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Zum Mittagessen nach Venedig

Die Sportfliegergruppe Ybbs feiert am 25. Juni ihr 50-Jahr-Jubiläum. Oder: was die Faszination „Fliegen“ ausmacht. Wenn die Sportfliegergruppe Ybbs am 25. Juni ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert, dann ist das für knapp 130 aktive Vereinsmitglieder allemal ein Grund zum Feiern. Und das nicht nur, weil für sie sechs Motorflieger, ein Ultralight und fünf Segelflugzeuge im Hangar in Leutzmannsdorf, Gemeinde St. Georgen am Ybbsfelde, zum Abheben bereitstehen. Das Engagement einer Handvoll flugbegeisterter Mostviertler hat ihnen den Traum vom Fliegen zur Wirklichkeit werden lassen. „In der Donaustadt war kein geeigneter Platz zu finden, deshalb sind wir in die Nachbarschaft ausgewichen“, erklärt Franz Becksteiner, Gründungsmitglied und Langzeitobmann, den Vereinsnamen. „Erfreulicherweise gab es von der Bevölkerung vom Start weg dort großen Zuspruch. Wer kann schon von sich behaupten, dass sein Ort einen eigenen Flugplatz hat!“

Dabei war es am Anfang ein kleiner Acker, den der Verein gepachtet hatte. In kleinen Schritten arbeitete sich die kleine, feine Fliegergruppe langsam hoch. Zwar gab es bald einen Hangar und den Flughafen-Tower, die 485 Meter lange Start- und Landepiste bekam aber erst 2013 eine Asphaltdecke. Heute verfügt die Anlage über alles, was es für einen modernen Betrieb braucht. Bis zu 2.000 Kilogramm schwere Flugzeuge – mit Sondergenehmigungen sogar bis 7.500 Kilogramm – können in Leutzmannsdorf starten und landen, Flugzeuge und Hubschrauber mit bis zu sechs Sitzen. Starten und landen können sie von beiden Seiten – aus 40 Grad Ost bzw. 220 Grad Westen, wie Leopold „Poldi“ Buber, einer der Männer der ersten Stunde, weiß. „Das Abheben und die Landung sind überhaupt die kritischsten Phasen, die jeder Pilot beherrschen muss“, weiß der 66-Jährige, der seit seiner Pensionierung am Platz das „Mädchen für alles“ ist.

1980 hat er seine erste Lizenz für Segelflieger gelöst. Ein dreiviertel Jahr später folgte der Motorflieger-Schein. „Die Freiheit in der Luft und das Fluggefühl haben in all den Jahren nichts an ihrem Reiz verloren. Ganz im Gegenteil“, sprüht er vor Begeisterung. „Ich bin als kleiner Bub in meinem Heimatort Lunz immer auf den Kogel geklettert, um Flugzeuge beobachten zu können.“ Angefangen hat Buber, wie viele seiner Vereinskollegen, mit der Segelflugausbildung. „Das ist am besten, um Fluggefühl und vor allem ein Gespür für die Thermik zu lernen“, erklärt Buber, dem in Österreich von den insgesamt 58 Flugplätzen nur mehr zwei auf seiner persönlichen Landeliste fehlen.

Seit acht Jahren Obmann im Verein
Wer die Leistungen seiner Vereinsmitglieder am meisten zu schätzen weiß, ist Bernhard Ertl. Der gebürtige Amstettner zeichnet seit acht Jahren als Obmann verantwortlich und hat 2012 auch den tödlich verunglückten Starpiloten im Verein, Hans Gutmann, als Bundessektionsleiter im Aeroclub abgelöst. „Der Hans hat mich zum Fliegen gebracht und war ein Riesenverlust für uns alle“, erinnert sich Ertl an die dunklen Stunden im Jahr 2011, die neben Gutmann auch den Ybbser Hans Siedler und Reinhard Holl in den Tod rissen. „Wie so oft in der Fliegerei ist menschliches Versagen ein Hauptgrund für einen Absturz. Der Hans hat die Situation bei extremem Wind einfach unterschätzt und ist über den Alpen zu tief gesunken!“ Im Grunde genommen sei das wie mit Fehlern auf der Straße, vergleicht Ertl. „Jeder hat schon einmal gefährliche Situationen erlebt, in denen es knapp war!“ In seinem Fall erinnert er sich an eine Begegnung in der Luft, bei der ihm ein anderes Flugzeug auf geschätzte 30 bis 50 Meter nahe gekommen war. „Ich bin damals gegen die Sonne geflogen und man sieht dann ein anderes Flugzeug erst im letzten Moment“, erzählt er und weiß, dass solche Vorfälle aber die absolute Ausnahme sind. Die Fliegerei ist in jeder Hinsicht von modernster Technik begleitet, die am Boden wie auch im Flugzeug viele Warnstufen für Grenzsituationen frühzeitig kennt.

