Kägiswil: Widerstand gegen Rega-Pläne

Eine geplante Verlegung des Hauptsitzes der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) von Zürich nach Kägiswil im Kanton Obwalden sorgt für Spannungen. Die Pläne der Rega sehen den Rückbau der bestehenden Piste vor, was das Ende für die dort ansässigen Fluggruppen und Flugschulen bedeuten würde und auf breiten Widerstand stösst.

Der Flugplatz Kägiswil

Die Pläne der Rega

Die Rega muss ihren derzeitigen Standort am Flughafen Zürich bis 2030 räumen, da die Hangars einem neuen Rollweg weichen müssen. Als neuen Standort für ihre Hauptbasis, die Verwaltung, den Helikopter-Wartungsbetrieb sowie die nationale Luftrettungszentrale hat die Rega Kägiswil auserkoren. Da die Helikopter der Rega keine Piste benötigen, plant die Organisation, die bestehende Infrastruktur abzureissen.

Der Widerstand der ansässigen Fluggruppen

Die aktuellen Nutzer des Flugplatzes, darunter drei Flugschulen und vier Vereine, organisiert in der Flugplatzgenossenschaft SGOW, wehren sich gegen die Pläne. Ein Rückbau der Piste würde ihre Existenz verunmöglichen, da es in der Zentralschweiz keine alternativen Standorte mit freien Kapazitäten gäbe. Die Genossenschaft befindet sich selbst in Verhandlungen, um ihre Zukunft am Standort zu sichern, da der Pachtvertrag mit der Armasuisse Ende September 2025 ausläuft. Die Vertreter der Genossenschaft werfen der Rega vor, sie vom Flugplatz „verjagen“ zu wollen.

Politische Intervention und Dementis

Der Konflikt hat inzwischen die nationale Politik erreicht. Der Aero-Club der Schweiz (AeCS) und dessen Zentralpräsident, Nationalrat Matthias Jauslin, setzen sich für den Erhalt des Flugplatzes ein. Jauslin argumentiert, der geplante Rückbau widerspreche der Luftfahrtpolitik des Bundes, welche den Erhalt der Flugplätze in ihrer Substanz vorsehe. Er befürchtet, dass hinter den Kulissen bereits Absprachen getroffen wurden.

Gerüchte über eine angebliche Unterstützungszusage des Bundes an die Rega wurden von Bundesrat Albert Rösti zurückgewiesen. Sein Departement stellte klar, man habe die Rega lediglich über das weitere Vorgehen informiert, ohne Entscheide zu fällen. Ein Treffen mit den heutigen Nutzern des Flugplatzes sei geplant.

-> Früherer Bericht.


Wer ist die Rega?

Die Rega, kurz für Schweizerische Rettungsflugwacht, ist eine private, gemeinnützige Stiftung für die Luftrettung in der Schweiz und Liechtenstein. Sie wurde 1952 gegründet und bietet rund um die Uhr medizinische Hilfe aus der Luft.

Die Hauptaufgaben der Rega umfassen:

  • Rettungseinsätze: Die Rega führt Rettungsflüge mit Helikoptern im ganzen Land durch, insbesondere bei Unfällen in den Bergen oder in schwer zugänglichem Gelände. Sie betreibt dafür 14 über die Schweiz verteilte Helikopter-Einsatzbasen.
  • Repatriierungen: Mit ihren Ambulanzjets holt die Rega Patientinnen und Patienten aus dem Ausland zurück in die Schweiz, wenn eine medizinische Behandlung vor Ort nicht möglich ist.
  • Medizinische Beratung: Die Rega bietet ihren Gönnern auch medizinische Beratung bei Notfällen im Ausland an.

Die Rega finanziert sich zu einem grossen Teil durch die Beiträge ihrer über 3,6 Millionen Gönnerinnen und Gönner und ist damit eine „nationale Institution„. Als Gegenleistung kann die Rega ihren Gönnern die Kosten für Rettungseinsätze erlassen, die nicht von der Versicherung gedeckt sind. In der Schweiz ist die Rega über die Notrufnummer 1414 erreichbar.


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