Grenz-Sperrgebiet bedroht Flugplätze und Sichtflug

Die dänische Luftfahrtbehörde plant die Einrichtung eines neuen, dauerhaften Sperrgebiets entlang der deutsch-dänischen Landesgrenze, um der Polizei die Grenzüberwachung per Drohne zu ermöglichen. Dieses Vorhaben stößt auf massiven Widerstand von Piloten und Flugplatzbetreibern, da es weitreichende negative Folgen für die zivile Luftfahrt hätte.

Das geplante Sperrgebiet soll sich vom Boden bis in eine Höhe von 1000 Fuß erstrecken und 2,5 Seemeilen (ca. 5 km) tief ins dänische Landesinnere reichen. Das Hauptproblem dabei ist, dass die Polizeidrohne nach offiziellen Angaben nur in einem Korridor von 400 Metern zur Grenze operieren wird. Die geforderte Pufferzone ist also mehr als zwölfmal so groß wie der eigentliche Einsatzbereich der Drohne.

Die direkten Konsequenzen dieser unverhältnismäßigen Regelung sind gravierend:

  1. Bedrohung für Flugplätze: Die beiden dänischen Flugplätze Tønder (EKTD) und Padborg (EKPB) liegen direkt innerhalb der geplanten Zone. Da das Gebiet voraussichtlich rund um die Uhr aktiv sein wird, gäbe es keine Garantie mehr für Starts oder Landungen, was den Betrieb massiv einschränken würde.
  2. Behinderung des Grenzverkehrs: Der Sichtflugverkehr über die Grenze wäre bei Wolkenuntergrenzen von unter 1000 Fuß stark beeinträchtigt.

Kontrovers ist die Tatsache, dass auf deutscher Seite keine vergleichbare Pufferzone als notwendig erachtet wird. Zwei deutsche Flugplätze, die sogar noch näher am Drohnen-Einsatzgebiet liegen, können ohne Einschränkungen weiter operieren. Dies zeigt, dass eine deutlich kleinere Sicherheitszone möglich wäre, die den Fortbestand der dänischen Plätze sichern würde.

Als Reaktion auf die Pläne, die zeitnah in Kraft treten könnten, haben die AOPA Dänemark und der lokale Aeroclub von Tønder Protest eingelegt. Der Aeroclub hat eine Petition gestartet, um Unterschriften gegen die unverhältnismäßige Ausdehnung des Sperrgebiets zu sammeln. Die Eingabefrist ist am 1. September abgelaufen.

Die Organisatoren betonen, dass sich der Protest nicht gegen den Drohneneinsatz, sondern ausschließlich gegen die Größe der dafür geplanten Zone richtet. Die gesammelten Unterschriften wurden als Teil der offiziellen Stellungnahme bei der dänischen Verkehrsbehörde eingereicht.


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