Vom Flugschüler zum Piloten
Seit der Gründung ist Leutzmannsdorf auch ein Zentrum für die Pilotenausbildung. Was es dafür braucht, sind ein Mindestalter von 16 (Segelflugschein) bzw. 17 Jahren (Motorflieger), ein einwandfreies Leumundszeugnis und vor allem mentale Stärke und beste Gesundheit. Sportpiloten müssen bis 40 alle fünf Jahre zum Check, darüber jährlich. Jede Schulung beginnt daher mit einem umfangreichen Test, ob es überhaupt Sinn macht, die Pilotenlizenz zu erwerben. Die Ausbildung selbst besteht dann aus einem praktischen und einem theoretischen Teil, beinhaltet ein Funksprechzeugnis und dauert in der Regel zwischen sechs Monate und einem Jahr.

Besonders wichtig sind natürlich Flugstunden, zuerst in Begleitung und dann im Alleinflug. Bis zu 100 Starts absolviert ein durchschnittlicher Anfänger bis zum Alleinflug. Vor allem Starts und Landungen gilt es intensiv zu üben. Um Grenzsituationen kennenlernen zu können, werden bei jeder Ausbildung auch Notlandungen simuliert. Hat man die ersehnte Fluglizenz in der Tasche, gleichen sich die Bilder bei den Jungpiloten meist sehr genau. Viel in der Luft sein heißt es dann. Das verschafft Praxis und Sicherheit. Da ist nicht selten ein Mittagessen in Venedig das Ziel (erreicht man am Luftweg in 1,5 Stunden) oder ein Wochenende in der slowenischen Küstenstadt Portorož. Der normale Radius erstreckt sich für Leutzmannsdorfer Sportflieger bei einem Direktflug bis ca. acht Stunden. Man kommt da unter anderem sogar bis Spanien oder London. Ein ganz besonderes Lieblingsziel hat Obmann Bernhard Ertl: Die Insel Bornholm in der Ostsee. „Sie gehört zu Dänemark und der Flugplatz liegt von Leutzmannsdorf aus genau auf Nordkurs! Drei Stunden hin und drei zurück, dazwischen ein Mittagessen mit Fliegerfreunden – da kommt man schon ins Schwärmen“. Und das gilt nicht nur fürs Panorama aus der Vogelperspektive, für das es natürlich strenge gesetzliche Grenzen gibt. Ein normaler Sightseeing-Flug spielt sich in einer Höhe von maximal 1.000 Metern ab. Über verbautem Gebiet dürfen die Flieger bis auf 300 Meter herunter, im unverbauten auf 150 Meter und über dem Alpenhauptkamm steigen sie aus Sicherheitsgründen schon gerne einmal auf bis zu 4.000 Meter. Wobei die Flieger eigentlich nicht von Kilometern sprechen. Geschwindigkeiten werden in Knoten angegeben, Entfernungen in Meilen und Höhen in Fuß. Warum, das lässt sich am ehesten aus der Geschichte erklären. Die ersten Flieger (USA und England) haben einfach auf aus der Nautik bewährte Einheiten und Begriffe zurückgegriffen. Nicht zuletzt ist Englisch heute die „Amtssprache“ in der Fliegerei und das wird es auch noch lange bleiben. Quelle: ‘NOeN.at‘.

