Evitas Staatsmaschine fliegt wieder

Der Fieseler Fi 156, wegen der langen Fahrwerksbeine besser bekannt unter dem Namen Storch, ist wegen seiner Kurzstart- und Landeeigenschaften nicht nur in der Schweiz legendär. 50 Meter reichen oft zum Abheben, manchmal schon 20 zum Aufsetzen. Zudem kann der Dreisitzer unglaublich langsam fliegen. Selbst bei lediglich 50 Kilometern pro Stunde hält er sich noch in der Luft. Hat es genügend Gegenwind, steht er wie ein Helikopter am Himmel. Das erreicht er durch ein Profil mit hohem Auftrieb und sogenannte feste Vorflügel auf der Tragfläche, die über die komplette Spannweite von rund 14 Metern reichen. Mitte November stehen gleich fünf dieser Oldtimer frisch aus dem Fachbetrieb Royal Star im polnischen Krosno zur Vorbereitung der HB-Zulassung bereit. In jeder Restaurierung stecken einige tausend geleistete Arbeitsstunden durch die osteuropäischen Flugzeugbauer. Alle Klassiker sollen nach der Zertifizierung durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt bereits 2020 in der Schweiz fliegen. Der Verein Freunde des Fieseler Storch aus Oetwil am See als Initiator der Restaurierung hat sich zum Ziel gesetzt, mehrere Fieseler Störche auf Schweizer Luftfahrtveranstaltungen vorzufliegen. Warum er das macht? Er will, dass diese technisch herausragenden Flugzeuge mit grosser eidgenössischer Aviatiktradition wieder flugtauglich und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Denn zwischen 1940 und 1963 leisteten mehrere Fieseler Störche Dienst bei der Fliegertruppe als Verbindungs-, Beobachtungs- oder Sanitätsflugzeuge. Deshalb sollen die Klassiker an Flugtagen, Meetings und anderen Luftfahrtveranstaltungen in der Schweiz teilnehmen. Auch wenn die fünf wieder aufgebauten Oldtimer durch ihre originalgetreue Militärlackierung aus den 1940er Jahren fast gleich aussehen, unterscheiden sie sich in der Technik teilweise deutlich. Denn mehr als ein Viertel aller fast 2900 gebauten Störche wurden im und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht bei den deutschen Fieseler-Werken in Kassel, sondern ab 1943 vom französischen Flugzeugbauer Morane-Saulnier produziert. Nach 1945 entstanden diese Störche der Baureihen MS-500 bis MS-506 mit französischen oder amerikanischen Sternmotoren anstelle des deutschen V8 noch bis in die 1960er Jahre. Quelle: Jürgen Schelling in der ‘NZZ, Neue Zürcher Zeitung

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