Flugzeugtür verloren

Zu einem gefährlichen Zwischenfall ist es am Samstag, 12. Februar 2022 bei einem Kleinflugzeug im Bezirk St. Veit/Glan gekommen. Der Pilot aus der Steiermark bemerkte während des Fluges, dass sich die Pilotentür öffnet. Ein Schließen war nicht mehr möglich, die Türe wurde aus der Verankerung gerissen und stürzte mehrere hundert Meter zu Boden.

Gegen 15.00 Uhr startete der 68-jährige Pilot aus dem Bezirk Murau mit seiner „Super II“ der Marke Glasair Aviation USA, Baujahr 2011 am Flughafen Klagenfurt, um in die Steiermark zu fliegen. Nur wenige Minuten später kam es zu dem folgenschweren Zwischenfall: Die Flügeltüre auf der Pilotenseite öffnete sich und ließ sich nicht mehr schließen.

Halteversuch mit Hand schlug fehl
Der Pilot wollte deshalb zum Klagenfurter Flughafen zurück, dabei riss der Wind die Leichtbautür aus ihrer Verankerung, bestätigt Polizei-Kontrollinspektor Wolfgang Schmerlaib: „Er konnte die genaue Flughöhe nicht bekanntgeben, weil er in der Situation natürlich einen leichten Stress hatte. Er befand sich sicher noch im Steigflug, vielleicht auf 1.500 Meter. Nachdem er merkte, dass sich die Türe öffnet, versuchte er zunächst, sie händisch wieder zurückzuziehen.“

Da er sich aber mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 300 km/h fortbewegte und keine Handschuhe anhatte schlug dieser Versuch fehl: „Es wurde ihm in der Kanzel so kalt, dass er sie nicht mehr halten konnte. Er entschied sich umzudrehen und musste die Türe auslassen.“ Es handle sich um eine kleine Flügeltüre in der Größe zwischen einem viertel- oder halben Quadratmeter, so Schmerlaib. Sie wird etwa drei Kilometer nördlich von St. Donat bei St. Veit an der Glan in unverbautem Gebiet vermutet.

Landung ohne Funkverbindung geglückt
Ohne seine linke Cockpit-Haube war der Pilot dem Flugwind voll ausgesetzt. Der Sog beschädigte auch sein Headset. Der 68-Jährige musste ohne Funkverbindung landen und setzte schließlich mit dem Transponder ein Notsignal ab, um sich mit dem Tower am Klagenfurter Flughafen in Verbindung zu setzen. Die Landung glückte dem Steirer ohne weitere Probleme. Nach derzeitigem Ermittlungstand kam durch den Vorfall auch niemand sonst zu Schaden.

Weitere Untersuchungen und Befragung folgen
Die Polizei vermutet die Flügeltür irgendwo zwischen Wald- und Wiesenflächen. Die „Super II“ steht jetzt am Flughafen Klagenfurt und soll untersucht werden, wobei bereits ein Bericht an die Austro Control erging. Sie entscheidet, wie weiter vorgegangen wird, nachdem nichts beschädigt und niemand verletzt wurde. Offen ist, ob die Verriegelung an der Flügeltür defekt war. Der Pilot gilt als sehr erfahren und war schon zehn Jahre lang mit seiner Maschine unfallfrei unterwegs. Er baute die Maschine als Selbstbausatz zusammen. Der Pilot soll noch einmal von der Behörde befragt werden. Quelle: ‘ORF‘.

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