AeroRevue richtet sich neu aus

Die AeroRevue ist seit nunmehr 115 Jahren das Verbandsorgan des Aero-Clubs der Schweiz. Eine lange Zeit, welche immer wieder Anpassungen erforderte. So auch jetzt wieder: Ab 2022 wird die Anzahl der Ausgaben auf sechs (bisher zehn) angepasst. Gleichzeitig ist vorgesehen, den Umfang pro Ausgabe zu erhöhen. Damit verbunden ist ein redaktionelles Upgrade: Die Leserinnen und Leser sollen künftig mehr Hintergrundberichte und Fachbeiträge in der AeroRevue lesen können. Zugleich wird ein Teil der Verbandsinformationen und News auf Social Media-Kanäle und auf die Online-Plattform des Aero-Clubs der Schweiz verlagert. Dieser Bereich wird vom AeCS Schritt für Schritt strategisch ausgebaut.

Veränderter Mediennutzung Rechnung tragen
Der Aero-Club der Schweiz hat sich zu diesem Schritt entschieden, weil sich die Mediennutzung laufend verändert. Es ist dem Dachverband der Leicht- und Sportaviatik deshalb wichtig, seine Kommunikation diesen Veränderungen anzupassen und gleichzeitig den Informationsbedürfnissen jüngerer Generationen Rechnung zu tragen. Diese sind für den Nachwuchs in der Leichtaviatik und der Schweizer Luftfahrt von Bedeutung. Diese Anpassungen entsprechen denn auch der Kommunikationsstrategie des AeCS für die Zukunft.

Neuer Chefredaktor gesucht
Gleichzeitig will der heutige Chefredaktor, Jürg Wyss, im Verlauf des nächsten Jahres kürzertreten und die Verantwortung für die AeroRevue in jüngere Hände legen. Wyss hatte die Chefredaktion vor 19 Jahren mit der Nummer 9 im September 2002 übernommen. Die Nachfolgeplanung ist angelaufen. Die Stelle der Chefredaktion wird ausgeschrieben. Im Auftrag des AeCS wird das Team des Verlags Swiss Aviation Media die «AeroRevue» weiterhin betreuen. Quelle: ‘AeroClub der Schweiz‘.

YES-Flugtag

YES – Young Eagles of Switzerland ist ein Jugendförderungsprogramm des Aero-Clubs der Schweiz in Zusammenarbeit mit den lokalen Fluggruppen. Die Segelfluggruppe Biel und die Groupe de Vol à Voile de Courtelary laden Dich ein, einen tollen Flugtag mit uns zu erleben. Willst Du als junger Adler Dich in die Lüfte schwingen? Dann ist das die beste Gelegenheit dazu! Dank der Zusammenarbeit mit dem Aero-Club der Schweiz kostet Dich das nichts.

Du fliegst selber am Doppelsteuer, zusammen mit einem vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) lizenzierten Segel- oder Motorfluglehrer. Dieser vermittelt Dir die elementarsten Grundkenntnisse des Segel- oder Motorflugs und wie Du die Aufwinde findest und ausnützt. Du sitzt vorne im Flugzeug und geniesst die Aussicht als Pilot. Du steuerst das Flugzeug gefahrlos selber, unterstützt von Deinem Fluglehrer. Je nach Wetter und Gefallen landest Du nach 30 – 90 Minuten wieder wohlbehalten auf dem Flugplatz. Quelle: ‘Aeroclub der Schweiz‘.

Verlängerung der “Grundsätze für den Flugbetrieb”

Die zehnte Novelle der 4.CoV-19-SchuMaV verlängert noch einmal die Gültigkeit der “Empfehlungen für Covid-19-Flugbetrieb“. Quelle: ‘Aeroclub.at‘.

AeCS zum Airspace Design Principle Manual des BAZL

Am 25. Februar 2021 hat der Aero-Club der Schweiz seine umfassende Stellungnahme zum Airspace Design Principle Manual Switzerland beim BAZL eingereicht. Immer wieder wurde vom BAZL darauf hingewiesen, dass ein „Handbuch“ erstellt werden soll, womit Luftraumprojekte in Zukunft gestaltet werden sollen. Lange Zeit blieb dieses „Papier“ ein gut gehütetes Geheimnis. Erst auf wiederholten Druck der GA-Verbände wurde diese Verwaltungsrichtlinie am 18.11.20 publiziert und die GA-Verbände aufgefordert bis 19.12.20 (!) innert knapp vier Wochen dazu Stellung zu nehmen.

