Die Pionierplattform für den dezentralen Streckensegelflug, der Onlinecontest (OLC), stellt nach über 25 Jahren ihren Betrieb ein. Letzter Wertungstag ist der 22. September 2025. Als Grund wird das Scheitern beim Finden eines Nachfolgeteams für Gründer Reiner Rose genannt.
Der 1997 ins Leben gerufene Onlinecontest (OLC) revolutionierte den Wettbewerbs-Segelflug. Durch die Kombination von GPS-Flugdatenschreibern und dem Internet schuf er eine Plattform für einen tagesaktuellen, dezentralen Vergleich von Streckenflügen. Dies machte Flugdaten wie Routen und Geschwindigkeiten für alle transparent und trug maßgeblich zur Leistungssteigerung für Breitensportler/-innen bei. Zuvor waren Piloten auf zentrale Wettbewerbe wie der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) angewiesen, deren Ergebnisse oft mit Verspätung feststanden.
Der OLC wuchs und zählte in der Spitze über 14’000 Teilnehmer, die jährlich Flüge über zig Millionen Kilometer einreichten. Rose und sein Team führten neue Formate wie die Segelflug-Bundesliga ein, die Vereinen wöchentliche Medienpräsenz ermöglichte. Für sein Lebenswerk wurde Rose mit der Lilienthal-Medaille und dem Bundesverdienst-Kreuz geehrt. Trotz des Erfolgs gab es auch Kritik, insbesondere an Regeländerungen und dem Kommunikationsstil des Gründers.
Ab 2020 kam mit WeGlide eine Konkurrenzplattform auf, die mit dem Versprechen von mehr Transparenz und demokratischen Prozessen viele Piloten anzog. Ein Wendepunkt war 2021, als der Deutsche Aero Club (DAeC) die DMSt vom OLC zu WeGlide verlegte.
Laut Rose fand sich auch nach über einjähriger Suche kein Nachfolgeteam, das bereit war, die Plattform unter den Rahmenbedingungen einer gemeinnützigen GmbH ehrenamtlich weiterzuführen. Bereits im April 2025 war ein Wechsel in der Führung angekündigt worden, der den Fortbestand sichern sollte, sich aber nicht realisieren ließ. Ob die Datenbank mit den Millionen von Flügen erhalten bleibt, ist noch offen.
-> Eigene Flüge vom OLC auf WeGlide migrieren
Die Geschichte des OLC, online-contest, im Überblick:
| Jahr | Ereignis |
| 1997 | Reiner Rose startet die Idee für den Onlinecontest (OLC), eine Plattform zum dezentralen Vergleich von Streckenflügen. |
| 1999 | Der OLC geht offiziell online und revolutioniert den Wettbewerbs-Segelflug. |
| 2011 | Reiner Rose erhält für sein Engagement die Lilienthal-Medaille, die höchste Auszeichnung der Internationalen Segelflugkommission (IGC). |
| 2018 | Die Einführung einer neuen Zielkreisregel führt zu Unmut und hitzigen Diskussionen in der Segelflug-Community. |
| 2020 | Mit WeGlide startet eine ernstzunehmende Konkurrenzplattform, die auf Modernität und Transparenz setzt. |
| 2021 | Der Deutsche Aero Club (DAeC) verlegt die prestigeträchtige Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) vom OLC zu WeGlide. |
| 2021 | Reiner Rose wird für sein Lebenswerk mit dem „Bundesverdienstkreuz am Bande“ ausgezeichnet. |
| April 2025 | Es wird ein Wechsel in der OLC-Führung angekündigt, um den Fortbestand zu sichern, was jedoch scheitert. |
| 22. Sep. 2025 | Letzter offizieller Wertungstag des Onlinecontests. |
| Ende 2025 | Der Betrieb des OLC wird endgültig eingestellt und die Betreibergesellschaft wird aufgelöst. |
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Seit dem im obigen Artikel genannten Einstellungszeitpunkt des OLC (22.Sept 2025, bzw Ende 2025) ist noch Einiges passiert. Schon am 17.09.2025 musste Reiner Rose die Fortsetzung des OLC verkünden. Massiver Druck, rechtliche Androhungen und sogar ein finanzielles Angebot in fünfstelliger Höhe zur Übernahme und Weiterführung haben eine kurzfristige Liquidation der OLC-Trägergesellschaft (Segelflugszene gGmbH) verhindert.
