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Ausflug nach Konstanz und zur Insel Mainau

Autor: Michael Schumacher

Strahlender Sonnenschein und milde Temperaturen boten am Sonntag, 13.Juli 2025 ideale Bedingungen für einen Vereinsflug der Piloten des Aero-Clubs Bamberg mit der Cessna 172 in den Süden. Ziel: Konstanz am Bodensee. Nach einigen Schauern im Frankenland erwartete uns blauer Himmel mit einzelnen Wolken. Die schwache Thermik sorgte für einen angenehm ruhigen Hinflug.

Die Route führte über Neustadt/Aisch, das VOR Dinkelsbühl, an Heubach vorbei zur Schwäbischen Alb und schließlich zum Bodensee. Der Anflug auf Konstanz ist anspruchsvoll: Überflug der Ortschaften in nur 1’700 ft, kurze Platzrunde wegen der Schweizer Grenze, dazu ein paar Häuser im kurzen Endanflug – die Landung auf der Graspiste jedoch problemlos.

Am Flugplatz verzichteten wir auf angebotene Fahrräder – ein freundlicher „Chauffeur“ erwartete uns bereits. Zu Fuß ging es durch die weitläufige Altstadt mit ihren hochwertigen Boutiquen und zum Stadtgarten am See.

Nach dem Mittagessen stand die Blumeninsel Mainau auf dem Programm. Die 45 Hektar große Garteninsel begeistert trotz hoher Eintrittspreise mit kunstvoll angelegten Blumenbeeten, einem Arboretum mit 500 Baumarten, Schloss, Palmengarten, Café und Schmetterlingshaus. Der Rosengarten hatte seine erste Blüte hinter sich, doch die Uferwege mit Blick auf den Bodensee erinnerten fast an norditalienische Seen.

Gegen 17:00 Uhr traten wir den Rückflug an, um den angekündigten Gewittern über der Schwäbischen Alb auszuweichen. Ein letzter Blick auf die Insel Mainau – begleitet vom Anblick eines Zeppelins – und wir wählten einen östlicheren Kurs, um zwei Schauerzellen zu umfliegen. Nach eineinhalb Stunden landeten wir wieder in Bamberg, stärkten uns nach dem Tanken und Putzen bei Pizza und ließen den gelungenen Ausflug ausklingen.

Katharina Schmitt erhält LS8 des Angelika-Machinek-Fördervereins

Die Bamberger Segelfliegerin Katharina Schmitt hat in ihrer jungen Laufbahn bereits beachtliche sportliche Erfolge erzielt. Nun bekommt die Jungpilotin für die Flugsaison 2025 ein Förderflugzeug des Angelika Machinek Fördervereins verliehen.

An Turnieren teilzunehmen und die eigenen Fertigkeiten mit denen anderer zu messen ist für viele junge Sportlerinnen und Sportler ein besonderes Erlebnis, das einem lange in Erinnerung bleibt und häufig die Weichen für die eigene sportliche Zukunft stellt. Junge Menschen aus verschiedensten Disziplinen freuen sich immer wieder auf solche Gelegenheiten und fiebern auf diese hin. So auch Katharina Schmitt: Die 24-Jährige begann vor neun Jahren im Aero-Club Bamberg mit dem Segelfliegen, flog im Jahr 2020 mit 268 km ihren ersten größeren Streckenflug und konnte noch im gleichen Jahr ihre weiteste Flugstrecke auf 500 km erhöhen – mittlerweile liegt ihr persönlicher Rekord bei über 800 Streckenkilometern. Dass bei solchen Leistungen der Einstieg in die Wettbewerbs-Fliegerei nicht fern liegt, ist klar; so hat sie in den letzten Jahren an einer ganzen Reihe von Segelflugwettbewerben teilgenommen. Im vergangenen Sommer konnte sie sich mit einem hervorragenden zweiten Platz bei der Juniorenqualifikation wieder die Teilnahme an der Deutschen Juniorenmeisterschaft sichern.

Der Dr. Angelika-Machinek-Förderverein für Frauensegelflug e.V. verleiht jährlich an herausragende Jungpilotinnen eines von zwei wettbewerbstauglichen Segelflugzeugen für die Dauer einer Segelflugsaison. Bereits vor zwei Jahren kam Katharina Schmitt in den Genuss eines Förderflugzeugs, als ihr aufgrund ihrer herausragenden fliegerischen Leistungen für die Saison 2022 eine LS4-a mit 15 Metern Spannweite zur Verfügung gestellt worden war. Für die Saison 2025 bewarb Schmitt sich erneut, und zwar mit Erfolg: Die Physikstudentin befindet sich gerade im Auslandssemester in Oklahoma/USA, als sie die positive Nachricht erhält, dass sie aus allen Bewerberinnen deutschlandweit für die kommende Saison zur Gewinnerin der Förder-LS8 mit 18 Metern Spannweite erkoren worden ist.

Die LS8 mit dem amtlichen Kennzeichen D-6463 und dem Wettbewerbskennzeichen AM1 steht ihr und ihrer Flugzeugpartnerin Amelie Steinhorst vom Flugsportverein Unterjesingen e.V. für die gesamte Flugsaison 2025 zur Verfügung. Katharina Schmitt, die die meisten ihrer Streckenflüge auf der vereinseigenen LS4-b des Aero-Clubs Bamberg geflogen hat und dementsprechend gut mit der Flugzeugreihe vertraut ist, plant Großes mit der AM1: Die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in Cloppenburg und die Juniorenmeisterschaft in Freudenstadt hat sie bereits ins Auge gefasst. Während der Saison laufen die dezentralen Meisterschaften Segelflug-Bundesliga und DMSt, bei denen sie ihre Flüge für Bamberg melden wird. Daneben will sie in den südfranzösischen Alpen ihre Fertigkeiten in der Gebirgsfliegerei weiter ausbauen.

Angelika Machinek war eine Koryphäe des deutschen Segelflugs: Die Vizeweltmeisterin, fünffache deutsche Meisterin und mehrfache Weltrekordpilotin stand nicht nur wieder und wieder auf dem Siegertreppchen bei Segelflug-Europameisterschaften, sondern war auch als Sprecherin der deutschen Frauennationalmannschaft tätig. Während ihrer fliegerischen Karriere hat sie sich aus großer Überzeugung für die Förderung der Frauen im Segelflug eingesetzt. Nachdem sie 2006 bei einem Flugunfall tödlich verunglückt war, wurde 2007 von ihren Angehörigen der Dr. Angelika Machinek Förderverein Frauensegelflug e.V. ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist es, Frauen und vor allem Jungpilotinnen im Strecken- und Wettbewerbssegelflug zu fördern. Dies geschieht unter anderem über das Anbieten von Alpen- und Streckenflugtrainingslagern und über die Verleihung der zwei Förderflugzeuge LS8 (einsitzig) und Janus C (doppelsitzig). Quelle: ‚aeroclub-bamberg.de‚.