Erst durch die gemeinsame Intervention aller GA-Verbände AeCS, AOPA, SHV und VSF wurde eine Terminverlängerung bis 26.2.21 gewährt, denn bei genauer Betrachtung ist das vom BAZL erarbeitete Dokument sehr schwer zu verstehen – es ist voller Unklarheiten und zahlreicher Widersprüche. An dieser Stelle besten Dank an unsere Sparten und Regionalverbände welche sich auf unsere Aufforderung hin am Prozess der Stellungnahme aktiv beteiligt hatten.

Das zu einem so umfassenden Verwaltungsdokument seitens der betroffenen General Aviation nicht eine banale Matrix abgegeben werden kann wie gefordert war, versteht sich von selbst. Quelle: ‘AeCS‘.

Schweinfurt: Aero-Club wird 70

1950 wurde der Aero-Club gegründet. Warum die Flugtradition viel älter ist, welche Herausforderungen Corona mit sich brachte und warum man für die Zukunft zuversichtlich ist. Der 4. September 1950 war ein besonderer Tag für die Flugbegeisterten in und um Schweinfurt: An diesem Tag wurde der Aero-Club gegründet, der heute 70 Jahre später einer der ältesten noch bestehenden Luftsportvereine in Deutschland ist. Kein Wunder, dass man das Jubiläum gebührend feiern wollte, leider machte das Coronavirus dem einen Strich durch die Rechnung.

Nichtsdestotrotz ist Peter Wiggen, Ausbildungsleiter Motorflug und im Verein für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, stolz auf das Erreichte und verweist auf die von Michael Fasel erstellte reich bebilderte über 130 Seiten dicke Vereinschronik. Der Aero-Club ist zurecht stolz auf seine Tradition, denn das Fliegen in Schweinfurt faszinierte die Menschen schon vor dem Ersten Weltkrieg, mit den Anfängen der modernen Fliegerei.

Schon 1912 gab es in Oberndorf Schauflüge für die Bevölkerung. In den 1920er-Jahren gründeten dann einige Piloten aus dem Ersten Weltkrieg die Fliegervereinigung Schweinfurt, bei der auch Edgar Dittmar, späteres Gründungsmitglied des Aero-Clubs, dabei war. Das Fluggelände war in Oberndorf. Gerade das Segelfliegen unter anderem auf der Wasserkuppe ist untrennbar mit den Schweinfurter Brüdern Heini und Edgar Dittmar verbunden. Letzterer hat 1928 einen Weltrekord im Segelflug mit 775 Metern Startüberhöhung aufgestellt. Heini Dittmar gelang 1936 die erste Alpenüberquerung per Segelflugzeug, außerdem war er 1937 der erste Segelflugweltmeister. Er war auch der erste Mensch, der 1941 mit dem Raketenflugzeug Me 163 knapp unter der Marke 1000 km/h blieb. Quelle: ‘Mainpost‘.

Mit 23 erste Fluglehrerin beim Aero Club Fürth

Es ist ein Novum in der 70-jährigen Geschichte des Aero Club Fürth (ACF): Sabine Wisbacher hat einen zweiwöchigen Fluglehrer-Lehrgang in der Deutschen Alpen-Segelflugschule Unterwössen bestanden und ist damit die erste Fluglehrerin im ACF. Im Cockpit der Twin Astir sitzt Florian Kapfelsperger, dahinter von links: Die erste ACF-Fluglehrerin Sabine Wisbacher, Wolfgang Holub, Julija Lucic, Christof Ehm, Segelflugreferent Christian Rudel und Max Plack. Im Cockpit der Twin Astir sitzt Florian Kapfelsperger, dahinter von links: Die erste ACF-Fluglehrerin Sabine Wisbacher, Wolfgang Holub, Julija Lucic, Christof Ehm, Segelflugreferent Christian Rudel und Max Plack. Inzwischen hat die 23-jährige Studentin der Luft- und Raumfahrttechnik auch die offizielle Lizenz in der Tasche und verstärkt das Fluglehrer-Team des Vereins bei der Ausbildung von Flugschülern im Alter von aktuell 14 bis 49 Jahren.

