RopeTracker: Kabel sichtbar machen

Heuseile sind für die Besatzungen von Helikoptern eine tödliche Gefahr; in der Schweiz gibt es davon über 1500. Der Rope Tracker – eine technische Errungenschaft des BAZL – erleichtert die Aufgabe, sie genau zu lokalisieren. Baumstämme transportieren. Eine verunfallte Bergsteigerin retten. Eine Alp mit neuen Lebensmitteln versorgen: Arbeitsflüge mit Helikoptern finden oft in schwer zugänglichem Gelände statt; Rettungsflüge auch nachts und bei schlechtem Wetter. Auf der Karte nicht erfasste Kabel für den Heutransport und Transportseilbahnen stellen lebensgefährliche Hindernisse für Helikopterflüge dar.

Verletzte und Tote
«Kabel touchiert: Helikopter stürzt im Wallis ab», titelte eine News im Schweizer Fernsehen im Februar 2024. In den letzten Jahren kam es in der Schweiz immer wieder zu tragischen Helikopterunfälle mit Kabeln und Heuseilen; Pilot/-innen und Passagiere erlitten schwere Verletzungen oder starben. Viele Kabel und Heuseile sind auf den Luftfahrhinderniskarten eingezeichnet. Aber nicht alle. Wie hoch die Dunkelziffer ist? Unbekannt. Vorweg in der Bergregion gibt es immer noch nicht kartierte oder nicht gemeldete Anlagen. Hinzu kommt, dass die gemeldeten Koordinaten oft zu ungenau sind. Die Antwort des BAZL auf diese Herausforderung: RopeTracker.

Präzis und schnell
Das BAZL hat mit dem ferngesteuerten RopeTracker ein Gerät entwickeln lassen, das es einem erlaubt, in kürzester Zeit, die Lage und die Höhen von Seilen und Kabeln präzis zu vermessen. Wie das geht: Der RopeTracker-Pilot fährt per Joystick auf dem Seil, das er vermessen will, hinauf und hinunter. Kameras liefern Bilder; installierte Sensoren vermessen GPS-Position, Distanz zur Oberfläche, Seilneigung und zurückgelegte Distanz. Nach der Messfahrt liegt ein zentimetergenaues Längenprofil des Seilverlaufs vor; es wird in die Datenbank für Luftfahrthindernisse aufgenommen. Wer früher ein Kabel vermessen wollte, war oft viele Stunden unterwegs. Neben der Präzision der Messdaten ist der Zeitgewinn mit dem RopeTracker enorm: fünf Kabel am Tag sind möglich.

«Remove» unnötiger Kabel
Nicht mehr benutzte Kabel und Seile abbauen – so das Ziel des Projekts «Remove». Das BAZL beseitigt zusammen mit der Luftwaffe und der Rega auch in den nächsten Jahren nicht mehr betriebene Anlagen. Quelle: ‚BAZL‚.

Kommentar verfassen