Elektroflugzeug-Neunplätzer absolviert Jungfernflug

Nach einem historischen Wasserflugzeug hat die Firma Magni-X auch eine Cessna auf E-Antrieb umgebaut, mit der Fallschirmabsprünge ökologischer und günstiger werden. Bereits 2019 gelang es der Elektroantriebsspezialfirma Magni-X mit Sitz in Seattle an der US-Westküste und in Gold Coast an der Ostküste Australiens, ein Wasserflugzeug zum ersten elektrischen Passagierflug umzubauen, das seit Dezember 2019 von der kanadischen Harbour Air eingesetzt wird. Die Maschine fasst maximal sechs Personen. Nun aber gibt es auch eine von der Firma auf Elektrobetrieb umgebaute Cessna 208B Grand Caravan mit neun Sitzen, die Mitte Mai 2020 von Moses Lake im US-Gliedstaat Washington aus den Jungfernflug antrat. Damit ist die elektrische Luftfahrt wieder einen kleinen Schritt weiter.

Bis zum grossen Linienflugzeug mit E-Antrieb ist der Weg noch weit, doch immerhin verfügt die E-Caravan mit 16 Metern Spannweite über einen 560 Kilowatt (762 PS) leistenden Elektroantrieb von Magni-X. Normalerweise wird sie von einer 650 PS leistenden Propellerturbine mit konventionellem Treibstoff angetrieben. Der Umbau der Cessna erfolgte im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Luftfahrtunternehmen Aero-Tec. Der erfolgreiche Jungfernflug des bisher grössten Elektroflugzeugs dauerte rund dreissig Minuten. «Ich bin stolz auf die Pionierarbeit unserer Ingenieure», sagte Aero-Tec-Chef Le Human. «Die Caravan ist seit Jahrzehnten das Arbeitstier schlechthin, wenn es um Personen- und Frachttransporte auf der Kurzstrecke geht», erklärte Magni-X-Chef Roei Ganzarski. «Der Jungfernflug der E-Caravan ist ein weiterer Meilenstein beim Einsatz dieser Mittelstreckenmaschine, denn sie verursacht nur einen Bruchteil der bisherigen Kosten und keinerlei Emissionen, zudem operiert sie auf kleineren Flugplätzen.» Keinerlei Erwähnung findet die für den Elektrobetrieb der E-Caravan erforderliche Batterie, weder finden sich Angaben darüber, was Grösse, Gewicht und Kapazität betrifft, noch darüber, wie schnell die Maschine wieder aufgeladen ist. Wie NZZ-Luftfahrtexperte Jürgen Schelling einschätzt, ist die Reichweite aber dürftig. Immerhin: Zum Absetzen von Fallschirmspringern würde die Akku-Kapazität reichen. Der von Magni-X entwickelte Magni-500-Antrieb soll in der Folge eine ganze Reihe von Partnern bei ihren Elektroflugzeugplänen unterstützen, darunter das israelische Startup Eviation, die grösste amerikanische Regionalfluglinie Cape Air sowie auch weiterhin die Harbour Air. Quelle: ‘NZZ, Neue Zürcher Zeitung’.

Kommentar verfassen