Bei der diesjährigen Generalversammlung von Europe Air Sports (EAS) in Madrid standen die künftige Entwicklung der Allgemeinen Luftfahrt, neue regulatorische Herausforderungen und die Flugsicherheit im Mittelpunkt. Gastgeber war der Königliche Spanische Aero Club (RACE).
EASA-Vertreter Vladimir Foltin stellte den „GA Flightpath 2030“ vor. Das Programm soll die Sicherheitskultur stärken, die Digitalisierung vorantreiben und nachhaltiges Wachstum in der Allgemeinen Luftfahrt ermöglichen. Zu den Schwerpunkten gehören elektronische Sichtbarkeit, vereinfachte Verfahren und effizientere Flugoperationen.
Mit Sorge betrachtet EAS neue Überlegungen der EU-Kommission zur Luftsicherheit. Im Rahmen einer laufenden Studie wird untersucht, ob zusätzliche Maßnahmen wie die Vorabübermittlung von Passagierdaten, erweiterte Flugplanpflichten oder Anforderungen an die elektronische Erkennbarkeit auch für die Sport- und Freizeitfliegerei eingeführt werden sollen. EAS setzt sich dafür ein, dass die Besonderheiten der Allgemeinen Luftfahrt angemessen berücksichtigt werden.
Breiten Raum nahm das Thema elektronische Sichtbarkeit ein. Experten betonten, dass moderne Systeme das bewährte Prinzip „Sehen und Ausweichen“ nicht ersetzen, sondern durch ein verbessertes Situationsbewusstsein ergänzen. Als vielversprechender Standard für den unkontrollierten Luftraum gilt derzeit ADS-L. Unterstützt wird die Entwicklung durch Netzwerke wie das Open Glider Network (OGN), das Positionsdaten verschiedener Systeme zusammenführt.
Diskutiert wurde zudem die Einführung von Pilot Medical Declarations (PMD), die bereits in den USA und Großbritannien erfolgreich angewendet werden. Die EAS sieht darin Potenzial für eine Vereinfachung medizinischer Anforderungen ohne Einbußen bei der Sicherheit.
Kritisch bewertet die Organisation hingegen einen neuen EASA-Vorschlag, wonach künftig bereits bei der erstmaligen medizinischen Untersuchung für LAPL- und Klasse-2-Piloten verpflichtende Alkohol- und Drogentests vorgesehen sein könnten. Dies würde die Ausbildungskosten deutlich erhöhen.
Im Rahmen der Versammlung wurde außerdem Patrick Naegeli in den Vorstand von Europe Air Sports gewählt. Der erfahrene Pilot und ehemalige Präsident der European Gliding Union gilt als ausgewiesener Kenner europäischer Luftfahrtregulierung.
Mit besonderem Dank verabschiedete die Organisation den Belgier Patrick Pauwels aus dem Vorstand. Der langjährige Segelflieger und Luftsportfunktionär prägte über Jahrzehnte die Interessenvertretung des europäischen Luftsports und erhielt für sein Engagement unter anderem die renommierte Lilienthal-Medaille der FAI.
Die nächste EAS-Generalkonferenz findet 2027 in den Niederlanden statt.
Entdecke mehr von
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

