Seit mehreren Jahren ist Serres im Frühsommer ein fester Bestandteil im Reiseprogramm der Segelfluggruppe Dittingen. Ziel ist es, das Streckensegelfliegen in der Provence und den französischen Alpen mit Kameradschaft und gemeinsamer Zeit am Boden zu verbinden – Segelflug als ganzheitliches Erlebnis.
Fliegerisch bietet Serres nach wie vor hervorragende Möglichkeiten. Je nach Wetterlage ermöglichen kurze Schlepps den Einstieg in die Thermik oder – bei Mistral – direkt in die Welle. Die Routenvielfalt ist gross: Glandasse und Vercors Richtung Norden, der Mont Ventoux im Südwesten oder – bei ausreichender Basis – alpine Strecken über Pic de Bure, Écrins und Vanoise. Auch Flüge in die Provence Richtung Fayence sind möglich, erfordern jedoch aufgrund der anspruchsvollen Täler eine sorgfältige Planung. Und Vogelschutz-Zonen sind strikt zu beachten.

Die Ausgabe 2025 stellte die Dittinger Segelflug-Gruppe allerdings vor besondere Herausforderungen. Durch Aschestaub kanadischer Waldbrände war die Einstrahlung deutlich reduziert, die Thermik schwächer als prognostiziert und die Sicht im unteren Höhenband teils stark eingeschränkt. Grossartige Wellenhöhen blieben aus, dennoch gelangen einige schöne Flüge. In Erinnerung bleibt insbesondere der Besuch von Vereinskameraden im Arcus aus Dittingen, die Serres trotz Staubdunst sicher erreichten.
Mit Sorge betrachtet die Segelfluggruppe Dittingen die Entwicklung des Flugplatz-Betriebs. Infrastruktur und Unterkünfte benötigen Investitionen, der Pool war nicht nutzbar und das Schleppflugzeug steht nicht mehr dauerhaft zur Verfügung. Die aktuelle Schleppkonfiguration mit eingeschränkter Leistung ist gerade bei Doppel-Sitzern und ungünstigen Windverhältnissen wenig befriedigend.

Konstant positiv bleibt jedoch die Buvette am Pistenende. Gastgeberin Lison sorgt mit engagierter Küche und gelegentlicher Live-Musik für jene Atmosphäre, die Serres weiterhin besonders macht.

Serres bleibt für die Segelfluggruppe Dittingen fliegerisch reizvoll – gleichzeitig stellt sich zunehmend die Frage, wohin sich der traditionsreiche Platz entwickelt. Die Antwort darauf wird mit Interesse weiterverfolgt.
-> Vollständiger Bericht von Joel Stampfli
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