Schwieriger Rettungsflug bei Sturm im Hochgebirge

Die Crew eines speziellen Polizeihubschraubers der Flugeinsatzstelle Salzburg hat Montag, 10. Mai, auf dem 3.564 Meter hohen Großen Wiesbachhorn in den Hohen Tauern (Pinzgau) bei schwierigen Bedingungen einen Skibergsteiger gerettet. Die besonders starke Maschine trotzte dem Föhnsturm und schweren Böen. Hohe Windgeschwindigkeiten, dazu die große Seehöhe der Unfallstelle des Bergsteigers (ca. 3.300 Meter) mit dünner, relativ warmer Luft. Solche Bedingungen schmälern die Triebwerksleistung von Luftfahrzeugen deutlich. Der zuerst zu diesem Einsatz gerufene Pilot eines privaten Rettungshubschraubers musste abdrehen. Es wurde wegen der Böen, Fall- und Scherwinde im Föhn der Hohen Tauern zu gefährlich.

„Fast tausend PS, ausgezeichnete Aerodynamik“
Das Team eines Spezialhelikopters der Salzburger Flugpolizei übernahm dann die Aufgabe. Dieser Captain flog bei starken Turbulenzen zu dem großen Gletscher auf der Südostseite des Großen Wiesbachhorns an – zum Teufelsmühlkees hoch über dem Fuscher Tal. Der Pilot sagte dem ORF dazu am Montagabend auf Anfrage, der neue Hubschrauber des Typs Ecureuil H125 (AS 350 B3e) habe ideale Flugeigenschaften im Hochgebirge.

Dreifach abgesicherte Turbinensteuerung
Die Blattverstellung des Hauptrotors läuft hier über eine doppelt abgesicherte Hydraulik. Und die Steuerung der Antriebsturbine ist technisch dreifach abgesichert. Der Helikopter sei dadurch auch bei schwierigen Bedingungen äußerst verlässlich, so der Salzburger Captain, ein gebürtiger Oberösterreicher: „Das Triebwerk bietet zudem wertvolle Reserven, um auch bei starkem Wind und Böen gut manövrieren zu können. Generell brauchst du beim Schweben oder im Langsamflug deutlich mehr Turbinenleistung als im Reiseflug.“

Der Einsatz beim Großen Wiesbachhorn war keine Taubergung, der Pilot konnte auf einem flacheren Stück des Gletschers landen. Auch zum Abheben in diesen Seehöhen seien die Leistungsdaten dieser neuen Ecureuil ein großer Vorteil. Eine speziell modifizierte Maschine dieses Typs landete vor einigen Jahren sogar auf dem Gipfel des Mount Everest – was in Fachkreisen zuvor als nahezu unmöglich und dann als Sensation galt.

„Maschine leistet gute Dienste“
Michael Korvas ist Betriebsleiter der Salzburger Flugpolizei und Chef des Einsatzpiloten vom Wiesbachhorn: „Die besondere Herausforderung auf dem Teufelsmühlkees war Montag der böige Südföhn mit bis zu 70 km/h. Dieser Hubschrauber leistet mit seinen fast tausend PS und der wirklich ausgezeichneten Aerodynamik besonders gute Dienste.“ Der verunglückte Skitourengeher – ein 38-Jähriger aus Golling (Tennengau) – wurde mit Beinverletzungen ins Tal geflogen. Im Fuscher Ortsteil Ferleiten übernahm ihn die Besatzung des Notarzthubschraubers, versorgte ihn und brachte ihn ins Spital.

Bergrettungseinsatz würde viel länger dauern
So blieb dem Verletzten eine weitere, lange und große Belastung erspart. Wäre der Flug wegen des Wetters nicht gelungen, wäre ein Abtransport durch ein Team der Bergrettung Fusch die einzige Hilfe gewesen. Dieser Einsatz hätte viele Stunden länger gedauert – inklusive Wartezeit beim Aufstieg der Bergretter über mehr als 2.000 Höhenmeter. Personensuche und Personenrettung sind immer öfter auch die Aufgaben von Polizeibesatzungen. 2020 wurden durch bundesweit durch die Flieger und Flugretter der Exekutive bundesweit 1.025 Menschen aus Gefahrenbereichen geborgen. Quelle: ‘ORF Salzburg‘.

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