Segelflieger muss notlanden – Bürgermeister hilft

Ein junger Pilot musste seinen Segelflieger mitten im Maisfeld landen. Zum Glück war der Bürgermeister von Marktzeuln zur Stelle und half sofort. Es war ein Segelflug-Wettbewerb in Tschechien, an dem der junge Pilot Philippe Lata aus Frankreich mit seinem Team teilnahm. Vom Startplatz in Tschechien sollte es Richtung Westen über das Fichtelgebirge, die Fränkische Schweiz und den Obermain nach Otrocin, 15 Kilometer nordöstlich von Marienbad, gehen. Auf Höhe von Marktzeuln, so berichtet der Pilot, sei am Mittwochnachmittag wegen aufziehender Wolken die Thermik abgerissen, so dass er einen Notlandeplatz suchen musste.

Sanft auf Acker aufgesetzt
Seine Wahl fiel auf ein Maisfeld, das noch relativ niedrig bewachsen, aber lang genug und eben war. Dieser liegt am nördlichen Ortsende von Marktzeuln, zwischen Gräfin-Alberada-Ring und Lettenreuth. Die Landung klappte, das Segelflugzeug setzte sanft auf dem Acker auf. Anwohner verständigten den Bürgermeister. Gregor Friedlein-Zech, der gerade mit seinem Geländefahrzeug zu Waldarbeiten unterwegs war, kam sofort zum Landeplatz und konnte das Segelflugzeug unbeschädigt aus dem Acker ziehen. Philippe Lata nahm es gelassen, er wird wohl nicht mehr am Wettbewerb teilnehmen können. Sein Team, so der Pilot, werde am Abend mit einem Anhänger vorbeikommen und den verunglückten Segler nach Otrocin zurückbringen. „Hals und Beinbruch“ kann man dem Segelflieger nur wünschen. Quelle: ‚Fränkischer Tag‚.

2 Gedanken zu „Segelflieger muss notlanden – Bürgermeister hilft

  1. Günther Trescher

    Das ist nun doch etwas frustrierend! Einem unbedarften Journalisten einer kleinen Regionalzeitung kann man eine derartige Berichterstattung sicherlich nachsehen, nicht jedoch den Machern eines (sonst sehr guten) Fliegermagazins.
    Ein Segelflugzeug, das wetterbedingt auf einer Wiese oder einem Acker landen muss, führt keine NOTlandung, sondern eine ganz normale Außenlandung durch. So ein Verfahren lernt jeder Flugschüler während seiner Ausbildung. Auch im beschriebenen Fall hat der junge Franzose alles richtig gemacht und durch den bestens geeigneten Maisacker blieb auch das Flugzeug völlig unbeschädigt.
    Der Begriff Notlandung suggeriert einen gefährlichen Notfall, der hier weit und breit nicht gegeben war. Im vorliegenden Fall hat der nette Bürgermeister sehr vernünftig gehandelt und den Flieger vom Acker auf den angrenzenden Feldweg gezogen. Damit war eigentlich der gesamte Fall erledigt, das Flugzeug musste nur noch zerlegt und in den Anhänger verladen werden.
    Anders verlief eine identische Außenlandung während eines Fliegerlagers auf unserem Flugplatz. Eine junge Pilotin schaffte es mit ihrem Segler nicht ganz zurück zu unserem Flugplatz und musste ca. 5 km entfernt auf einem Feld außenlanden, was sie vorher unserer Flugleitung per Funk mitteilte. Einwohner einer nahegelegenen Ortschaft beobachteten diese Landung und teilten der Polizei den „Absturz“ eines Flugzeuges mit. Als die Rückholer am Außenlandefeld eintrafen, trauten sie Ihren Augen nicht: 2 (!) Rettungshubschrauber, Polizei, Sanitäter und Feuerwehren umgaben das Segelflugzeug, mitten drin die total verdutzte Pilotin.
    Später entbrannte noch eine Diskussion darüber, wer denn „Rettungseinsatz“ bezahlen soll – insbesondere die Kosten der beiden Rettungshubschrauber.
    So etwas kommt heraus, wenn aus einer Außenlandung eine Notlandung und danach sogar ein Absturz wird. Natürlich ist es schwierig für einen Laien, hier das Richtige zu erkennen und zu tun. Sollte wirklich ein Absturz mit Personenschaden passieren, kommt es auf jede Minute an. Aber wenn man nach einer Landung sieht, dass der/die Pilot-in aus dem Flugzeug aussteigt und offensichtlich unbeschadet auf dem Feld umherläuft, sollte man zumindest bei der Polizei gleich wieder Entwarnung geben. So ein Verhalten wird auch durch Berichterstattung der Medien stark beeinflusst.

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    1. admin Beitragsautor

      Hallo Günther, dankeschön für Deine Reaktion – sie ist absolut zutreffend. Der aus der Regionalzeitung übernommene Bericht zeigt leider das etwas verzerrte Bild unseres Sportes in der Öffentlichkeit. Deine Reaktion ist ein Schritt dazu, dieses vielleicht auf Dauer zu korrigieren. Die bereits veröffentlichte Publikation ist nicht mehr zu reparieren, höchstens, indem man sie wie Du jetzt gerade korrigiert.

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