Mehrere Notartermine mussten wegen mangelnder Informationen zu finanziellen Verhältnissen und bestehenden Verträgen abgesagt werden. Gesellschafter versagten deshalb jegliche Unterschriften und verkehren mit Reiner nur noch anwaltlich. Alle sind nun gespannt, wie Reiner die am 17.April 2026 im OLC-Magazin angekündigte Liquidation durchsetzen will. Roses eklatantes Missmanagement der letzten Jahre, welches leider seinen unwidersprochenen Erfolg der ersten 20 OLC-Jahre nahezu zunichte machte und die Alternative WeGlide praktisch erzwungen hat, setzt sich nun selbst bei der angestrebten Liquidation fort. Es ist traurig!
Völlig unvorbereitet hat es einige Vereine getroffen, die bereits öffentlichkeitswirksam ihren OLC-Bundesliga-Aufstieg oder auch die neue Bundesligasaison 2026 in einer höheren Liga in ihrer Lokalpresse angekündigt hatten und jetzt kleinlaut auf WeGlide-Landesliga „umschalten“ müssen. Wie schreibt Reiner einen Tag (!) vor Beginn der OLC-Ligasaison: „Mit Bedauern informieren wir euch …“. Das ist heuchlerisch! Und ein „wir“ gibt es beim OLC schon seit ein paar Jahren nicht mehr! Reiner hat immer wieder Ideengeber und die seiner Meinung nach „zu aktiven“ Mitarbeiter verscheucht, aber alle Erfolge an sich gerissen. Auch die wiederholte Behauptung „… geeignete Nachfolger zu finden, habe leider nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, ist nicht wahr. Diese gab es zuhauf! Allerdings fokussierte sich Reiner auf den Begriff „geeignet“. Damit ließ sein Ego Niemanden zu, außer natürlich sich selbst. Die letzten 5 bis 8 Jahre sind eine untragbare Versündigung an einer der größten Ideen des internationalen Segelflugsports, welche bei Weitem nicht nur auf Roses Ideen fußt!
Neben den unklaren finanziellen und rechtlichen Verhältnissen um die Liquidation, stehen auch die unbeantworteten fachlichen Fragen nach den igc-Files und den Wertungslisten im Raum. Besonders der DAeC sollte doch zumindest ein archivarisches Interesse an den DMSt-Wertungslisten der Jahre haben, in denen Gelder an den OLC zur Durchführung der DMSt geflossen sind.
Nun steht auch noch die Zukunft oder Auflösung des ideellen Trägers des OLC bevor. Nach Satzung des Segelflugszene e.V. ist grundsätzlich eine ordentliche Jahreshauptversammlung notwendig. Allerdings ist bis heute (21.04.26) keine Einladung dafür erfolgt. Auch zu einer außerordentlichen Auflösungsversammlung müssten alle Mitglieder geladen werden, um einen entsprechenden Mehrheitsbeschluss (der dann Anwesenden) zu erzielen. Dabei müssten die finanziellen Verhältnisse des e.V. offen gelegt, mit dem Satzungsziel abgestimmt und im Falle der Auflösung dem laut Satzung Begünstigtem überwiesen werden. Es gibt aber auch Bestrebungen, den e.V. mit seinem Satzungszweck „Förderung des sportlichen Segelflugs“ auch ohne OLC weiter zu führen. Eine Neuwahl des Vorstandes, ein entsprechender Mitgliederbeschluss und eine Satzungsänderung (z.B.: „streiche OLC, setze xyz“) ist dafür natürlich notwendig – und die Anwesenheit von genügend in dieser Richtung willigen Mitgliedern!
Die automatische Migration funktioniert leider (für mich) nicht, ich habe nun alle meine Flüge händisch migriert. Es wäre natürlich gut, wenn jemand das tool flicken oder ein neues erstellen würde, damit zumindest ein Teil der Daten hinübergerettet werden kann.
Es stimmt nicht, dass Reiner Rose keine kompetenten Nachfolger gefunden hat. Grund ist, dass er durch seine Sturheit, sich auf alte Erfolge und alte Verfahren zu beharren, nur sich alleine als „kompetent“ sieht. Die „Bewerberliste“, die Ralph Bürklin nach dem Aufruf im Juli’25 zur Verfügung stand, war und ist lang. Jedoch akzeptierte Reiner keinen dieser Willigen. Schon in all den Jahren hat er immer wieder seine ehrenamtlichen Mitarbeiter, die neue Ideen hatten, verprellt, geschasst oder „gefeuert“. Nun begeht er „Selbstmord“ an seinem Lebenswerk. Traurig!
Es ist schade, dass man sich nicht auf eine gemeinsame Plattform einigen konnte. Aber man muss zugeben, dass weglide viele schöne Neuerungen gebracht hat, die im olc nicht umsetzbar waren. Die außerordentliche Leistung von Rainer Rose und seinem Team bleiben unvergessen.