Ein Naturtalent über den Wolken
2012 meisterte Wisbacher als 15-Jährige ihre ersten Alleinflüge im Segler. Sie erinnert sich noch sehr gut an diese spannende Zeit: “Damals standen mir unsere Fluglehrer jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Ich bin froh, einen Teil davon jetzt zurückgeben zu können und freue mich darauf, unsere Flugschüler auf ihrem Weg zum Segelflugschein zu begleiten.” Besonders freue sie es, dass unter ihren ersten Flugschülern gleich zwei Frauen sind. Verwunderlich ist die steile Karriere der jungen Pilotin nicht, sie ist Spross einer flugbegeisterten Familie in dritter Generation. Drei von vier Großeltern flogen im Aero Club Fürth, Großvater Peter Thoma war vor 70 Jahren Gründungsmitglied des Vereins. Vater Jürgen und Bruder Michael sind ebenfalls Fluglehrer, Michael war vor der segelfliegerischen Laufbahn 2011 sogar Weltmeister seiner Altersklasse im 3D- Modellhelikopter-Kunstflug.

Die ganze Familie fliegt
Mutter Karin verbrachte die Wochenenden ihrer Jugend auf dem Fluggelände bei Seckendorf, begann mit 14 Jahren die Segelflugausbildung, wurde später die erste Schlepppilotin im Verein, zog mit dem Motorflugzeug “Morane” die Segler in die Luft und ist wie die ganze Familie seit Jahren erfolgreich im Streckensegelflug unterwegs.

Wie junge Sportler unter Corona leiden
Neben der Lehrgangsvorbereitung in den vorgeschriebenen Theoriefächern fand Sabine Wisbacher den Sommer über sogar noch Zeit, ihre Fähigkeiten im Streckensegelflug unter Beweis zu stellen. Bei der Dezentralen Deutschen Meisterschaft (DMSt) erreichte sie in der Landeswertung Bayern/Frauen den dritten Platz mit motorlosen Flügen bis zu 500 Kilometer und schob sich in der Vereinswertung des ACF gegen starke Konkurrenz als beste Jugendliche auf Platz vier. In der Teamwertung Junioren/Bayern erreichte sie zusammen mit Christof Ehm und Martin von Keitz den elften Platz. Ein Zeichen dafür, dass die jahrelange Ausbildungstätigkeit im Verein Früchte trägt: Die Jugendlichen entwickeln nicht nur mehr Ehrgeiz im Leistungssegelflug, sondern übernehmen zunehmend auch Verantwortung im ACF.

Weitere Ausbildungserfolge
Neben Sabine Wisbacher gilt das besonders für Segelflugreferent Christian Rudel. Er besuchte jüngst einen Motorenwartlehrgang auf dem Fluggelände Klippeneck in Baden-Württemberg und unterstützt mit der neu erworbenen Lizenz künftig Motorflugreferent Rafael Rube bei der Instandhaltung der beiden motorgetriebenen Flugzeuge, der Ultraleicht-Dynamic und dem Motorsegler. Nachdem der Lockdown im Frühjahr auch den Segelflugsport in Deutschland erfasste, wurde der gesamte Flugbetrieb erst Mitte Mai unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln wieder zugelassen. Der Schulungsbetrieb ging weitgehend weiter, was am Ende der Saison weitere Erfolge nach sich zog. Florian Kapfelsperger schaffte in nur zwei Monaten Ausbildungszeit mit den ersten drei Alleinflügen die A-Prüfung, Markus Hofmann erwarb die Lizenz für Ultraleichtflugzeuge und Wolfgang Holub bestand am letzten Flugtag der Saison 2020 seine praktische Segelflugprüfung. Quelle: ‘Nordbayern.de‘. (Besonders ‘interessant’ ist ein Kommentar am Ende des Berichts).

938 Kilometer an einem Tag

Jetzt ist es vom Deutschen Aeroclub bestätigt: Markus Frank vom LSR Aalen gelangen am 18./19. Juli bei zwei Flügen drei deutsche Rekorde. Er flog am ersten Tag auf der Ziel-Rück-Strecke 938 Kilometer über den Jura, das Grenzgebirge zwischen der Schweiz und Frankreich. Schon um 7 Uhr hatte er seine EB-29 startklar gemacht. Die Wettervorhersagen für den gesamten süddeutschen Raum versprachen ein eigentlich gar nicht so perfektes Segelflugwetter.

