Die European Gliding Union (EGU) hat in ihrem neuesten Newsletter wichtige Entwicklungen und strategische Weichenstellungen für die Zukunft des Segelflugs in Europa bekannt gegeben. Im Fokus stehen dabei Fortschritte bei der Lizenzerhaltung für Techniker (Part 66L), der Dialog zur Pilot Medical Declaration (PMD) sowie ein Aufruf zur Verstärkung der Gremien durch neue Experten. Diese Themen wurden bei einem Treffen des EGU-Vorstands in der Landessportschule Hessen in Frankfurt erörtert.
Durchbruch bei Part 66L: Task-basierte Lizenzerhaltung kommt
Ein zentraler Erfolg für die Segelflug-Community ist die Einigung mit der EASA über eine alternative, aufgabenbasierte Methode zur Lizenzerhaltung für Techniker von Ballonen und Segelflugzeugen (Part 66L). Bisher war eine zeitbasierte Anforderung für die Verlängerung der Lizenzgültigkeit vorgesehen, die in der Praxis für viele ehrenamtliche und nebenberufliche Techniker kaum zu erfüllen war. Die neue Regelung, die auf einer realistischen Anzahl jährlicher Inspektionen basiert, stellt eine erhebliche Erleichterung dar.
Der vereinbarte Regeltext wird in Kürze im Rahmen des Rulemaking-Task RMT.0735 zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht. Die EGU ruft alle Mitgliedsverbände, Techniker und Piloten auf, sich an diesem Prozess zu beteiligen, um die positive Entwicklung zu unterstützen. Parallel dazu arbeiten die EGU und die European Air Sports (EAS) bereits an einer Überarbeitung des gesamten Part 66, um die Regelungen für die Freiwilligenarbeit im Luftsport weiter zu optimieren.
Pilot Medical Declaration (PMD) und weitere Prioritäten
Die Einführung einer Pilot Medical Declaration (PMD) als Alternative zum klassischen Medical bleibt ein zentrales Anliegen der EGU. Obwohl der Vorschlag bei Luftfahrt-Medizinern auf Widerstand stößt, gibt es positive Signale von der EASA. Das General Aviation Team der Agentur hat die Absicht bekundet, die PMD als eine der ersten Initiativen im neuen „Declared by Default“-Programm zu behandeln. Das kürzlich gestartete „Rulemaking Simplification Project“ der EASA bietet hierfür eine vielversprechende Gelegenheit.
Beim technischen Treffen der EAS am 8. November 2025 wurden zudem die strategischen Prioritäten für die kommende Zeit bestätigt. Diese umfassen neben der Vereinfachung von Wartungsvorschriften auch die Auseinandersetzung mit der Drohnenindustrie und die Sicherung der Avgas-Versorgung.
| Priorität | Zielsetzung |
| Drohnenindustrie | Entwicklung der Interaktion zwischen Luftsport und unbemannter Luftfahrt |
| Avgas-Versorgung | Unterstützung / Schutz der europäischen Flotte, die auf Avgas angewiesen ist |
| Part 66L | Vereinfachung der Wartungsanforderungen für die Freizeitluftfahrt. |
| Freizeitfliegerei | Allgemeine Stärkung und Förderung des Luftsports |
Frische Kräfte für EGU und EAS gesucht
Die EGU steht vor einem personellen Umbruch. Fünf Mitglieder des Vorstands werden ihre Amtszeit beim nächsten Kongress am 28. Februar 2026 beenden und nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung stehen. Daher werden dringend neue Kandidatinnen und Kandidaten mit Segelflugkompetenz und idealerweise breiterem Wissen im Luftsport gesucht, um die Arbeit der Interessenvertretung auf europäischer Ebene fortzuführen. Die Arbeitssprache in den Gremien ist Englisch.
Zusätzlich wird ein Nachfolger für Patrick Pauwels, den ehemaligen Präsidenten der EAS, gesucht, dessen Mandat im März 2026 endet. Nominierungen für qualifizierte Personen sind ausdrücklich erwünscht, um die Expertise in den Gremien zu sichern und die Zukunft des Segelflugs aktiv mitzugestalten.
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