LBA: Neue Leitung für Referat L6

Das Luftfahrt-Bundesamt hat die Leitung des Referats L6 neu besetzt. Patrick Meinecke übernimmt die Leitung des für Flugmedizin zuständigen Referats, das in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik stand.

Personalwechsel im Problemreferat

Die Leitungsstelle des Referats L6 war längere Zeit vakant. Seit 16. Januar 2026 ist die Stelle nun wieder planmäßig besetzt. Patrick Meinecke ist Jurist und war bisher beim LBA als Referent für Grundsatz-Angelegenheiten und stellvertretender Leiter des Referats L4 tätig. In diesem Referat wurden Lizenzierungsfragen und bis 2020 auch die Rechtsangelegenheiten der Abteilung L bearbeitet. Die Zuständigkeit für Rechts-Angelegenheiten ist laut LBA-Jahresbericht 2023 auf das Referat L6 übergegangen.

Hintergrund der Kritik
Das Referat L6 steht seit Jahren in der Kritik. Dokumentiert sind über Jahre verschleppte Verfahren, Untauglichkeitsentscheidungen entgegen externer medizinischer Fach-Expertise sowie Auflagen in Medicals, die mitunter technisch und flugbetrieblich nicht umsetzbar sind. Laut EASA-Auditbericht besteht diese Situation weitgehend unverändert seit mehr als zehn Jahren.

Im September 2025 nahm die Debatte erneut Fahrt auf, als eine Juristin aus dem Referat L6 ausstieg und öffentlich Kritik an der internen Spruchpraxis übte. Sie klagte über intransparente Verfahren, Verstöße gegen Verwaltungs- und Europarecht sowie ein Klima des „Verhindernwollens“. Umfragen der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit und des Luftfahrtmagazins aerokurier dokumentierten mehr als 700 problematische Fälle.

Organisationsstruktur
Das aktuelle Organigramm zeigt die Gliederung der Behörde in verschiedene Abteilungen und Referate. Die Abteilung L ist für Lizenzierung und Personal zuständig, zu der auch das Referat L6 gehört.

Ausblick
Ob die Neubesetzung der Referatsleitung zu einer Verbesserung der Situation führt, bleibt abzuwarten. Das Bundes-Verkehrs-Ministerium hatte im Dezember 2025 ein „Maßnahmenbündel“ angekündigt, mit dem die Probleme im LBA angegangen werden sollen.

Detailinformationen wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Das Ministerium teilte mit, die ersten Erkenntnisse und Ergebnisse Anfang 2026 auch mit den Verbänden beraten zu wollen.


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