In Ruhe wartete er ab, bis die Thermik gegen 9.30 Uhr einsetzte. Mit dem eingebauten Motor seiner EB-29 startete er in Elchingen und stieg bis auf 1000 Meter über dem Härtsfeld. Der Abflugpunkt war Nördlingen. Den Motor benutzte er an diesem Tag kein weiteres Mal. Frank kam mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern gut voran. Etwa 40 Kilometer westlich von Genf wendete er. Nach knapp sieben Stunden war er auf seinem Rückweg wieder an der deutsch-schweizerischen Grenze.

Am späten Nachmittag wurden die Wolken von Westen her immer flacher und weniger. Jetzt war Taktieren und vor allem ganz präzises Fliegen angesagt. Die Steigwerte waren nicht mehr so gut wie am Mittag. Frank brauchte weitere zwei Flugstunden, bis er mit seiner EB-29 wieder am Flugplatz Elchingen landete. Inzwischen wurde sein Flug ausgelesen und sportlich bestätigt. Die gewertete Strecke war 938,34 Kilometer, die Flugdauer 9:21:20 Stunden, effektiv flog er 1018 Kilometer weit. Damit stellte der Bietigheimer deutsche Rekorde sowohl im angemeldeten als auch im freien Ziel-Rückkehr-Flug auf.

Tags darauf gelang dem Piloten des LSR Aalen ein FAI-500-km-Dreiecksflug mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 129,44 km/h – auch dies bedeutete eine neue nationale Bestmarke. Die Wendepunkte lagen bei Reiselfingen auf der Baar, in der Nähe der Wutachschlucht und in der Nähe von Wassertrüdingen am Nordrand des Nördlinger Riedes. Quelle: ‘Heidenheimer Zeitung‘.

Schnellstrassen-Sperrung wegen Aussenlandung

Der 54-jährige Pilot eines Segelflugzeuges steuerte am Donnerstagnachmittag die S177 in Pirna zur Notlandung an. Geplant war eigentlich eine Landung auf dem nahegelegenen Flugplatz des Aeroclubs Pirna. Nach ersten Informationen gab es beim Anflug jedoch Probleme, so dass sich der Pilot für die Außenlandung auf der Schnellstraße zwischen der Sachsenbrücke und der Abfahrt Pirna-Graupa entschied. Aufgrund der Unfallaufnahme musste die S177 zeitweise in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Der Pilot des Segelflugzeugs wurde schien äußerlich nicht verletzt, wurde jedoch vom Rettungsdienst zur Kontrolle ins Klinikum Pirna gebracht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Quelle: ‘Dresdner Neuste Nachrichten‘.

Flugplatz als Klassenzimmer

Mehr Physik-Unterricht auf dem Flugplatz, leisere Flugzeuge und mehr junge Mitglieder – das sind einige der Pläne, die der Aeroclub Hildesheim-Hannover nach einem Generationswechsel in der Führung verfolgt. Der 56-jährige Dirk Blume hat Jürgen Houcken nach 24 Jahren an der Spitze des Vereins abgelöst. Vor allem die Verbindung zu Schulen ist Blume dabei wichtig. Schon in Houckens Amtszeit hat der Verein begonnen, Mittelstufen-Schülerinnen am Andreanum mit Praxis-Beispielen die Naturwissenschaften näherzubringen. „Der Flugplatz als außerschulischer Lernort – das will ich ausbauen, auch auf Jungen, auch auf andere Schulen“, kündigt Blume an und schwärmt: „Die Fliegerei hat so viele Aspekte, die die Schüler weiterbringen – Mathematik, Thermodynamik, Funktechnik …“. Quelle: ‘Hildesheimer Allgemeine’.

Schallgutachten für Aeroclub Wolfsburg

Der Aeroclub Wolfsburg möchte für seinen Segelflugplatz in Stüde eine Zulassung für Motorflugzeuge. Als Entscheidungsgrundlage wurde unter anderem ein schalltechnisches Gutachten gefordert. Das liegt der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel jetzt vor. Gegen die Pläne des Aeroclubs Wolfsburg gibt es kräftigen Gegenwind der Anwohner aus Stüde und Grußendorf. Neben dem schalltechnischen Gutachten muss die Landesbehörde auch 21 Einzeleinwendungen sowie eine Liste mit mehr als 200 Unterschriften von Anwohnern in ihre Entscheidung einfließen lassen. Quelle: ‘WAZ-online.de’.