Nach vielen Jahren im Flachland reizte Guido von der Segelfluggruppe Cumulus (TG) das Abenteuer Gebirgsflug. Der Breitenförderungskurs des Schweizerischen Segelflugverbands in Samedan bot dafür die perfekte Gelegenheit. Mit dem Arcus „1C“ und der LS8-18 „7C“ im Gepäck reiste er ins Engadin.

Rasanter Einstieg
Schon am ersten Tag wich die Theorie rasch der Praxis. Nach dem Briefing folgte ein Windenstart mit mässiger Ausklink-Höhe. Guido stieg mit Fluglehrer Rolf König in engen Achten den Hang von Muottas Muragl hinauf. Zahlreiche Kommandos, stetige Korrekturen – und schliesslich lag die Bergstation unter ihnen.
In der Thermik wurde es anspruchsvoll. Der Horizont blieb kaum stabil im Blick, zu komplex war die Topografie. Doch mit Geduld und präziser Steuerung erreichten sie die Wolkenbasis – und stiegen weiter in die Welle ein. Ruhig und gleichmässig kletterte der Arcus „C1“ bis auf 4800 Meter. Ein unvergesslicher Moment für Guido.
Der Tag endete mit einer sanften Landung auf der Hartbelagspiste – nach vier intensiven Stunden mit Hangflug, Thermik, Wellenaufstieg und Platzrunde unter realen Bedingungen. Ein fulminanter Auftakt.
Strukturierter Kurs mit Tiefgang
Jeder Kurstag begann mit einem Debriefing und einem theoretischen Teil. Themen wie Windverhalten, Sauerstoffbedarf, Ernährung, Funkdisziplin oder Luftraumüberwachung wurden direkt in der Praxis vertieft. Am Nachmittag stand jeweils das Fliegen im Zentrum.
Guido flog im Team mit verschiedenen Fluglehrern im Doppelsitzer. Jeder Flug brachte neue Impulse – etwa zum Erkennen von Aufwinden, zur Linienwahl am Hang oder zum Verhalten bei Seitenwind. Dabei blieb es selten ruhig in der Luft: Helikopter, Geschäftsreiseflugzeuge und sogar eine F/A-18 sorgten für Betrieb am Himmel über dem engen Engadinertal. Präzise Funkarbeit mit „Samedan Information“ war Pflicht.
Wachsendes Vertrauen
Nach wenigen Tagen wechselte Guido das Flugzeug und den Fluglehrer. Wieder erhielt er einen Arcus „W1“, diesmal aus Winterthur. Jeder Flug offenbarte neue Wetter-Phänomene, jedes Manöver vertiefte sein Verständnis. Bald wuchs der Wunsch, das Erlernte allein umzusetzen.

Allein über den Piz Bernina
In der zweiten Woche übernahm Guido die vertraute LS8-18 „7C“. Sein Ziel: ein Flug über den Piz Bernina. Gleich beim ersten Start setzte er das Gelernte souverän um – vom Start an der Winde über Thermik und Hangaufwind bis zur Welle. Die Aussicht auf das vergletscherte Berninamassiv liess ihn ehrfürchtig werden. Ein Flugerlebnis, das unter die Haut ging.

Fazit
Neun Flüge, 27 Stunden in der Luft – unser Autor Guido blickt auf eine eindrückliche Woche zurück. Der Kurs bot perfekte Bedingungen, exzellente Betreuung und einmalige Flugmomente. Er empfiehlt allen Segelflugpilotinnen und -piloten diese Erfahrung wärmstens.
Sein Dank gilt den Fluglehrern, dem Team in Samedan, den Mitfliegenden – und der SG Cumulus für das Vertrauen in die LS8-18 „7C“. Ein Kurs, der nicht nur fliegerisch, sondern auch menschlich Spuren hinterlässt.
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