz machte sich Ende August mit einem Arcus M auf die Reise nach Pokweni in Namibia. Sie berichtet hier über die erste Etappe.

Nach den drei Akaflieg-Fluglagern 2025 (Nötsch, Dobersberg und Szatymaz) haben die Vorbereitungen für das vierte AKAFLIEG-Fluglager in Pokweni begonnen. Bereits am 30. August 2025 begann der Arcus M seine Anreise nach Hodenhagen zum Einpacken in den Container. Auf der ersten Station, dem Flugplatz Deggendorf, trafen wir am frühen Morgen auf ein interessantes Blech-UL. Eine ZENAIR STOL CH801: Mit starren Vorflügeln fliegt sie laut stolzem Besitzer noch bei 50 km/h.

Unsere zweite Station war der Flugplatz Büchig bei Ostheim (wo Walter Binder seine grandiosen EB-Flugzeuge baut: Mit 28 m Spannweite und einer Gleitzahl von etwa 66). Walters Nachfolger, sein Neffe Oliver Binder, hatte dort unseren Arcus M Namibia-tauglich vorbereitet.

Letzte Station auf unserem Straßen-1000er war Hodenhagen, wo wir einen Tag lang sechs Flugzeuge samt Zubehör in einem Container verstauten: Nebst guter Planung dank Axel Nuss war das vor allem harte Arbeit: Die Flächen und Rümpfe werden ja jedes Jahr immer schwerer.